Für einen Teil der Limburger Stadttauben zeichnet sich nach monatelangem Wirbel um die geplante Tötung der Tiere jetzt eine sanftere Lösung ab: Die Tierschutzgemeinschaft Gut Aiderbichl habe angeboten, 200 Tauben aus Limburg abzuholen «und sie weit entfernt weiter leben zu lassen, so dass sie nicht nach Limburg zurückfliegen», wie die Stadt mitteilte. «Wir werden dieses Angebot als ein gegenüber der Tötung deutlich milderes Mittel gerne annehmen», erklärte Bürgermeister Marius Hahn (SPD). Von Vertretern des Limburger Stadttaubenprojektes hieß es, man habe die Mitteilung der Stadt zur Kenntnis genommen und diskutiere sie, bevor man sich dazu äußern werde. Zuletzt hatte die Mehrheit der Limburger Wahlberechtigten bei einem Bürgerentscheid für die die Umsetzung eines Stadtverordnetenbeschlusses aus dem November vergangenen Jahres gestimmt, wonach die Taubenpopulation per Tötung dezimiert werden sollte. Das Thema habe Limburg zahlreiche Negativschlagzeilen und Hunderte von Zuschriften beschert, teilte die Stadt mit. Die Absenderinnen und Absender hätten ihr Entsetzen, Enttäuschung, Unverständnis und teilweise auch Bedrohungen geäußert. Immer wieder richteten sich solche Anfeindungen demnach auch gegen Hahn selbst, gegen ehrenamtliche Mandatsträgerinnen und Mandatsträger sowie Mitarbeitende der Verwaltung. Die Tierschutzgemeinschaft Gut Aiderbichl, die eine Reihe von Tier-Gnadenhöfen in mehreren europäischen Ländern betreibt, habe der Stadt angeboten, die 200 Tauben aus Limburg künftig auf einem ihrer Heimathöfe im oberpfälzischen Eslarn (Bayern) aufzunehmen und zu beherbergen. Aufgabe der Stadt sei es, die Tauben zu fangen und sie bis zum Abtransport, der in zwei oder drei Fahrten vorgenommen werden soll, tierschutzgerecht zu beherbergen. Während Gut Aiderbichl die Transport- und Unterbringungskosten für die Tiere übernehmen wolle, hätte die Stadt die Kosten für das Einfangen und die Betreuung der Tauben bis zum Transport zu tragen. Auf dem Hof in Eslarn sei ein Neubau eröffnet werden, der speziell für die artgerechte Taubenhaltung konzipiert wurde. «Wir freuen uns sehr, dass wir nun 200 der Limburger Tauben bei uns auf Gut Aiderbichl ein "Für-immer-Zuhause" schenken können», erklärte Dieter Ehrengruber, Geschäftsführer von Gut Aiderbichl, laut Mitteilung. Hahn äußerte zudem die Hoffnung, dass unter den vielen Tier- und Taubenschützern, die sich seit November vergangenen Jahres bei der Stadt gemeldet hätten, «auch welche sind, die gegebenenfalls weitere Tauben aus Limburg möglichst zeitnah aufnehmen». Vor einiger Zeit hatte eine Zählung und Hochrechnung ergeben, dass bis zu 700 Tauben in Limburg leben. Erklärtes Ziel sei eine Population von rund 300 Tieren, hieß es. Idealerweise könne man dies ohne deren Tötung erreichen. Limburger stimmten mehrheitlich für Taubentötung
Neue Heimat für Limburger Tauben in Bayern
Bildnachweis: © Boris Roessler/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Gnadenhof statt Tötung für 200 Limburger Tauben
Seit Monaten schlägt die geplante Tötung der Limburger Stadttauben hohe Wellen. Jetzt tut sich für einen Teil der Tiere überraschend eine Alternative auf.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App?
Meistgelesene Artikel
Pressemitteilung vom Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen.
Familie Baturin aus Friedrichsdorf ist im Rathaus empfangen worden – Anlass war die Ehrenpatenschaft des...
- 22. Mai 2026
Studie: Leben und Arbeiten im Kreis Gütersloh
Migration und Integration von Menschen aus Mittel- und Südosteuropa.
Neueste Artikel
Schüler sollen Social Media nicht nur konsumieren, sondern verstehen – und sich besser vor digitalen Risiken schützen können. Was die Bildungsminister zum Umgang mit Social Media beschlossen haben.
- 12. Juni 2026
Høiby wird Urteilsverkündung vom Gefängnis aus verfolgen
Im Fall um Marius Borg Høiby gibt es kurz vor dem Urteilsspruch eine neue Wendung: Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit wird zur Urteilsverkündung nicht ins Gericht kommen.
Weitere Artikel derselben Kategorie
Schüler sollen Social Media nicht nur konsumieren, sondern verstehen – und sich besser vor digitalen Risiken schützen können. Was die Bildungsminister zum Umgang mit Social Media beschlossen haben.
- 12. Juni 2026
Høiby wird Urteilsverkündung vom Gefängnis aus verfolgen
Im Fall um Marius Borg Høiby gibt es kurz vor dem Urteilsspruch eine neue Wendung: Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit wird zur Urteilsverkündung nicht ins Gericht kommen.






