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Berufsausbildung beugt Arbeitslosigkeit vor

Gütersloh
Fast 2.500 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 24 Jahren betreut das Jobcenter Kreis Gütersloh. Meist wohnen sie noch bei ihren Familien, die die Grundsicherungsleistungen nach dem Sozialgesetzbuch II beziehen und gehen noch zur Schule. Jedes Jahr gibt es etwa 500 Schulabgänger, die einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz suchen.
 
„Bereits rund 18 Monate vor der Schulentlassung finden bei uns intensive Gespräche zu den Berufsvorstellungen der Jugendlichen und mögliche Einsatzbereiche statt“, erklärt Rolf Erdsiek, Abteilungsleiter Arbeit und Ausbildung im Gütersloher Jobcenter. „Wir helfen beim Verfassen der Bewerbungen, suchen geeignete Ausbildungsbetriebe und geben den Jugendlichen Ausbildungsplatzangebote mit.“ Häufig gab es bereits in der Schule Angebote zur Berufsorientierung sowie Beratungsangebote durch die Berufsberatung der Arbeitsagentur. Gibt es weiteren Beratungsbedarf, werden zusätzliche Termine organisiert.
 
Das Jobcenter kümmert sich dann darum, dass die Jugendlichen auch tatsächlich einen Ausbildungs-  oder Arbeitsplatz bekommen. Soweit irgend möglich, wird eine Ausbildung angestrebt. „Denn der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit und Leistungsbezug wird durch eine berufliche Ausbildung erreicht“, so Erdsieks Leitsatz. Außerdem beuge eine Berufsausbildung dem Fachkräftemangel vor und das helfe damit auch den heimischen Arbeitgebern.
 
„Bei der Integrationsarbeit hilft es uns sehr, dass wir so nah vor Ort sind“ meint Erdsiek zu den Standorten Gütersloh, Halle (Westf.) und Rheda-Wiedenbrück, die für Jugendliche auch mit dem ÖPNV gut erreichbar sind. An diesen Orten sind nicht nur alle Berufskollegs angesiedelt, auch die Träger von ausbildungsbezogenen Maßnahmen sind hier vertreten, sodass schon rein räumlich kurze Wege gegeben sind. In Halle (Westf.) befindet sich das Berufskolleg sogar direkt neben dem Jobcenter-Gebäude.
 
Netzwerken gehört ohnehin zum Markenzeichen der insgesamt 16 Ausbildungscoaches. „Wir kooperieren mit den Übergangscoaches an den abgebenden Schulen, mit den Stufenkoordinatoren, mit der Berufsberatung, mit dem pädagogischen Personal der verschiedenen Träger genauso wie mit den für Ausbildung zuständigen Ansprechpartnern in den heimischen Betrieben“, beschreibt Erdsiek die tägliche Integrationsarbeit. Vertrauen und Vertraulichkeit spielt für die gute Zusammenarbeit eine große Rolle. Das wird auch daran deutlich, dass häufig auch die Eltern direkt einbezogen sind. Während des gesamten Integrationsprozesses hat der Jugendliche einen Ansprechpartner, der ihn auch bei Problemen und Rückfragen jederzeit zur Seite steht. Erdsiek: „Wenn viele junge Menschen und auch unsere Ausbildungsbetriebe sich freuen, dass sie immer sofort ihren persönlichen Ansprechpartner an der Leitung haben, zeige dies,dass dies offensichtlich für viele nicht selbstverständlich ist.“
 
In den letzten Jahren sind viele junge Flüchtlinge in den Kreis Gütersloh gekommen, die das Jobcenter betreut. Auch hier hat sich die über viele Jahre gewachsene Zusammenarbeit mit den relevanten, meist kommunal eingerichteten Stellen bewährt. Hierzu gehören das Kommunale Integrationszentrum, die Integrationsbeauftragten der Städte und Gemeinden und die vielen Ehrenamtlichen. Deren Begleitung wird von den Ausbildungscoaches des Jobcenters sehr geschätzt und in den Hilfeprozess eingebunden. Für einen gelungenen Integrationsprozess sind häufig viele kleine Schritte erforderlich. Insbesondere für junge Geflüchtete ist es bis zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss oft ein langer Weg, der Geduld und Durchhaltevermögen verlangt. Ein fehlender Schulabschluss und geringe Sprachkenntnisse sind nur einige der zu bewältigenden Herausforderungen.
 
Für eine gute Integrationsarbeit spricht, dass in jedem Jahr meist nur weniger als eine Handvoll Jugendliche bei ihrer Ausbildungssuche unversorgt bleiben. So ist auch die Jugendarbeitslosigkeit bei den vom Jobcenter betreuten Jugendlichen sehr niedrig. Aktuell sind im Kreisgebiet rund 350 Jugendliche arbeitslos, was einer Arbeitslosenquote von 1,4 Prozent entspricht.
 
Soweit die Arbeitslosigkeit nicht nur von vorübergehender Natur ist, liegen deren Ursachen häufig in sozialen und gesundheitlichen Problemen der jungen Menschen. Auch hier helfen die Ausbildungscoaches  weiter. In schwierigen Lebensphasen und Krisen werden die meist ebenfalls kommunal angesiedelten Betreuungs- und Beratungsstellen einbezogen. Hierzu zählen die vier kommunalen Jugendämter in Fragen notwendiger Erziehungshilfe, der Jugendgerichtshilfe und notwendiger Kinderbetreuung, der sozialpsychiatrische Dienst des Kreises Gütersloh sowie die vom Kreis Gütersloh mitfinanzierten Schuldner- und Suchtberatungsstellen. In komplexen Situationen werden sogar gemeinsame Hilfekonferenzen durchgeführt.
 
Die Ausbildungsvermittlung des Jobcenters erhält sehr gute Rückmeldungen von den betreuten Jugendlichen genauso wie von Eltern, Lehrern, Ausbildungsbetrieben und Arbeitgebern. „Das ist unser Anspruch als kommunales Jobcenter“, versichert Erdsiek.

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