Die Opferzahlen im Weltluftverkehr sind in der Corona-Pandemie Unfallforschern zufolge wie die Passagierzahlen stark gesunken. «Nach aktuellem Stand sind wir bei 168 Todesopfern für das Jahr 2021, was gegenüber 2020 fast eine Halbierung der Zahlen bedeutet und sogar um 505 unterhalb des Durchschnittswertes der letzten 25 Jahre liegt», sagte Jan-Arwed Richter vom Hamburger Flugunfallbüro Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre (JACDEC) der Deutschen Presse-Agentur. Bei Airline-Unfällen wurden nach einer für das Luftfahrtmagazin «Aero International» (Februar-Ausgabe) erstellten JACDEC-Analyse weltweit 30 Verkehrsmaschinen zerstört oder irreparabel beschädigt. Insgesamt zählten die Unfallforscher global 671 Unfälle und Zwischenfälle, von denen sich viele mit kleineren Propellermaschinen oder auf Fracht-, Test-, Überführungs- oder Spezialflügen ereigneten. Allein in den USA gab es vier spektakuläre Unglücke, bei denen aber keine Menschenleben zu beklagen waren. Als schlimmsten Unfall führt JACDEC den Absturz einer Boeing 737-500 vor Indonesien an, bei dem am 9. Januar 62 Menschen ums Leben kamen. Die Unfallursache wird noch untersucht. Weltweit wurden 2021 laut des internationalen Branchenverbands IATA 2,3 Milliarden Fluggäste befördert. IATA schätzt die Verluste der Branche durch den coronabedingten Einbruch der Flugaktivität übers gesamte Jahr auf bis zu 51,8 Milliarden Dollar. Für 2022 erwartet der Verband ein Anziehen auf 3,4 Milliarden Passagiere - was etwa dem Stand von 2014 entsprechen würde. Zum Vergleich: Vor dem Einbruch durch die Corona-Restriktionen lag die Zahl der beförderten Fluggäste noch bei 4,5 Milliarden. Das Flugunfallbüro JACDEC registriert und analysiert seit rund drei Jahrzehnten die Unglücke und schweren Zwischenfälle der Zivilluftfahrt. Erfasst werden dabei alle Flugzeuge mit mehr als 5,7 Tonnen Gewicht oder mehr als 19 Sitzen.
Bildnachweis: © Dita Alangkara/AP/dpa
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Corona bremst Weltluftverkehr aus - Weniger tödliche Unfälle
Durch die corona-bedingten Einschränkungen im Luftverkehr sinken nicht nur die Passagierzahlen, sondern auch die Opferzahlen. Über die konkreten Auswirkungen berichten nun Unfallforscher.
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