Weil sie Grippeimpfstoffe lange im Voraus bestellen müssen, können Arztpraxen nach eigenen Angaben nicht schnell genug auf eine höhere Nachfrage reagieren. Die Hausärzte fordern daher, von finanziellen Risiken bei solchen Bestellungen befreit zu werden. «Unsere Praxen haben aktuell keinerlei Möglichkeit, auf eine stärkere Nachfrage angemessen zu reagieren. Grund ist die extrem rigide Bestellregelung, die uns keinerlei Flexibilität erlaubt», betonen Nicola Buhlinger-Göpfarth und Markus Beier, Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Praxen müssten, auch wegen langfristigerer Produktion, ihren Bedarf an Impfstoffen bereits ein Dreivierteljahr vorher bestellen. So weit vorab sei jedoch nicht absehbar, wie viel Bedarf es gebe. Bestelle man als Praxis zu viel Impfstoff, der dann nicht benötigt werde, laufe man Gefahr, von den Krankenkassen finanziell sanktioniert zu werden. Dies wird als Regressrisiko bezeichnet. In dieser Saison sei unter anderem wegen einer frühen Grippewelle die Nachfrage vergleichsweise hoch gewesen, heißt es vom Hausärzteverband. Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Regionen Deutschlands berichteten demnach, dass bereits Mitte Dezember Grippeimpfstoffe fehlten. Viele Praxen organisierten Netzwerke, um Restbeständen zu finden. Auch aktuell bestünden die Probleme weiterhin, sagte eine Sprecherin des Verbandes der Deutschen Presse-Agentur. Auch wenn die klassische Impfzeit vorbei sei, könne es vorkommen, dass Patienten vertröstet werden müssten. Die Verbandsvorsitzenden kritisieren, die Regelungen hingen seit Jahren «wie ein Damoklesschwert über der Impfkampagne. Das muss sich dringend ändern». Vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hieß es Mitte Dezember, es gebe beim Grippe-Impfstoff bundesweit betrachtet keine Mangelsituation. Die Ständige Impfkommission (Stiko) rät unter anderem Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken, Schwangeren, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sowie medizinischem Personal zur Impfung gegen Grippe.Bestellungen viele Monate vorher fällig
«Ein Damoklesschwert über der Impfkampagne»
Bildnachweis: © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Grippeimpfung nicht verfügbar? Hausärzte gegen Bestellregeln
Manchen Arztpraxen fehlt es an Grippeimpfstoff. Die Branche warnt vor finanziellen Risiken bei Überbestellungen. Was der Hausärzteverband jetzt fordert.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App?
Meistgelesene Artikel
- 10. August 2026
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?
- 20. August 2026
Woche der kleinen Künste: Stadtbus-Linie 208 wird umgeleitet
Pressemitteilung der Stadtwerke Gütersloh.
- 3. September 2026
Giftmobil und Elektroschrottsammlung auf Herbsttour
22 Haltestellen werden an drei Freitagen und drei Samstagen angefahren.
Neueste Artikel
- 7. September 2026
Fünf Tote bei Unfall mit Amazon-Frachtflugzeug in Miami
Ein Frachtflugzeug des Online-Versandhändlers Amazon landet in Miami - doch kommt es zu einem Unfall. Es gibt Tote.
- 6. September 2026
Zehn Tote bei Feuerwerksexplosion in Kirche in Mexiko
Ein Patronatsfest endet tödlich. Die Explosion beschädigt das Gelände einer Kirche in einer kleinen Gemeinde.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 7. September 2026
Fünf Tote bei Unfall mit Amazon-Frachtflugzeug in Miami
Ein Frachtflugzeug des Online-Versandhändlers Amazon landet in Miami - doch kommt es zu einem Unfall. Es gibt Tote.
- 6. September 2026
Zehn Tote bei Feuerwerksexplosion in Kirche in Mexiko
Ein Patronatsfest endet tödlich. Die Explosion beschädigt das Gelände einer Kirche in einer kleinen Gemeinde.






