23. Juli 2026 / Allgemeines

Tödliche Attacke in Bank - Spezialkräfte fassen Angreifer

In einer Bankfiliale in Regensburg sticht ein junger Angreifer mit einem Messer einen Bankmitarbeiter nieder. Stundenlang herrscht Ausnahmezustand in dem Stadtteil. Was über den Einsatz bekannt ist.

Schwer bewaffnete Polizisten waren rund um die Bankfiliale im Einsatz.
Veröffentlicht am 23. Juli 2026 um 23:04 Uhr von Elke Richter und Frederick Mersi, dpa

Schwer bewaffnet sind die Polizisten im Regensburger Westen unterwegs, zahllose Fahrzeuge mit Blaulicht riegeln das Gelände um einen mehrstöckigen Gebäudekomplex ab. Ein 20-Jähriger hat in einer Bank mit einem Messer auf einen Mitarbeiter eingestochen - und mit ihm sind noch weitere Menschen in dem Gebäude. Zunächst ist unklar, wie viele es sind - und es wird eine Geiselnahme befürchtet. 

«Stunden großer Unsicherheit»

Es beginnt eine Zeit, die der Regensburger Oberbürgermeister Thomas Burger (SPD) später als «Stunden großer Unsicherheit» beschreibt. Erst gut drei Stunden nach der Alarmierung kann die Polizei die Festnahme des mutmaßlichen Angreifers melden: Spezialkräfte haben den Mann mit deutscher Staatsbürgerschaft in dem Gebäude gefasst. 

Er habe sich widerstandslos festnehmen lassen, berichtet die Polizei später. Noch zuvor können Beamte zwei Menschen, die sich noch in dem Gebäude befinden, unverletzt herausbringen. 

Der 20-Jährige bleibt laut Polizei bei der Festnahme unverletzt. Beamte drücken den jungen Mann, in einen weißen Anzug samt Kapuze gehüllt, in ein Auto und transportieren ihn ab. 

Das Opfer der Messerattacke ist da schon im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen. Rathauschef Burger schreibt später auf Facebook von einem Vorfall, der ihn zutiefst erschüttere. «Den Angehörigen und nahestehenden Menschen gilt mein tiefstes Mitgefühl.»

«Wir sind zutiefst bestürzt über den Verlust eines unserer Kollegen infolge dieses tragischen Vorfalls», teilte die Hypovereinsbank (HBV) am Abend mit. «Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden sowie bei den weiteren betroffenen Kolleginnen und Kollegen.» Die Unterstützung der Mitarbeitenden habe nun höchste Priorität. Die Bank arbeite zugleich eng mit den Behörden zusammen.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen den 20-Jährigen wegen eines Tötungsdelikts und eines Raubüberfalls. Am Freitag soll er dem Haftrichter vorgeführt werden. Am Mittag wollen Polizei und Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz über den Fall berichten. 

Polizisten können den Schwerverletzten zunächst nur sehen

Nach dem Notruf am Nachmittag waren zahlreiche Streifen zu der Bankfiliale im historischen Stadtteil Prüfening gefahren. Wo früher die Pferderennbahn war, steht heute ein modernes Viertel mit Wohnhäusern und einem kleinen Einkaufszentrum, in dessen Eckgebäude der Angreifer zusticht. 

Wenig später werden Hubschrauber und Spezialkräfte angefordert. Die Menschen im Stadtteil werden aufgerufen, den Bereich rund um die Bank zu meiden. «Der Schutz der Bevölkerung hat für uns oberste Priorität», betont die Polizeisprecherin.

Nachdem die Einsatzkräfte zunächst nur Blickkontakt zu dem Opfer der Messerattacke haben, können Rettungskräfte den Mann später zumindest erstversorgen. Der Schwerstverletzte wird noch in ein Krankenhaus gebracht. Doch wenig später teilt die Polizei dann mit, dass das Opfer in der Klinik an seinen Verletzungen gestorben ist. Ob es sich um einen Kunden oder einen Mitarbeiter der Bank handelt, bleibt zunächst unklar.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagt später, der Mann sei «das Opfer eines brutalen, unvermittelten Angriffs» geworden und habe «offensichtlich keine Chance» gehabt. Er sei mit seinen Gedanken bei seiner Familie und den Angehörigen. Der Einsatz der Spezialkräfte war Herrmann zufolge «professionell und präzise». 

Polizei geht von Einzeltäter aus

Später können Spezialkräfte der Polizei - die teils wie Ritter zum Schutz vor Messerstichen am ganzen Körper in Kettenhemden gehüllt sind - zwei weitere Menschen aus der Bank holen. Äußerlich scheinen sie unverletzt. Speziell geschulte Kräfte zur Krisenintervention sind vor Ort, um ihnen helfen zu können. 

Der mutmaßliche Täter bleibt weiter in der Bank. Ob weitere Menschen mit ihm im Gebäude sind, kann die Polizei zu diesem Zeitpunkt nicht sicher sagen.

Erst gegen 18.00 Uhr führen Spezialkräfte den Verdächtigen aus dem Gebäude. Polizisten beginnen damit, den Rest des Gebäudes abzusuchen. Am Abend melden sie den Abschluss dieser Suche - und heben die Absperrungen um den Tatort auf. Die Kriminalpolizei Regensburg sei nun noch mit der Spurensicherung beschäftigt, hieß es am Abend. 

«Wir gehen aktuell von einem Einzeltäter aus», sagte eine Polizeisprecherin. Hinweis auf weiteren Beteiligte gebe es jedenfalls nicht. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln jetzt zu den Hintergründen.


Bildnachweis: © -/RGB Medienwerkstatt/dpa
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