Viele Frauen halten sich im Internet einer aktuellen Befragung zufolge aus Angst vor digitaler Gewalt zurück. Zwei Drittel von ihnen (67 Prozent) schränkten deshalb online ihr Verhalten ein, teilten weniger Bilder, verzichteten auf Online-Aktivitäten und zögen sich aus digitalen Räumen zurück, teilte der Deutsche Frauenrat mit. Unter den Frauen zwischen 18 und 39 Jahren seien es sogar 76 Prozent. Das Bilendi Institut befragte im April und Mai 1.380 Frauen von 18 bis 74 Jahren in Deutschland. Der Frauenrat hatte die nach eigenen Angaben repräsentative Online-Befragung in Auftrag gegeben. Drei von zehn Frauen kennen der Befragung zufolge persönlich Fälle, in denen echtes oder künstlich erzeugtes intimes Bildmaterial ohne Einwilligung verbreitet wurde. Knapp zwei Drittel sagen, Frauen müssten sich im Internet vorsichtiger verhalten als Männer. 56 Prozent der Befragten sehen sich den Angaben nach als Teil einer Gruppe, die im Netz besonders gefährdet ist. 80 Prozent der befragten Frauen sehen die Erstellung und Verbreitung intimer Darstellungen ohne Zustimmung als Gewalt. Besonders stark zögen sich Frauen online zurück, die bereits digitale oder digital-sexualisierte Gewalt erlebt hätten. Wie die Befragung zeigt, berichten 73 Prozent von ihnen von Verhaltensänderungen, im Vergleich zu 57 Prozent der Befragten ohne eine solche Erfahrung. Jede fünfte Frau zwischen 18 und 39 Jahren war der Befragung zufolge schon mit sexualisierten Deepfake-Darstellungen von sich konfrontiert. Eine Schlussfolgerung des Frauenrats: Digitale Gewalt wirke nicht erst durch den konkreten Übergriff, sondern bereits durch Angst davor. «Sie zwingt Frauen zu präventiver Selbstbeschränkung: weniger Sichtbarkeit, weniger Austausch, weniger Teilhabe.» Digitale sexualisierte Gewalt habe sehr unterschiedliche Formen: Sie reiche von unerwünschten sexualisierten Nachrichten über Erpressung und bildbasierter Gewalt bis hin zu Vergewaltigungsdrohungen. 86 Prozent der Befragten stimmen den Angaben nach der Aussage zu, dass Plattformen Frauen besser vor Belästigung und digitaler Gewalt schützen sollten. Auch die rechtlichen Möglichkeiten für Betroffene sollten nach Ansicht der meisten Befragten gestärkt werden, wie der Frauenrat schreibt. Dazu gehöre etwa der gesetzliche Anspruch auf schnelle Löschung (91 Prozent) sowie Schadenersatz (85 Prozent).«Weniger Sichtbarkeit, weniger Austausch, weniger Teilhabe»
Besserer Schutz vor digitaler Gewalt
Bildnachweis: © Elisa Schu/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Digitale Gewalt: Frauen ziehen sich im Internet zurück
Sexualisierte Deepfakes, Drohungen, unerwünschte Nachrichten: Einer Umfrage zufolge bleibt das nicht folgenlos, selbst wenn Frauen die Fälle nur von anderen hören. Viele werden im Netz stiller.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App?
Meistgelesene Artikel
- 14. Oktober 2026
L757: Verler Straße in Gütersloh kurzzeitig voll gesperrt
Pressemitteilung von Straßen.NRW.
- 21. September 2026
Publikumspreis für „changes“ am Theater Gütersloh
Das Stück „changes“ von Maja Zade erhielt den Publikumspreis in Gütersloh.
- 24. September 2026
Straßenfiffi und verkaufsoffener Sonntag am 27. September in Gütersloh
Am 27. September 2026 bietet Gütersloh von 13 bis 18 Uhr Straßenkunst auf Berliner Platz und Kolbeplatz sowie einen verkaufsoffenen Sonntag.
Neueste Artikel
- 16. Oktober 2026
München darf Vergabepraxis für Wiesn-Zelte beibehalten
Über Monate wurde erbittert gestritten, wie die lukrativen Wiesn-Festzelte vergeben werden - und ob dabei nicht europäisches Recht angewendet werden müsste. Nun gab es die finale Entscheidung.
- 16. Oktober 2026
Nach milden Tagen bringt Tief «Irima» Regen
Das Wochenende wird nass und kühler. In der neuen Woche steigen die Temperaturen wieder, doch schon zur Wochenmitte kündigen sich neue Tiefausläufer an.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 16. Oktober 2026
München darf Vergabepraxis für Wiesn-Zelte beibehalten
Über Monate wurde erbittert gestritten, wie die lukrativen Wiesn-Festzelte vergeben werden - und ob dabei nicht europäisches Recht angewendet werden müsste. Nun gab es die finale Entscheidung.
- 16. Oktober 2026
Nach milden Tagen bringt Tief «Irima» Regen
Das Wochenende wird nass und kühler. In der neuen Woche steigen die Temperaturen wieder, doch schon zur Wochenmitte kündigen sich neue Tiefausläufer an.






