Schneemassen und Glätte wirbeln seit Tagen in Deutschland das Leben durcheinander. Züge stehen still, es kommt zu Unfällen auf den Straßen, auch bedingt durch Sturmtief «Elli». Eine Weile soll es noch so kalt bleiben. Aber ist das eigentlich ungewöhnlich? Und widerspricht es dem Trend des Klimawandels, wie in sozialen Medien bereits teils gemutmaßt wird? Die wichtigsten Fragen und Antworten. «Die ersten Januartage waren deutlich kälter als das, was wir im klimatologischen Mittel erwarten würden. Das ist also keine subjektive Wahrnehmung, sondern entspricht auch den Messungen», sagt Andreas Walter, Klima-Experte beim Deutschen Wetterdienst (DWD). «Das ist die berühmt-berüchtigte Polarfront – je nachdem, wo die zu liegen kommt, ist man auf der kälteren oder wärmeren Seite», erklärt Walter vom DWD. Der Meteorologe Peter Hoffmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ergänzt: «Eisige Winterwetterbedingungen werden in Deutschland typischerweise durch großräumige Luftmassentransporte aus nördlichen bis nordöstlichen Richtungen ausgelöst.» Es sei dann der gemäßigte Wettereinfluss vom Nordatlantik blockiert. «Auch in einem 2 Grad wärmeren Klima bestehen weiterhin große Temperaturkontraste zwischen den Polarregionen und den Subtropen. Bei Westwindwetterlagen verbleibt die extreme Kälte im Norden und die Wärme im Süden.» Bei Störungen könnten sich blockierende Hochs festsetzen und einen Kaltluftvorstoß nach Süden auslösen, der sich nur allmählich abbaue – so sei auch die aktuelle Kältewelle entstanden. Nein. «So ein kalter Monat wie der bisherige Januar widerspricht überhaupt nicht dem Fakt des Klimawandels», betont Experte Walter. «Die Erwärmung geht nicht immer monoton nur nach oben – es wird auch immer wieder Ausschläge nach unten und nach oben geben.» Dieser Januar sei bisher ein Ausschlag nach unten, auch wenn zum Gesamtmonat noch keine Aussagen möglich seien.» Der Klimaforscher Mojib Latif vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel hält fest: «Insgesamt ist es weltweit immer noch viel zu warm.» Der Dezember sei extrem warm gewesen, 2025 werde wohl als das zweit- oder drittwärmste Jahr in die Statistik eingehen. Während Deutschland aktuell friert, kämpft etwa Australien am anderen Ende der Welt gerade mit extremer Hitze, schweren Buschbränden und Unwettern. «Globale Erwärmung bedeutet nicht, dass es keine Frosttemperaturen mehr gibt», sagt Latif. Aber: «Solche Phasen werden seltener.» In der langfristigen Entwicklung zeige sich, wie sehr sich die Zahl der Frosttage schon über die Jahrzehnte verringert habe. Ja. Dies spiegelt sich in Daten des Deutschen Wetterdienstes für den Zeitraum 1951 bis 2022 wider – der Trend zeigt deutlich nach unten. Die mittlere Anzahl der Eistage – also Tage mit einer Höchsttemperatur von 0 Grad Celsius – sank in dem Zeitraum von rund 27 Tagen auf etwa 18 Tage pro Jahr, also um etwa ein Drittel. Walter mahnt: «Zur Erinnerung: Wir nennen diese Jahreszeit Winter. Wir sind in den letzten Jahren von vielen milden Wintern verwöhnt worden, sodass viele das Gespür dafür verloren haben, was Winter bedeutet.» Dies sei eine Folge des Klimawandels. Latif erklärt: «Wir müssen auch mit stärkeren Schneefällen rechnen. Schneefälle werden seltener, können aber heftiger ausfallen in einer erwärmten Welt.» Da die Ozeane viel zu warm seien, verdunste viel Wasser, das sich in der erwärmten Atmosphäre sammle. Je wärmer die Luft, desto mehr Feuchtigkeit könne sie aufnehmen. Insgesamt gebe es aber immer weniger Schnee.Ist es wirklich so kalt wie schon lange nicht mehr oder ist das nur eine gefühlte Wahrheit?
Und wieso ist es gerade eigentlich so kalt?
Widerspricht die extreme Kälte dem Klimawandel?
Früher war es also häufiger so kalt?
Welche Rolle spielt die Erderwärmung sonst noch?
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Brrrrrr! Warum es gerade so kalt ist
Kälte, Schnee, Glätte: Der Januar lässt Deutschland zittern. Experten erklären, woher die Kaltfront kommt – und warum die Klimakrise trotzdem bleibt.
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