Mit gesenktem Kopf und in tiefer Trauer schritten William und Harry hinter dem Sarg ihrer Mutter her. Die Aufnahmen von den jugendlichen Prinzen bei der Beerdigung der 1997 gestorbenen Prinzessin Diana bewegen auch heute die Menschen im Vereinigten Königreich - und sie sind jetzt Teil eines öffentlichen Konflikts über die Deutungshoheit der damaligen Vorgänge. Hat der heutige König Charles III. wirklich gesagt, Diana werde «schon früh genug» vergessen werden? Das behauptet zumindest der Bruder der als «Königin der Herzen» verehrten Diana, Charles Spencer, in seinem Buch «Swan Song. Diana, meine Schwester», aus dem die Boulevardzeitung «Daily Mail» vorab Auszüge veröffentlichte. Er schreibt von einem angeblichen Telefonat anlässlich der Beerdigung seiner Schwester mit dem damaligen Thronfolger, in dem dieser eine «angestaute Verachtung» für Diana entfesselt habe. Der Palast reagierte außergewöhnlich deutlich auf die Vorwürfe. In einer Mitteilung hieß es: «Während wir zu Büchern aus Prinzip keinen Kommentar abgeben, ist sich Seine Majestät bewusst, dass der Schmerz geschwisterlicher Trauer den Verstand vernebeln, das Urteilsvermögen beeinträchtigen und die Erinnerung auf Weisen färben kann, die andere selbst viele Jahre nach einem solchen Verlust nicht wiedererkennen.» Etliche Medien zitierten zudem frühere Vertraute des Königs, denen zufolge sich Charles III. nie so äußern würde. Und dennoch - die Aufregung im Vereinigten Königreich ist enorm. Der Palast liefere sich einen «war of words», ein Wortgefecht, mit Dianas Bruder, titelte die BBC auf ihrer Internetseite. Die Saga von Charles und Diana teilt die Briten, aber auch die Royal-Fans in Deutschland, seit jeher in unterschiedliche Lager. Aus der anfänglich öffentlich so dargestellten Traumehe wurde nach der Hochzeit 1981 ein Desaster für die Königsfamilie. Im August 1996 folgte auf gegenseitige Vorwürfe und etliche Enthüllungen die Scheidung. Auf der Diana-Seite ist der heutige König, der am Ende der Geschichte seine langjährige Affäre, die heutige Königin Camilla, vorzog, für viele Menschen der Bösewicht. Sie dürften sich durch das Spencer-Buch bestätigt fühlen. «Swan Song. Diana, meine Schwester» erscheint am kommenden Dienstag im Penguin-Verlag. Dianas Tod bei einem Autounfall in Paris jährte sich am 31. August zum 29. Mal. In der Buchpassage geht es konkret darum, dass die beiden Söhne des Paares, der heutige Thronfolger William und Prinz Harry, beim Trauerzug der Beerdigung mitlaufen sollten, was letztendlich auch so kam. Charles Spencer behauptet, als er darauf bestanden habe, dass Diana das nicht gewollt habe, sei er der Wut des heutigen Königs ausgesetzt worden. William war damals 15 Jahre alt, Harry 12 Jahre alt. In einem Telefonat mit Prinz Charles sei dieser außer sich gewesen, wird in der Buchpassage behauptet. Charles Spencer schreibt: «Dann hielt er inne. Ich nahm an, die Pause signalisierte eine Anstrengung, sich unter Kontrolle zu bringen, aber dann entfesselte er am Telefon das, was ich immer für seine angestaute Verachtung für Diana gehalten habe, und sein Entsetzen darüber, dass die Welt von ihrem Tod so überwältigt war.» Prinz Charles habe gesagt, Dianas Bruder solle beruhigt sein - und: «Wir werden sie früh genug vergessen!» Ein früherer Kommunikationssekretär des Königs sagte der BBC, die in dem Buch wiedergegebenen Äußerungen seien «einfach nicht die Sprache, die ich kenne». Die scharfe Reaktion des Palastes verdeutliche, wie stark die Gefühle in dieser Sache seien, sagte er. Andernfalls hätten sich die Verantwortlichen wohl nicht dazu veranlasst gesehen, an die Öffentlichkeit zu gehen und die Darstellung richtigzustellen. Die Veröffentlichung trifft die Königsfamilie zudem in einer ohnehin angespannten Lage. Durch die Rückkehr von Harry und seiner Frau, Herzogin Meghan, nach England im vergangenen Monat wird immer wieder über die Stimmung im Palast spekuliert. Die beiden hatten das Königshaus vor Jahren im Streit Richtung USA verlassen. Die Beerdigung seiner Mutter hatte Harry bereits in seinen eigenen Memoiren, «Spare» («Reserve»), zum Thema gemacht. Schon 2023 war berichtet worden, dass Dianas Bruder dagegen gewesen sei, die beiden Prinzen hinter dem Sarg hergehen zu lassen. Einen alternativen Plan, demnach William den schweren Gang allein antreten sollte, hatte Harry seinem Buch zufolge aber abgelehnt. «Es hat sich nicht richtig angefühlt, dass Willy es so schwer haben sollte ohne mich», schrieb der Prinz in seinen Memoiren. Er äußert aber auch: «Es schien viel verlangt von zwei Kindern.» Mehrere Erwachsene seien «entsetzt» gewesen.Die Geschichte von Charles und Diana
Streit um William und Harry beim Trauerzug?
Beerdigung war schon einmal Streitthema
Bildnachweis: © --/epa/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Buch von Dianas Bruder: Schwere Vorwürfe gegen König Charles
Charles Spencer will mit seiner Biografie eigene Erinnerungen an Prinzessin Diana teilen. Die ersten Passagen sorgen für große Aufregung - und klagen das Königshaus an.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App?
Meistgelesene Artikel
- 14. September 2026
Michaeliswoche 2026: Das erwartet euch in Gütersloh
Vom 25. September bis 4. Oktober bietet die Michaeliswoche in Gütersloh Kirmes, Straßenkunst und ein Familienprogramm.
- 21. September 2026
Publikumspreis für „changes“ am Theater Gütersloh
Das Stück „changes“ von Maja Zade erhielt den Publikumspreis in Gütersloh.
- 24. September 2026
Straßenfiffi und verkaufsoffener Sonntag am 27. September in Gütersloh
Am 27. September 2026 bietet Gütersloh von 13 bis 18 Uhr Straßenkunst auf Berliner Platz und Kolbeplatz sowie einen verkaufsoffenen Sonntag.
Neueste Artikel
- 13. Oktober 2026
Eurojackpot: 120 Millionen Euro gehen nach NRW
Um 120 Millionen Euro ging es bei der Lotterie Eurojackpot - die größtmögliche Gewinnsumme für Lotteriespieler in Deutschland. Tatsächlich wurde der richtige Tipp in Deutschland abgegeben.
- 13. Oktober 2026
Alarm zu Flugzeug-Entführung lässt Kampfjets aufsteigen
Ein Linienflug von Korfu nach Nürnberg sendet den Notfallcode «7500», Kampfjets steigen auf, der Flughafen wird gesperrt. Ermittler vermuten ein defektes Funkgerät. Wie konnte es so weit kommen?
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 13. Oktober 2026
Eurojackpot: 120 Millionen Euro gehen nach NRW
Um 120 Millionen Euro ging es bei der Lotterie Eurojackpot - die größtmögliche Gewinnsumme für Lotteriespieler in Deutschland. Tatsächlich wurde der richtige Tipp in Deutschland abgegeben.
- 13. Oktober 2026
Alarm zu Flugzeug-Entführung lässt Kampfjets aufsteigen
Ein Linienflug von Korfu nach Nürnberg sendet den Notfallcode «7500», Kampfjets steigen auf, der Flughafen wird gesperrt. Ermittler vermuten ein defektes Funkgerät. Wie konnte es so weit kommen?






