Eine 27-jährige Frau hat die Stadt Wien wegen einer Benutzungsgebühr von 50 Cent für öffentliche Toiletten verklagt. Da Männer für das Pissoir nichts zahlen müssten, verstoße diese Regelung gegen das Antidiskriminierungsgesetz der Stadt, begründet ihre Anwältin Petra Laback die Klage. Der Fall sei ins Rollen gekommen, nachdem ihre Mandantin mit einem Freund eine Toilettenanlage aufgesucht und sich gefragt habe, warum sie zahlen müsse, ihr Begleiter aber nichts. «Das ist ihr sehr aufgestoßen», sagt Laback der Deutschen Presse-Agentur. Vor einer Woche habe sie eine Klage beim Bezirksgericht Innere Stadt eingebracht, die Stadtverwaltung habe nun noch Gelegenheit, Einspruch zu erheben, so die Anwältin. Für den Fall, dass der Einspruch ausbleibt, rechne sie mit 1.000 Euro Schadenersatz zugunsten ihrer Mandantin. «Meiner Mandantin geht es nicht ums Geld. Sie würde die Summe spenden», stellt die Juristin klar. Das betont die Klägerin auch auf einer eigens eingerichteten Website, mit der sie andere Frauen aufrufen will, es ihr gleichzutun. «Mir geht es darum, dass solche Ungerechtigkeiten aufhören», schreibt sie. Die Stadt sieht das völlig anders. Von den 167 WC-Anlagen, die die Stadt betreibe, seien bei 27 die Kabinen kostenpflichtig, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt. In diesen hochfrequentierten Anlagen werde während der festgelegten Betreuungszeiten permanent externes Reinigungspersonal eingesetzt. «Dadurch kann eine einwandfreie Benutzung gewährleistet werden.» In Zeiten außerhalb der Personalbetreuung stehe ein großer Teil dieser WC-Anlagen ebenfalls kostenlos zur Verfügung. In einem ähnlichen Fall hatte die Gleichbehandlungskommission des Bundes bereits 2010 entschieden, dass keine unmittelbare Diskriminierung vorliege. Die Nutzung einer Toilettenkabine koste beide Geschlechter die gleiche Gebühr. Darüber hinaus sei es etwas anderes, ob eine Toilette oder ein Pissoir zur Verfügung gestellt werde.Stadt sieht Gebühr durch Aufwand gerechtfertigt
Bildnachweis: © Matthias Röder/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
50 Cent für Klogang - 27-Jährige verklagt Stadt Wien
Sie muss die Klo-Kabine bezahlen, ihr Begleiter darf gratis das Pissoir benutzen. Das empfindet eine Frau aus Wien ungerecht. Sie verklagt die Stadt - und hofft auf ein Antidiskriminierungssignal.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App?
Meistgelesene Artikel
- 20. August 2026
Woche der kleinen Künste: Stadtbus-Linie 208 wird umgeleitet
Pressemitteilung der Stadtwerke Gütersloh.
- 3. September 2026
Giftmobil und Elektroschrottsammlung auf Herbsttour
22 Haltestellen werden an drei Freitagen und drei Samstagen angefahren.
- 27. August 2026
Goldener Kamm in Gütersloh
Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...
Neueste Artikel
- 15. September 2026
Laib für 60 Dollar - Run auf Roggenbrot in New York
Schlangen vor gehypten Läden gehören in New York zum Stadtbild. Nach Frozen Joghurt, Pop-Ups und Broadway-Tickets wird jetzt auch für eine Roggenstulle angestanden.
- 14. September 2026
Britpopband Oasis kündigt Konzerte in Deutschland an
Vor mehr als 30 Jahren feierten die Gallagher-Brüder ihren Durchbruch, dann kam es zum Streit und 2025 schließlich zur Reunion: Nun dürfen sich auch Fans in Deutschland auf Oasis freuen.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 15. September 2026
Laib für 60 Dollar - Run auf Roggenbrot in New York
Schlangen vor gehypten Läden gehören in New York zum Stadtbild. Nach Frozen Joghurt, Pop-Ups und Broadway-Tickets wird jetzt auch für eine Roggenstulle angestanden.
- 14. September 2026
Britpopband Oasis kündigt Konzerte in Deutschland an
Vor mehr als 30 Jahren feierten die Gallagher-Brüder ihren Durchbruch, dann kam es zum Streit und 2025 schließlich zur Reunion: Nun dürfen sich auch Fans in Deutschland auf Oasis freuen.






