4. Dezember 2019 / Allgemeines

Gleichstellung trifft Politik

Beratungsstelle „Theodora“ informiert über Hilfsangebote für Prostituierte

Gleichstellung trifft Politik
Veröffentlicht am 4. Dezember 2019 um 05:50 Uhr

Gleichstellung trifft Politik:
Beratungsstelle „Theodora“ informiert über Hilfsangebote für Prostituierte
                                                                             
Gütersloh (gpr). „Gleichstellung trifft Politik“– unter diesem Motto hatten die Gleichstellungsbeauftragten der Städten und Gemeinden Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück, Herzebrock-Clarholz, Verl, Rietberg und Schloß Holte-Stukenbrock Ratsfrauen, sachkundige Bürgerinnen, Schulpflegschaftsvorsitzenden oder politisch interessierte Bürgerinnen zum „Frühstück und mehr“ eingeladen .Unter der Federführung von Inge Trame, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gütersloh, trafen sich fast 30 Frauen, anlässlich des am 25.November stattfindenden Gedenktages gegen Gewalt an Frauen zum gemeinsamen Frühstück im Flussbetthotel. Das „mehr“ an diesem Vormittag bestand hier aus einer Vorstellung der von der evangelischen Frauenhilfe Westfalen getragenen Beratungsstelle „Theodora“ (der Name verweist auf die byzantinische Kaiserin, die aus damaligem Rotlichtmilieu stammte und sich für die Prostituierten eingesetzt hat).
 
Katharina Hontscha-Stavropoulos stellte zu Beginn ihres Vortrags die Zielgruppe ihrer Arbeit vor: Beratung und Unterstützung vorrangig von EU-Ausländerinnen, die als Prostituierte in Ostwestfalen-Lippe arbeiten, um auch der Armut in den Herkunftsländern zu entfliehen. „Wir suchen die Frauen vor Ort auf, machen ein freiwilliges Gesprächsangebot, nach Möglichkeit in deren Muttersprache, verweisen an unsere Kooperationspartner, begleiten bei Behördengängen und helfen rechtlich weiter. Unsere Angebote werden im Regelfall gern angenommen und auch von den Betreibern unterstützt“, berichtete die Referentin aus ihrem Alltag. Weiterhin werden Prostituierte, die aussteigen und sich eine neue Existenz aufbauen möchten,zum Beispiel bei der Wohnungssuche, dem Nachzug ihrer Kinder oder der Ausbildungssuche begleitet. Aber auch die Frauen, die weiter in der Prostitution arbeiten möchten, erhalten Unterstützung in wichtigen Gesundheits-, Krankenversicherungs- und Wohnungsfragen.
Im Kreis Gütersloh sind dreizehn Prozent der in OWL beratenen Frauen ansässig und arbeiten häufig in der eigenen Wohnung.
In der dem Vortrag folgenden lebhaften Diskussion kam unter anderem zur Sprache, dass in Ländern, in denen Prostitution gesetzlich untersagt ist (Schweden und Nordirland), diese dann noch mehr in einem extrem problematischen Umfeld (Zuhälter, Banden) stattfindet und Arbeit, wie von „Theodora“ überhaupt nicht angeboten werden kann. „Der Schutzgedanke, für die in der Prostitution tätigen Frauen, steht für uns im Vordergrund und wir wünschen uns für den Kreis Gütersloh, dass die „aufsuchende Sozialarbeit“ weiter gestützt wird und diese wichtige, notwendige Arbeit von Theodora langfristig finanziell abgesichert ist“, fasste Inge Trame zusammen.


Bildunterschrift:
Beim Dialog zwischen Gleichstellungsbeauftragten und politisch aktiven Frauen im südlichen Kreisgebiet informierte die Beratungsstelle Theodora über ihre Arbeit. 

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