4. Juli 2022 / Allgemeines

Amtsärzte fordern mehr Abwasser-Analysen auf Corona

Das Coronavirus lässt sich unter anderem im Abwasser nachweisen. In 20 deutschen Städten wurde deshalb ein Frühwarnsystem entwickelt. Reicht das?

Amtsärzte fordern, dass das Abwasser in allen Kommunen auf Corona-Spuren untersucht wird, um das Infektionsgeschehen besser einschätzen zu können.
von dpa

Angesichts steigender Infektionszahlen in Deutschland wird eine flächendeckende Überwachung des Corona-Geschehens anhand von Abwasserproben diskutiert.

Instrument zur Pandemiekontrolle

«Die Abwasseranalyse ist ein hervorragendes Instrument für die Pandemiekontrolle», sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Johannes Nießen, der Funke-Mediengruppe. «Optimal wäre, wenn alle Kommunen mitmachen würden.» Je mehr Städte daran teilnehmen, desto präziser werde das Bild vom Infektionsgeschehen.

Zwanzig Städte in Deutschland verfolgen bereits in einem Pilotprojekt das Ziel, ein dauerhaftes Überwachungssystem einzurichten, um Entwicklungen in der Corona-Pandemie frühzeitig erkennen zu können, darunter unter anderem Potsdam, Stuttgart, Köln, Dresden und Jena. Es geht darum, anhand der Virenkonzentration im Abwasser zu ermitteln, wie verbreitet Corona in einer Region ist. Die Methode koste wenig, der Aufwand sei gering, und man bekomme ein Echtzeit-Lagebild der Pandemie, sagte Nießen.

Nur die Hälfte der Infektionen erfasst

In Köln sei durch die Analyse festgestellt worden, dass bei den offiziellen Corona-Meldezahlen nur die Hälfte der Infektionen erfasst würden. Nießen leitet das Kölner Gesundheitsamt und ist Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) kann die Forderungen von Nießen nachvollziehen. Allerdings müsse zunächst die Finanzierung aus Mitteln des Pandemiemanagements sichergestellt werden. Hierzu bräuchte es «verbindliche Zusagen von Bund und Ländern», so ein Sprecher.

Nach Angaben des VKU liegen bisher noch keine Ergebnisse zu dem von der EU-Kommission initiierten Pilotprojekt vor. «Das Abwassermonitoring erlaubt ergänzend zu anderen Daten Trends des Infektionsgeschehens abzulesen.» Das Projekt sei noch am Anfang und laufe in zeitlich abgestufter Reihenfolge.

Das Coronavirus befällt zwar hauptsächlich die Atemwege. Partikel des Erregers lassen sich jedoch auch im Stuhl und dementsprechend im Abwasser nachweisen.


Bildnachweis: © Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App? 

Meistgelesene Artikel

Polarlichter bringen Deutschlands Nachthimmel zum Leuchten
Allgemeines

Polarlichter haben am Wochenende für ein buntes Spektakel am Nachthimmel über Deutschland gesorgt. Auslöser dafür war ein extrem starker Sonnensturm.

weiterlesen...
Portugiesische Nationalmannschaft trainiert am 14. Juni im Heidewald-Stadion
Stadt Gütersloh

Knapp 6000 Fans dürfen sich über kostenlose Karten freuen – Ausgabe von maximal vier Tickets pro Person im Rahmen...

weiterlesen...
„Mir ist wichtig, dass wir viel und offen sprechen“
Im Interview

Gespräch mit Pfarrer Thorsten Roland

weiterlesen...

Neueste Artikel

Erneute Unwetter und Starkregen erwartet
Allgemeines

Seit Freitag ziehen Unwetter über Deutschland. Zunächst hat es die Menschen im Südwesten getroffen, doch nun müssen auch andere Regionen mit Gewittern und Starkregen rechnen.

weiterlesen...
Vier Menschen nach Blitzeinschlag in Dresden in Lebensgefahr
Allgemeines

Eine Gewitterzelle zieht über Dresden, als plötzlich ein Blitz am Elbufer einschlägt. Menschen werden schwer verletzt, mehrere von ihnen schweben in Lebensgefahr.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Erneute Unwetter und Starkregen erwartet
Allgemeines

Seit Freitag ziehen Unwetter über Deutschland. Zunächst hat es die Menschen im Südwesten getroffen, doch nun müssen auch andere Regionen mit Gewittern und Starkregen rechnen.

weiterlesen...
Vier Menschen nach Blitzeinschlag in Dresden in Lebensgefahr
Allgemeines

Eine Gewitterzelle zieht über Dresden, als plötzlich ein Blitz am Elbufer einschlägt. Menschen werden schwer verletzt, mehrere von ihnen schweben in Lebensgefahr.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner