Zum ersten Mal steht der Asiatische Marienkäfer auf Platz 1 der meistbeobachteten Insekten Deutschlands. Damit habe das gepunktete Insekt den mehrjährigen Spitzenreiter verdrängt, die Steinhummel, teilte der Naturschutzbund (Nabu) am Donnerstag mit. 1813 Mal sei der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) während des Insektensommers, einer Zählaktion des Nabu, beobachtet worden. Die Steinhummel kam nur auf 1699 Sichtungen. Den dritten Platz belegte die Hainschwebfliege mit 1427 Meldungen an die Naturschützer. Den Wechsel an der Spitze machen die Experten vor allem am Wetter fest. «Durch das sehr kühle und feuchte Frühjahr konnte der Asiatische Marienkäfer erst vergleichsweise spät mit der Fortpflanzung beginnen. Im ersten Zählzeitraum im Juni waren dann besonders die erwachsenen Tiere aktiv und wurden so häufiger als Larven und Puppen gesichtet, das war im letzten Jahr nicht so», sagte Laura Breitkreuz, Insektenexpertin des Nabu. Die Witterungsbedingungen des Frühjahres machten jedoch auch Hummeln und Wespen zu schaffen. Die kühle Periode verminderte die Blüte zahlreicher Pflanzen. Damit gab es auch weniger Nahrung für Hummel- und Wespenköniginnen, die während dieser Zeit eigentlich Nester bauen und neue Völker gründen. Viele von ihnen starben. Somit folgten im Sommer weniger Nachkommen. Die Zahl der Sichtungen mancher Arten habe deshalb um die Hälfte abgenommen. «Es könnte also sein, dass 2021 kein Wespenjahr wird», sagte Breitkreuz. Der Nabu-Insektensommer wird in zwei Zählzeiträume unterteilt: einen im Juni und einen im August. An der nun ausgewerteten Juni-Aktion beteiligten sich deutschlandweit laut Nabu 9060 Menschen und damit 690 mehr als im Juni vergangenen Jahres.
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Asiatischer Marienkäfer stößt Steinhummel vom Thron
Der kühle Frühling hat die Blütezeit vieler Pflanzen verkürzt. Ein Wespenjahr dürfte 2021 also nicht werden, schätzen Forscher. Dafür ist der asiatische Marienkäfer auf dem Vormarsch.
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