Die Gemeinde Sylt hat ein Verbot des Baus neuer Ferienwohnungen beschlossen. Die Gemeindevertretung habe einstimmig für das Beherbergungskonzept gestimmt, hieß es gestern Abend auf der Seite der Gemeinde. Dies sei ein deutliches Signal für ein ausgewogenes Miteinander von Einheimischen und Gästen - und für eine lebens- und liebenswerte Gemeinde. Bürgermeister Nikolas Häckel (parteilos) sagte dem NDR kurz vor der Abstimmung: «Wir empfinden ja auf Sylt seit Jahren schon ein Ungleichgewicht zwischen Ferienwohnen und Dauerwohnen. Mit dem heutigen Beschluss soll erreicht werden, dass wir wieder ins Gleichgewicht kommen. Dauerwohnen ist deswegen so wichtig, weil wir Menschen hier vor Ort brauchen - für die Feuerwehr, Pflege, im Schichtdienst.» Birte Wieda vom Bürgernetzwerk «Merret reicht's» teilte nach der «denkwürdigen» Gemeindevertretersitzung mit: «Sylt hat gewonnen! All denen, die es in diesem Leben nicht mehr für möglich gehalten haben, dass sich auf Sylt etwas zum Besseren wendet, sei gesagt: Es geht eben doch! Wenn wir uns gegenseitig vertrauen und zusammentun.» Zur Gemeinde Sylt gehören Westerland, Rantum, Archsum, Keitum, Morsum, Munkmarsch und Tinnum. Für die anderen Orte der Nordsee-Insel wie List oder Kampen gilt das Konzept zunächst nicht. Wieda sagte, es sei nun sinnvoll und notwendig, dass sich auch die übrigen Sylter Gemeinden dem Beherbergungskonzept anschlössen. In einem Gutachten war festgestellt worden, dass die Menge der Wohnungen, die in der Gemeinde Sylt durch Ferienwohnungen und auch Nebenwohnsitze dem Markt entzogen werde, immens hoch sei. Die Folge seien etwa der zunehmende Mangel an bezahlbarem Dauerwohnraum und Verkehrsbelastungen. In einigen Lagen gefährde dies bereits das Ortsteilleben, da immer weniger dauerhaft auf der Insel Wohnende für Ehrenamt, soziale Einrichtungen oder auch als Arbeitskraft zur Verfügung stehen.«Denkwürdige» Gemeindevertretersitzung
Bildnachweis: © Daniel Reinhardt/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Gemeinde Sylt verbietet Bau neuer Ferienwohnungen
Zu viele Ferienwohnungen und Nebenwohnsitze, zu wenig bezahlbarer Wohnraum: Auf Sylt soll diesem Trend entgegengewirkt werden.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App?
Meistgelesene Artikel
- 14. September 2026
Michaeliswoche 2026: Das erwartet euch in Gütersloh
Vom 25. September bis 4. Oktober bietet die Michaeliswoche in Gütersloh Kirmes, Straßenkunst und ein Familienprogramm.
- 24. September 2026
Straßenfiffi und verkaufsoffener Sonntag am 27. September in Gütersloh
Am 27. September 2026 bietet Gütersloh von 13 bis 18 Uhr Straßenkunst auf Berliner Platz und Kolbeplatz sowie einen verkaufsoffenen Sonntag.
- 21. September 2026
Publikumspreis für „changes“ am Theater Gütersloh
Das Stück „changes“ von Maja Zade erhielt den Publikumspreis in Gütersloh.
Neueste Artikel
- 12. Oktober 2026
Schledebrückstraße und Orionweg teilweise voll gesperrt
Asphalt- und Pflasterarbeiten laufen in den Herbstferien – Umleitung ausgeschildert.
- 12. Oktober 2026
Älteste Markthalle von Paris bei nächtlichem Brand zerstört
Mehr als 400 Jahre Geschichte in Flammen: In Paris brennt der «Marché des Enfants-Rouges» und damit die älteste Markthalle der Stadt. Wie geht es für die Händler weiter?
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 12. Oktober 2026
Älteste Markthalle von Paris bei nächtlichem Brand zerstört
Mehr als 400 Jahre Geschichte in Flammen: In Paris brennt der «Marché des Enfants-Rouges» und damit die älteste Markthalle der Stadt. Wie geht es für die Händler weiter?
- 12. Oktober 2026
Serie von Messerangriffen erschüttert Polen
Drei Attacken in wenigen Tagen: Was steckt hinter der plötzlichen Gewalt an polnischen Schulen und warum geraten immer mehr Jugendliche ins Visier der Polizei?






