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Förderprogramme ‚Gute Schule‘ und Digitalpaket

 

Gütersloh. Der Digitalpakt von Bund und Ländern steht im Kreis Gütersloh in den Startlöchern. Rund 3,6 Millionen Euro erhält der Kreis Gütersloh in diesem und im nächsten Jahr aus dem Digitalpakt, um die 18 Schulen an 20 Standorten in seiner Trägerschaft fit für die Zukunft zu machen.
Zehn Prozent Eigenanteil muss der Kreis oben drauf legen, so dass zirka vier Millionen Euro zur Verfügung stehen. Das Geld wird unter anderem in die IT-Infrastruktur, etwa WLAN-Netze, fließen. Parallel arbeitet die Gebäudewirtschaft an der weiteren Umsetzung des Programms ‚Gute Schule‘, mit dem das Land die Investitionen in die Schulen unterstützt. Dieses Programm läuft bereits seit 2017 und ermöglicht es dem Kreis bis 2020 jedes Jahr 1,5 Millionen Euro – ohne Eigenanteil – zu investieren. Die Verwaltung stellte im Schul-, Kultur und Sportausschuss die Verwendung der Mittel vor.

„Wir haben mit Geldern aus dem Paket ‚Gute Schule‘ schon in die Digitalisierung investiert“, so Abteilungsleiterin Sandra Jürgenhake. Gefühlt sei ‚Gute Schule‘ der Vorgänger des Digitalpakts, mit dem Unterschied, dass mit dem ersten Förderpaket auch Fußböden von Sporthallen oder Fenster erneuert werden konnten. Der Digitalpakt hingegen zielt ausschließlich auf die digitale Infrastruktur der Schulen. Und so wird er auch verwendet. „Wir investieren in die digitale Vernetzung und in die schulischen WLANs der Schulen, die aus dem Programm ’Gute Schule‘ noch nicht bedient werden konnten.“ In dieser so genannten ersten Antragswelle sind dies das Berufskolleg Halle, die Peter-August-Böckstiegel Gesamtschule in Borgholzhausen, das Kreisgymnasium Halle, die Schule im FiLB (Gütersloh), die Erich Kästner-Schule (Harsewinkel), Paul-Maar-Schule (Rietberg) und Wiesenschule (Rietberg). Es wird mit Kosten zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro gerechnet. Als der Digitalpakt sich abzeichnete, habe man diese Schulen aus dem Programm ‚Gute Schule‘ herausgenommen.

Derzeit ist die Verwaltung dabei, die Anträge für die erste Welle zu stellen. Auch wenn alle sich über die Millionen freuen, der Aufwand dahinter ist hoch. Für jeden einzelnen Raum in den Schulen muss ein Raumkataster erstellt werden, in dem festgelegt wird, welche Kabel wohin sollen.

 

Für die zweite und dritte Antragswelle des Digitalpakts schlägt die Verwaltung folgende Verwendung vor: In der zweiten Welle wird in den Schulen in zusätzliche  beziehungsweise erweiterte IT-Infrastruktur investiert, die noch Bedarf haben. Das sind solche Schulen, die mit dem Paket ‚Gute Schule‘ eine Grundausstattung erhalten haben, deren Wünsche aber noch längst nicht vollständig erfüllt sind. „Aus Kostengründen konnte die Infrastruktur nicht überall ausreichend eingerichtet werden“, so Jürgenhake. Hier gelte es jetzt mit den zusätzlichen Millionen nachzubessern. Davon profitieren das Ems-Berufskolleg und das Reckenberg-Berufskolleg (beide Rheda-Wiedenbrück), das Carl-Miele-Berufskolleg und das Reinhard-Mohn-Berufskolleg (beide Gütersloh), die Regenbogenschule und die Kopernikusschule (beide Rheda-Wiedenbrück), die Mosaikschule (Halle/Westf. und Gütersloh), die Hundertwasser-, die Hermann-Hesse- und die Michaelis-Schule (alle Gütersloh), die Martinschule (Rietberg) und die Peter-August-

Böckstiegel-Gesamtschule in Werther (Westf.). Mit der dritten Antragswelle soll schließlich die Digitalisierung der Ausbildung an den Berufskollegs verbessert werden – etwa durch die Anschaffung moderner Messverfahren, Sensoren, Software, 3D-Drucker und dergleichen mehr.

 

Durch das Digitalpaket hat sich die Verwendung der insgesamt sechs Millionen Euro aus dem Paket ‚Gute Schule‘ etwas verschoben: Es soll zur Hälfte in die IT-Grundstruktur und WLAN-Verkabelung an zwölf Schulen fließen und zur anderen Hälfte in Sanierungsmaßnahmen, etwa Brandschutzmaßnahmen im Berufskollegzentrum in Wiedenbrück, der Erneuerung von Hallenböden in Sporthallen, Dachsanierung an Berufskollegs und in den Austausch von Heizungsanlagen.

 

„Wenn beide Pakete abgearbeitet sind, sollte in allen Schulen ein gutes WLAN-Netz vorhanden sein. Stellt sich nur die Frage, ob es bis dahin auch gelungen ist, die Schulen an das Breitband anzuschließen“, meinte Jürgenhake. Nicht für jeden Standort stehen die Chancen Stand heute gleich gut, etwa weil sich unter den Bewohnern der Sitzkommune nicht genug Interessenten für einen Breitbandanschluss gemeldet haben und daher die Netzbetreiber noch zögern, mit dem Verlegen der Glasfaserkabel zu beginnen. Für den Kreis Gütersloh kümmert sich der Breitbandkoordinator des Kreises darum, zusammen mit den Netzbetreibern ein möglichst flächendeckendes Glasfasernetz zu installieren.

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