25. September 2024 / Allgemeines

Experten: Klimawandel ist große Gesundheitsgefahr

Der Klimawandel beschleunigt sich, die Folgen sind dramatisch - beim Extremwetterkongress haben Experten ein düsteres Zukunftsbild gezeichnet. Noch sei es aber nicht zu spät für Gegenmaßnahmen.

Der Mediziner Eckart von Hirschhausen (l.) warnte vor den Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit.
von dpa

Ungebremste Erderwärmung, steigender Meeresspiegel: Experten haben beim 14. Extremwetterkongress in Hamburg vor den Folgen des Klimawandels gewarnt und zum Handeln aufgerufen. «Niemals zuvor haben wir in Deutschland und weltweit ein so warmes Jahr registriert wie 2023. 2024 nimmt einen ähnlichen Verlauf», sagte Tobias Fuchs, Vorstandsmitglied beim Deutschen Wetterdienst (DWD) zum Auftakt der dreitägigen Tagung in Hamburg mit rund 700 Teilnehmern.

Die Zahl der durch den Klimawandel bedingten Wetterrekorde erhöhte sich auch in diesem Jahr, wie die Experten mitteilten. «Der neue Rekord aufeinanderfolgender frostfreier Tage auf der Zugspitze hat sich 2024 auf 66 Tage erhöht und damit den alten Rekord um gleich 25 Tage förmlich pulverisiert.» Massive Waldbrände in den USA oder katastrophale Regenfälle im Mittelmeerraum seien konkrete Auswirkungen der Überhitzung des Planeten.

Die Erwärmung sei unmittelbare Folge der weiter steigenden Treibhausgas-Konzentration. «Ich kann nicht mehr ausschließen, dass wir schon 2050 die 3-Grad-Grenze erreichen», sagte Frank Böttcher, Vorsitzender der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft und Veranstalter des Kongresses.

Meeresspiegel steigt

Wenn sich die Erwärmung fortsetzt, sind nach Einschätzung von Experten ab 2080 Anstiegsraten beim Meeresspiegel von fünf bis sechs Zentimetern pro Jahr möglich. «Da könnte ein Meeresspiegelanstieg auf uns zukommen, der schneller ist, als alle aktuellen Planungs- und Genehmigungsverfahren für Bauprojekte», berichtete Böttcher weiter.

Der Arzt und Wissenschaftsjournalist Eckart von Hirschhausen betonte, es sei eine gefährliche Illusion zu glauben, dass die Menschen sich an alles anpassen könnten. «Die Klimakrise ist mit Abstand die größte Gesundheitsgefahr im 21. Jahrhundert.»

Trotz der starken Klimaveränderung sollten die Menschen nicht resignieren, appellierte Fuchs vom DWD. «Wir können gegen den Klimawandel ansteuern und uns erfolgreich anpassen. Deshalb lohnt es sich, um jedes Zehntelgrad zu kämpfen.» Jeder Beitrag zähle.

Investitionen in Klimaschutz

Die Experten riefen dazu auf, entschlossen in Klimaschutz zu investieren. «Es ist jetzt hilfreich, wenn wir die gesicherten Fakten akzeptieren und mit diesen Erkenntnissen endlich ins Handeln kommen», forderte Meteorologe Sven Plöger. «Schließlich wollen wir doch menschliches Leid und rapide steigende Kosten durch Unwetterschäden vermeiden.»

Der Öffentlichkeit soll bis Freitag bei zahlreichen Veranstaltungen der aktuelle Stand der Wissenschaft vorgestellt werden. Am Donnerstag startet parallel die 1. Deutsche Klima-Management-Tagung.


Bildnachweis: © Marcus Brandt/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App? 

Meistgelesene Artikel

Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Allgemeines

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Jetzt noch eine Ausbildung im Handwerk beginnen? Es ist nicht zu spät!
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Nach schwerem Beben in Indonesien laufen Hilfslieferungen an
Allgemeines

Ein gewaltiges Beben erschüttert den Osten Indonesiens. Am Tag danach werden die Auswirkungen deutlicher, mehr Tote sind zu beklagen. Auch Nachbeben und Erdrutsche erschweren den Hilfseinsatz.

weiterlesen...
Stadt Monschau: aktuell keine Evakuierung geplant
Allgemeines

Das Brandareal im belgischen Hohen Venn reicht nahe an Monschau auf deutscher Seite heran. Momentan sei keine Evakuierung geplant, sagt die Stadt, warnt aber trotzdem weiterhin.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Nach schwerem Beben in Indonesien laufen Hilfslieferungen an
Allgemeines

Ein gewaltiges Beben erschüttert den Osten Indonesiens. Am Tag danach werden die Auswirkungen deutlicher, mehr Tote sind zu beklagen. Auch Nachbeben und Erdrutsche erschweren den Hilfseinsatz.

weiterlesen...
Stadt Monschau: aktuell keine Evakuierung geplant
Allgemeines

Das Brandareal im belgischen Hohen Venn reicht nahe an Monschau auf deutscher Seite heran. Momentan sei keine Evakuierung geplant, sagt die Stadt, warnt aber trotzdem weiterhin.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner