Trotz erster Wirkung der Löschmaßnahmen bleibt der Brand im Berliner Grunewald aus Sicht der Feuerwehr eine «enorme Gefahr». Die seit Ausbruch des Feuers am Donnerstag bestehende Sicherheitszone von 1000 Metern um das Gelände wird weiter aufrecht erhalten. Am Samstag kam es aber zu einer Erleichterung für den Bahnverkehr: Die Feuerwehr gab in Absprache mit der Polizei die Zugstrecke am Rand der Sperrzone wieder frei. Damit können sowohl öffentlicher Nahverkehr als auch Fernverkehr auf der Strecke wieder anlaufen. Die Bahnstrecke verläuft zwischen den Hauptbahnhöfen in Berlin und Potsdam. Betroffen waren S-Bahnen ebenso wie Regionalzüge, IC und ICE. Der Bahnverkehr soll nach Angaben eines Sprechers schrittweise wieder aufgenommen werden. Mindestens bis Sonntag gesperrt bleibt dagegen die Avus genannte Autobahn 115, die parallel zu den Gleisen etwas näher zur Gefahrenstelle verläuft. Die Feuerwehr rechnet damit, dass der Sperrkreis um das Feuer noch einige Tage bestehen wird. «Die Löschmaßnahmen auf dem Sprengplatz und die Kühlmaßnahmen dieser drei Hotspots, die durch den Sprengmeister definiert worden sind, zeigen Wirkung», sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein am Samstag in Berlin. Es gehe nun darum, die Kühlung des Platzes verlässlich sicherzustellen. «Auch wenn wir den Bahnverkehr freigeben, bleiben die äußeren Absperrungen stehen», sagte Kirstein. Die Lage auf dem Sprengplatz ist weiterhin nicht unter Kontrolle. «Dort besteht natürlich eine enorme Gefahr», so Kirstein. Zur Kühlung werden dort gepanzerte Fahrzeuge und Roboter eingesetzt. Am Freitag waren bis zu 700 Grad gemessen worden. Zu neuen Messungen wollte Kirstein keine Angaben machen. «Es wird permanent überwacht», sagte er. Susanne Bauer, Leiterin des Kriminaltechnischen Instituts der Polizei Berlin, kündigte Erkundungen auf dem Sprengplatz an. «Wir fahren mit einem geschützten Fahrzeug rein, um auf der Hauptstrecke des Sprengplatzes zu sehen, was liegt auf den Wegen, um dann dort den Löschroboter reinschicken zu können.» In der Folge sollen die noch heißen Stellen weiter gekühlt werden. «Dann wird die Lage neu bewertet», sagte Bauer. Zur Ursache des Brandes und der Explosionen konnte sie keine Angaben machen. «Jetzt geht es um die Sicherheit.» Geschaut werde nach Gefahren, um die sich die Einsatzkräfte kümmern müssten. «Die Ursache können wir uns anschauen, wenn der Sprengplatz freigegeben ist und wir mit Ermittlungsbeamten dorthin gehen können.» Im umliegenden Wald konnte die Feuerwehr eine Ausweitung des Brandes verhindern. «Wir haben kleinere Brandnester immer wieder abgelöscht», sagte Kirstein. Die Situation unmittelbar um den Sprengplatz müsse laufend neu bewertet werden, etwa ob ein Vorgehen auch mit Feuerwehrkräften möglich ist. «Aber dafür bedarf es erst einmal ein Stück weit mehr Sicherheit auf dem Sprengplatz.» In der Nacht zu Samstag habe es keine weiteren Explosionen mehr gegeben, hieß es weiter. Ferngesteuerte Roboter zur Erkundung der Sperrzone waren aufgrund der entspannteren Lage in der Nacht wieder abgezogen worden. Die Arbeiten liefen am Samstag weiter. Die Feuerwehr und eine Spezialfirma setzten einen Löschpanzer ein. Das Feuer war in der Nacht zu Donnerstag auf dem Sprengplatz ausgebrochen. Tonnenweise alte Granaten, Munition und beschlagnahmte Feuerwerkskörper lagerten in Gebäuden auf dem Gelände. Explosionen waren zu hören, der Brand weitete sich im Lauf des Tages in dem trockenen Waldgebiet aus. Den Sprengplatz zur Vernichtung von Waffen und Explosivstoffen gibt es seit 1950. Zuständig ist inzwischen die Polizei. In der Debatte um alternative Standorte zeigte sich die Vizechefin der brandenburgischen SPD-Landtagsfraktion, Inka Gossmann-Reetz, skeptisch. Das Berliner Umland sei inzwischen sehr dicht besiedelt, sagte sie im rbb24-Inforadio. «Auch hier müssen wir (...) sehr gut aufpassen, dass wir die Menschen hier nicht in erhöhte Gefahr bringen.» Transporte und Erschütterungen seien ein hohes Risiko. Sie habe aber Verständnis, dass Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) das Gespräch mit Brandenburg suche. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) werde hier ein offenes Ohr haben, sagte die Landtagsabgeordnete. Es wurden bis zu 700 Grad gemessen
Schwierige Standortsuche
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Weiterhin «enorme Gefahr» auf Sprengplatz im Grunewald
Der Brand auf dem Sprengplatz im Berliner Grunewald ist weiterhin eine Bedrohung für die Umgebung. Der Sperrkreis um das Feuer bleibt wohl noch einige Tage. Gleichzeitig gibt es erste Lockerungen.
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