15. Juli 2021 / Allgemeines

Sprunghafter Anstieg der Corona-Inzidenz

Wieder verbreitet sich Corona in Deutschland scheinbar unaufhaltsam - in seiner Delta-Variante. Noch deutlich unter 50 Prozent der Menschen haben den vollen Impfschutz.

Die Gesundheitsämter in Deutschland melden dem RKI binnen eines Tages 1642 Corona-Neuinfektionen.
Veröffentlicht am 15. Juli 2021 um 16:06 Uhr von dpa

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut sprunghaft gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagmorgen lag sie bei 8,0 - am Vortag betrug der Wert 7,1 und davor 6,5.

Dabei macht die ansteckendere Delta-Variante bereits einen Anteil von 74 Prozent an den untersuchten Proben aus, heißt es in einem RKI-Bericht mit Blick auf die Woche bis zum 4. Juli. Auch Delta-Ansteckungen im Zusammenhang mit Reisen in beliebte Urlaubsziele wie Spanien werden demnach gemeldet.

Beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli waren es noch 4,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Binnen eines Tages gab es 1642 Neuinfektionen - vor einer Woche waren es erst 970. Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 32 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 31 Tote gewesen.

Die für die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus entscheidende Reproduktionszahl lag nach RKI-Daten vom Mittwoch bei 1,18. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 118 weitere Menschen anstecken. Seit mehr als einer Woche liegt der Wert über 1 - was steigende Fallzahlen bedeutet.

In seinem Bericht zu den Virusvarianten schätzt das RKI für Delta eine wesentlich höhere Reproduktionszahl: Seit der Woche vom 7. bis 13. Juni liege dieser R-Wert für Delta 20 bis 100 Prozent höher als für die Vorgängervariante.

Delta-Anteil von 60 Prozent

Der Delta-Anteil hatte sich in den Wochen zuvor erst von 18 auf 39 und dann auf 60 Prozent erhöht. Dieser bisherige Trend lässt vermuten, dass in dieser Woche bereits ein noch größerer Teil der Fälle durch Delta verursacht wird. Wegen der relativ aufwendigen Analysen können darüber aber erst künftige Berichte Aufschluss geben.

Bei jedem zehnten aus den Bundesländern gemeldeten Delta-Fall lagen Angaben über einen möglichen Zusammenhang mit Auslandsreisen vor, ein im Vergleich zur Vorwoche konstanter Anteil, wie das RKI berichtet. Unter den drei meistgenannten Ländern nennt es auch die beliebten Reiseziele Spanien (157 Fälle) und Portugal (32).

Die in Indien entdeckte Delta-Variante gilt als deutlich ansteckender als bisherige Formen des Virus. In mehreren anderen Ländern hat sie die Infektionszahlen massiv steigen lassen. Laborexperimente deuten laut RKI darauf hin, dass vollständig Geimpfte auch bei Delta einen hohen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen haben. Für vollständig Geimpfte stuft das RKI die Gefährdung für die Gesundheit als moderat ein - für nicht oder unvollständig Geimpfte sei sie hoch.

Weniger Impfungen pro Woche

Die Zahl der Corona-Impfungen pro Woche ist in Deutschland derweil weiter gesunken. Die Gesamtzahl der wöchentlichen verabreichten Impfdosen sei seit der dritten Juniwoche zurückgegangen, schreibt das RKI, ohne eine konkrete Zahl für die vergangene Woche zu nennen. In der Vorwoche (28. Juni bis 4. Juli) gab es in Deutschland nach zuvor veröffentlichten Zahlen 5,0 Millionen Corona-Impfungen, eine Woche davor 5,6 Millionen.

Insgesamt sind mittlerweile 44,6 Prozent der Menschen in Deutschland vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Mehr als 59 Prozent haben mindestens eine Impfung. Krankenhauspersonal hat sich laut einer RKI-Befragung dabei mehrheitlich bereits im Frühjahr gegen das Coronavirus impfen lassen.


Bildnachweis: © Fabian Sommer/dpa
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