6. August 2025 / Allgemeines

Christina Block trennt sich von ihrem Verteidiger Otmar Kury

Seit Beginn der Ermittlungen gegen Christina Block wegen der mutmaßlichen Entführung ihrer jüngsten Kinder hat Otmar Kury sie verteidigt. Der Prozess dürfte ohne den prominenten Anwalt weitergehen.

Der Prozess soll am 15. August fortgesetzt werden. (Archivbild)
von dpa

Die in Hamburg wegen mutmaßlicher Entführung ihrer beiden Kinder vor Gericht stehende Unternehmerin Christina Block (52) hat sich von ihrem Verteidiger Otmar Kury getrennt. «Ich danke Herrn Rechtsanwalt Kury für seinen großen Einsatz», erklärte Block nach Angaben ihres zweiten Verteidigers, Ingo Bott. 

In der Erklärung von Block hieß es weiter: «Seit einiger Zeit habe ich allerdings festgestellt, dass unsere beiden Welten sehr unterschiedlich sind. Mir ist daran gelegen, als der Mensch gesehen und gehört zu werden, der ich tatsächlich bin. Die fachkundige und hochprofessionelle Kompetenz von Herrn Kury stelle ich dabei nicht infrage.»

Ingo Bott übernimmt Rolle als Pflichtverteidiger

Bott erklärte, die Vorsitzende Richterin der Strafkammer habe ihn am Mittwoch gefragt, ob er bereit sei, von seiner Stellung als Wahlverteidiger in die Position des Pflichtverteidigers zu wechseln. «Ich habe der Anfrage des Gerichts zugestimmt. Damit kann das Strafverfahren gegen Frau Block regulär fortgesetzt werden», erklärte Bott in der Mitteilung. 

Er fügte hinzu, dass er das Ende der Zusammenarbeit mit Kury bedaure. Er schätze ihn als Kollegen. Bott hatte das Mandat als zweiter Verteidiger kurz vor Beginn der Hauptverhandlung am 11. Juli übernommen. Zunächst hatte der NDR über den Wechsel bei der Verteidigung von Block berichtet. 

Kury sagte der Deutschen Presse-Agentur nach der Trennung, er habe bei Gericht angeregt, ihn von seinen Aufgaben als Pflichtverteidiger zu entbinden. Für ihn sei es aber eine Selbstverständlichkeit, seine Aufgaben vorerst weiter wahrzunehmen. Das Gericht bestellt einen Pflichtverteidiger, um über die gesamte Dauer des Verfahrens sicherzustellen, dass ein Angeklagter anwaltlich vertreten wird. 

Bislang drei Prozesstage

Laut Anklage soll Block zusammen mit einem 63-jährigen Deutschen den Auftrag erteilt haben, ihre beiden Kinder der Obhut des ebenfalls sorgeberechtigten Vaters zu entziehen. Den Angaben zufolge waren die damals 10 und 13 Jahre alten Kinder in der Silvesternacht 2023/24 von mehreren Männern gewaltsam ihrem in Dänemark lebenden Vater entrissen und nach Deutschland gebracht worden. 

In Deutschland blieben der Junge und das Mädchen wenige Tage bei der Mutter. Das Hanseatische Oberlandesgericht entschied aufgrund eines Eilantrags des Vaters, dass ihm die Kinder zurückgegeben werden müssen. Es gibt fünf weitere Angeklagte in dem Verfahren um die Entführungsaktion.

Am 15. August geht es laut Plan weiter

Am dritten Verhandlungstag am 25. Juli hatte Block in einer mehrstündigen Aussage die Vorwürfe zurückgewiesen: «Ich habe die Entführung an Silvester nicht in Auftrag gegeben.» Sie habe davon auch nichts gewusst, sagte sie vor Gericht. Der Prozess soll am 15. August fortgesetzt werden. Dann will Block Fragen des Gerichts beantworten.

Unterdessen erklärte die familienrechtliche Anwältin, Elisabeth Unger, sie habe ihr Mandat für Christina Block bereits niedergelegt, nachdem die familiengerichtlichen Verfahren in Deutschland abgeschlossen gewesen seien. Im vergangenen Mai hatte das Bundesverfassungsgericht eine Beschwerde im Sorgerechtsstreit um die beiden Kinder abgewiesen.


Bildnachweis: © Christian Charisius/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App? 

Meistgelesene Artikel

L757: Ausfall der Ampelanlage an der Kreuzung Verler Straße/Stadtring Sundern
Stadt Gütersloh

Pressemitteilung vom Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen.

weiterlesen...
Sieben Kinder, viele Talente und bald noch mehr Trubel
Stadt Gütersloh

Familie Baturin aus Friedrichsdorf ist im Rathaus empfangen worden – Anlass war die Ehrenpatenschaft des...

weiterlesen...
Studie: Leben und Arbeiten im Kreis Gütersloh
Stadt Gütersloh

Migration und Integration von Menschen aus Mittel- und Südosteuropa.

weiterlesen...

Neueste Artikel

US-Serienmörder zu lebenslanger Haft verurteilt
Allgemeines

Nahe New York fanden Ermittler immer wieder Überreste von Leichen, der Fall gab jahrelang Rätsel auf. Jetzt ist ein 62-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden - auch dank einer Pizza.

weiterlesen...
Kleinkind wird von Mutter in Auto vergessen und stirbt
Allgemeines

Unfassbare Tragödie in Schorndorf bei Stuttgart: Eine Mutter verlässt ihr Auto und vergisst dabei ihr etwa 20 Monate altes Kind. Als es entdeckt wird, kommt jede Hilfe zu spät.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

US-Serienmörder zu lebenslanger Haft verurteilt
Allgemeines

Nahe New York fanden Ermittler immer wieder Überreste von Leichen, der Fall gab jahrelang Rätsel auf. Jetzt ist ein 62-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden - auch dank einer Pizza.

weiterlesen...
Kleinkind wird von Mutter in Auto vergessen und stirbt
Allgemeines

Unfassbare Tragödie in Schorndorf bei Stuttgart: Eine Mutter verlässt ihr Auto und vergisst dabei ihr etwa 20 Monate altes Kind. Als es entdeckt wird, kommt jede Hilfe zu spät.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner