21. September 2023 / Allgemeines

Brustkrebs-Früherkennung wird ausgeweitet

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Nun werden die Früherkennungsmöglichkeiten ausgeweitet. Auch Frauen ab 70 sollen künftig kostenfrei zur Mammographie gehen können.

Die Möglichkeiten zur Mammographie für die Früherkennung von Brustkrebs soll ausgeweitet werden.
Veröffentlicht am 21. September 2023 um 14:43 Uhr von dpa

Die Altersgrenze der kostenlosen Brustkrebsvorsorge für gesetzlich Versicherte wird von 69 auf 75 Jahre angehoben. Ab dem kommenden Sommer sollen Frauen bis zu diesem Alter alle zwei Jahre an einem sogenannten Mammographie-Screening (Röntgen) zur Früherkennung teilnehmen können. Bisher galt das für die Altersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren. Die Neuregelung beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), das höchste Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen aus Vertretern der Ärzteschaft, der Krankenkassen und der Krankenhäuser.

Hintergrund ist eine Aktualisierung der europäischen Brustkrebsleitlinie der EU-Kommission, die empfiehlt, auch jüngere und ältere Frauen in die Früherkennung einzubeziehen. Der G-BA hatte das unabhängige Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen mit einer Nutzenbewertung beauftragt. Das Institut kam zu dem Schluss, dass die Vor- die Nachteile überwiegen: «Möglichen Schäden durch falsch-positive Befunde oder Überdiagnosen steht jeweils ein brustkrebsspezifischer Überlebensvorteil gegenüber, der überwiegt.»

Ab kommendem Sommer

Mit zuletzt rund 70.000 diagnostizierten Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs (Mammakarzinom) nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Das mittlere Alter, in dem Frauen die Diagnose Brustkrebs erhalten, liege bei rund 64 Jahren. Es gebe heute bessere Heilungschancen als vor zehn Jahren.

Etwa 2,5 Millionen Frauen zusätzlich könnten nach Angaben aus dem G-BA von der Ausweitung der Früherkennung profitieren. Umgesetzt werden soll die Neuregelung zum 1. Juli 2024. Ab dann sollen sich die neu anspruchsberechtigten Frauen für einen Untersuchungstermin anmelden können. Mit Info-Broschüren etwa in Arztpraxen soll zuvor über die Einzelheiten informiert werden. Automatische Einladungen zum Screening wie bei den bisherigen Altersgruppen sind wegen der Umstellung erst später geplant.


Bildnachweis: © Hannibal Hanschke/dpa
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