Nach dem spektakulären Sparkassen-Einbruch mit Millionenbeute in Gelsenkirchen will ein Anwalt schon kommende Woche Klage gegen die Bank erheben. Er habe bereits Mandanten-Vollmachten von etwa 150 Geschädigten sowie etwa genauso viele Interessierte, sagte der Dattelner Anwalt Daniel Kuhlmann der Deutschen Presse-Agentur. Zuständig wäre das Landgericht Essen. Er sehe Anzeichen einer Pflichtverletzung der Bank, sagte Kuhlmann. So gebe es anscheinend keinen Erschütterungsmelder in dem Tresorraum. Die Einbrecher hätten sich möglicherweise ungestört 48 Stunden in der Bank aufgehalten. Offensichtlich sei das Sicherheitskonzept der Bank unzureichend oder zumindest nicht ordnungsgemäß umgesetzt worden. Zum Nachweis werde er, wenn nötig, auch Sachverständige beauftragen. Ende Dezember hatten sich die bislang unbekannten Täter über ein Parkhaus Zutritt zu der Bank verschafft und ein großes Loch in eine Wand gebohrt, um in den Tresorraum zu gelangen. Fast alle 3.250 Kundenschließfächer der Sparkassen-Filiale im Stadtteil Buer wurden aufgebrochen. Der Millionen-Einbruch ist auch Thema im Landtag. Bei einer Sondersitzung des Innenausschusses will NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) über den Stand der Ermittlungen informieren. Die oppositionelle SPD hatte das beantragt. Es solle auch um Fragen «hinsichtlich der sicherheitsrelevanten Schwachstellen der Bank» gehen, heißt es im Antrag der SPD. Laut Kuhlmann droht der Bank «eine Klagewelle ungeahnten Ausmaßes». Er halte es nicht für abwegig, dass am Ende etwa 1.000 Kläger gegen die Bank zusammenkämen. Das bringe der Bank einen erheblichen Reputationsschaden. Der Gelsenkirchener Sparkassenchef Michael Klotz hatte dagegen Kritik an der Sicherheitstechnik in der Filiale zurückgewiesen. «Die Filiale mit dem Schließfachraum war nach dem anerkannten Stand der Technik gesichert», hatte Klotz zuletzt betont. Die Maßnahmen seien laufend verbessert worden. Die Zukunft der Sparkasse Gelsenkirchen sieht der Vorstandschef durch die Schäden bei dem Einbruch nicht bedroht. «Die Verträge sehen eine Absicherung pro Schließfach von bis zu 10.300 Euro vor. Niemand muss sich Sorgen machen, dass die Sparkasse ins Wanken geraten könnte», sagte er der «WAZ».Anzeichen für Pflichtverletzung?
Anwalt droht mit Klagewelle
Sparkassenchef verteidigt Sicherheits-Vorkehrungen
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Anwalt will nach Sparkassen-Einbruch nächste Woche klagen
Nach dem Millionen-Einbruch in Gelsenkirchen will ein Anwalt in Kürze Klage einreichen. Ihm liegen bereits Vollmachten von rund 150 Geschädigten vor.
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