Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft die Beschäftigten der Marten Fleischwarenfabrik in Gütersloh am 11. Mai 2026 in der Frühschicht von 4.30 bis um 15.30 Uhr erneut zu einem Warnstreik auf. Hintergrund sind die weiterhin unzureichenden Angebote der Arbeitgeberseite in der laufenden Tarifrunde. Die nächste Verhandlung findet am 12. Mai statt.
Nach mehreren Verhandlungsrunden liegt zwar erstmals ein Angebot auf dem Tisch – doch dieses bleibt aus Sicht der NGG deutlich zu niedrig. Vorgesehen sind Erhöhungen, die je nach Variante effektiv nur rund 1 bis 1,5 Prozent pro Jahr entsprechen – bei gleichzeitig sehr langer Laufzeit. „Das ist zu wenig Geld bei zu viel Geduld, die hier von den Beschäftigten verlangt wird“, erklärt Thomas Bernhard, Referatsleiter Fleisch bei der NGG.
Bereits in der zweiten Verhandlung hatte die Arbeitgeberseite mit einer Nullrunde und Eingriffen in bestehende Regelungen für massive Verärgerung gesorgt. Auch die aktuellen Angebote bedeuten aus Sicht der Gewerkschaft keinen echten Fortschritt.
Besonders deutlich wird das auch beim sogenannten Ausgleich für den Zeitraum seit August 2025: Hier bietet der Arbeitgeber eine Einmalzahlung von 156 Euro netto für acht Monate (= August 2025 bis März 2026) an – das entspricht gerade einmal rund 19,50 Euro pro Monat. „Die Kolleginnen und Kollegen haben in den letzten Jahren enorme Flexibilität gezeigt und tausende Überstunden geleistet. Jetzt erwarten sie zu Recht eine spürbare Erhöhung – und kein Rechenspiel mit langen Laufzeiten und Einmalzahlungen“, erklärt Thorsten Kleile, Geschäftsführer der NGG-Region Ostwestfalen-Lippe.
Die Stimmung in der Belegschaft ist angespannt. Auf der Mitgliederversammlung Anfang April wurde deutlich: Die Beschäftigten sind bereit, den Druck zu erhöhen, wenn sich am Verhandlungstisch nichts bewegt.
Mit dem Warnstreik am 11. Mai will die NGG kurz vor der nächsten Tarifrunde (am Dienstag, 12.05.2026) ein klares Signal setzen. „Wenn am Verhandlungstisch keine Bewegung entsteht, kommt sie aus dem Betrieb“, so Kleile. „Die Beschäftigten meinen es ernst.“
Die NGG fordert für die Beschäftigten bei Marten eine deutliche und nachhaltige Entgelterhöhung sowie die Sicherung der Tarifstruktur. Für Rückfragen erreichen Sie Thomas Bernhard, NGG-Hauptverwaltung Referat Fleisch, unter 0175 – 222 66 39 oder Thorsten Kleile, Geschäftsführer NGG-Region Ostwestfalen-Lippe, unter 0151 – 122 94 251.






