28. März 2022 / Allgemeines

Corona-Lockdown in Shanghai tritt in Kraft

Mit Omikron erlebt China die schlimmste Infektionswelle seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren. In zwei Schritten wird Shanghai dichtgemacht und durchgetestet. Lässt sich das Virus in den Griff kriegen?

Komplett in Schutzanzügen: Mitarbeiter in einer ausgewiesenen Quarantäneeinrichtung in Shanghai.
Veröffentlicht am 28. März 2022 um 12:51 Uhr von dpa

Der bisher größte Lockdown in China seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren ist in Shanghai stufenweise in Kraft getreten. Im Osten und Süden der 26 Millionen Einwohner zählenden Hafenmetropole galten seit Montagfrüh weiträumige Ausgangssperren.

Die Menschen sollen zweimal getestet werden. Die unerwartete Ankündigung der Stadtregierung hatte am Sonntagabend noch zu Hamsterkäufen und langen Schlangen vor Supermärkten geführt.

Mit der radikalen Maßnahme soll die Ausbreitung des Coronavirus gestoppt werden. «Der Ausbruch in Shanghai ist dadurch gekennzeichnet, dass es regionale Anhäufungen gibt und Infektionen über die Stadt verteilt sind», sagte Wu Fan, Mitglied des städtischen Covid-19-Teams. Es seien «energische Maßnahmen» nötig, um die Mobilität der Menschen zu reduzieren, infizierte Personen schnell zu finden und versteckte Übertragungen zu beseitigen.

Trotz der Ausgangssperren sollen der größte Hafen der Welt in Shanghai sowie die Flughäfen und der Bahn- und Frachtverkehr nach amtlichen Angaben «normal» weiterlaufen. Der Lockdown erfolgt in zwei Stufen: Bis Freitag müssen Bewohner in Pudong und angrenzenden Stadtteilen wie Fengxian, Jinshan, Chongming und Teilen von Minhang zuhause bleiben. Danach treten die gleichen Maßnahmen im älteren Teil der Metropole westlich des Huangpu-Flusses in Kraft, wo bis Montag getestet wird.

Infizierte werden in Einrichtungen isoliert. Dafür wurden nach städtischen Angaben sechs Hospitäler, zwei Turnhallen und zwei große Ausstellungshallen mit Betten eingerichtet. Am Sonntag wurden in Shanghai 50 lokale Ansteckungen und 3450 asymptomatische Infektionen entdeckt, wie die Behörden berichteten. Landesweit wurden 1219 lokale Infektionen und 5134 asymptomatische Fälle gemeldet. Außer Shanghai ist auch die nordostchinesische Provinz Jilin schwer betroffen.

Der Lockdown in Shanghai war eine Überraschung, da am Vortag entsprechende Gerüchte noch dementiert worden waren. Wohngebiete wurden abgeriegelt, doch sollen Nahrungsmittel und andere Waren durch Kurierdienste weiter geliefert werden können, wenn sie kontaktlos übergeben werden können. Allerdings gab es Klagen, dass Lieferdienste überfordert seien. Öffentliche Verkehrsmittel, Fähren und Taxis haben den Verkehr eingestellt.


Bildnachweis: © Ye Jiaqi/XinHua/dpa
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