Hauseigentümer haben in Düsseldorf vergeblich den Abbau eines Geldautomaten eingeklagt - aus Angst vor Gangstern. Das Oberlandesgericht entschied am Montag zugunsten der Bank, die den Automaten mit einer Filiale im Erdgeschoss der Immobilie betreibt. Das Kläger-Ehepaar, dem zwei Drittel des Mehrfamilienhauses in Ratingen bei Düsseldorf gehören, fürchtet erhebliche Gebäudeschäden, sollte dieser Automat von Gangstern in die Luft gesprengt werden. Das sei «eine abstrakte rechnerische Gefahr, aber keine konkrete. Es gibt keine Hinweise auf eine Sprengung», erklärte der Vorsitzende Richter Joachim Unger. Die Zahl der Sprengattacken auf Geldautomaten hat sich in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahresbeginn allerdings vervielfacht. Die mögliche Gefahr spiele aber keine Rolle, so das Gericht. Entscheidend sei, dass alle Eigentümer des Hauses 1971 in der Teilungserklärung dem Betrieb einer Bankfiliale zugestimmt hätten, auch wenn es damals noch keine Geldautomaten gab. «Dass dort seit fünf Jahren ein Geldautomat steht, widerspricht dem nicht», so der Vorsitzende Richter. Das Gericht riet den klagenden Eheleuten, sich mit dem dritten Hauseigentümer zu einigen und die Teilungserklärung entsprechend zu ändern. Dann ließe sich der Abbau des Geldautomaten durchsetzen. Zuvor war das Ehepaar in erster Instanz bereits vor dem Landgericht abgeblitzt. Das Urteil ist rechtskräftig.
Bildnachweis: © René Priebe/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Angst reicht nicht: Gericht gegen Abbau von Geldautomat
Immer wieder werden Geldautomaten gesprengt. Aber dies sei nur eine abstrakte Gefahr, urteilt das Oberlandesgericht Düsseldorf.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App?
Meistgelesene Artikel
- 29. Juni 2026
„Ich genieße jeden Tag“
Dienstjubilare der Stadt Gütersloh werden im Flussbetthotel geehrt.
Mehr als 40 Stände, ein internationales Bühnenprogramm und neue Angebote für Kinder machen das Fest erneut zum...
Bald gehen 58.800 Menschen im Kreis in Rente. Doch in den meisten Wohnungen lässt sich kaum alt werden, zeigt eine neue Studie.
Neueste Artikel
In mehreren Ländern im Südeuropa steigen die Temperaturen. Regen ist nicht in Sicht. Besonders dramatisch ist die Lage bei Bränden in Spanien.
- 20. Juli 2026
Zustand des Ebola-Patienten verbessert sich weiter
Vor einer Woche kam ein mit Ebola infizierter Patient auf die Sonderisolierstation des Frankfurter Uniklinikums. Die Behandlung hilft ihm.
Weitere Artikel derselben Kategorie
In mehreren Ländern im Südeuropa steigen die Temperaturen. Regen ist nicht in Sicht. Besonders dramatisch ist die Lage bei Bränden in Spanien.
- 20. Juli 2026
Zustand des Ebola-Patienten verbessert sich weiter
Vor einer Woche kam ein mit Ebola infizierter Patient auf die Sonderisolierstation des Frankfurter Uniklinikums. Die Behandlung hilft ihm.






