Europas einzige wilde Nandu-Population an der Landesgrenze von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ist nach der Jagdfreigabe vor zwei Jahren zwar dezimiert worden - die Zahl der Tiere erweist sich aber als stabil. Bei der Frühjahrszählung der ursprünglich in Südamerika heimischen Exoten konnten die Helfer 131 Tiere ausfindig machen, wie das Umweltministerium in Schwerin am Freitag mitteilte. Die Nandus werden zweimal jährlich gezählt - vor einem Jahr wurden 157 entdeckt, im vergangenen Herbst dann 121. Die Nandus stammen alle von einer Handvoll Tiere ab, die um die Jahrtausendwende aus einer Privathaltung bei Lübeck entlaufen war. Die Population von Rhea americana gedieh prächtig - Nordwestmecklenburg ist mit seinen weitläufigen Ackerflächen der baumfreien südamerikanischen Pampa nicht unähnlich. Die Tiere seien aber inzwischen deutlich scheuer als vor der Freigabe zur Jagd im April 2020, erklärte ein Sprecher. Sie ließen Menschen längst nicht mehr so nahe heran wie noch vor einigen Jahren, was die Zählung schwieriger mache. Die Landwirte im Nandu-Verbreitungsgebiet am Ratzeburger See hatten durchgesetzt, den bis dahin stark gewachsenen Bestand begrenzen zu dürfen. Die flugunfähigen Großvögel fressen mit Vorliebe junge Rapspflanzen, sie haben in unseren Breiten keine natürlichen Feinde. 2019 waren bei einer Zählung 362 Nandus gesichtet worden - noch im selben Jahr wurden erstmals 20 ausgewachsene Hähne zum Abschuss freigegeben.
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Deutsche Nandu-Population stabil - Vögel scheuer geworden
Nandus fühlen sich in der norddeutschen Tiefebene wohl. Die einzige wilde Population der Tiere in Europa wird seit zwei Jahren jedoch von Jägern begrenzt. Den Exoten schmeckt der Raps auf den Feldern zu gut...
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