6. Februar 2026 / Allgemeines

Grippewelle füllt Praxen – Millionen Menschen sind krank

Die Grippewelle in Deutschland ist in vollem Gang. Warum Experten eine Impfung auch jetzt noch empfehlen und wie es bei anderen Atemwegserregern aussieht.

Das Robert Koch-Institut geht von 7,4 Millionen akuten Atemwegserkrankungen in Deutschland aus (Symbolbild).
von dpa

Die Grippe-Welle sorgt für volle Wartezimmer in den Arztpraxen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind Menschen aller Altersgruppen von der steigenden Zahl an Influenza-Erkrankungen betroffen, wie es im aktuellen Bericht zu akuten Atemwegserkrankungen heißt. Der Bericht bezieht sich auf die Woche zwischen 26. Januar und 1. Februar. Nachgewiesen werden überwiegend Influenza-A-Viren.

Nicht nur die Zahl der Grippe-, sondern auch der RSV-Fälle stieg zuletzt stark. Akute Atemwegserkrankungen betreffen sowohl Kinder als auch Erwachse. Das RKI geht von rund 8.800 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner aus, unabhängig von einem Arztbesuch. Hochgerechnet entspricht das einer Gesamtzahl von etwa 7,4 Millionen akuten Atemwegserkrankungen. Die Experten sprechen von einem hohen, aber für diese Jahreszeit üblichen Niveau. 

Gemeldete Covid-Fälle zurückgegangen

Die geschätzte Covid-19-Inzidenz ist den Angaben zufolge niedrig und liegt bei etwa 100 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Die Zahl der an das RKI gemeldeten Fälle ging leicht zurück. 

Und wie sieht es in den Kliniken aus? «Wir haben immer wieder Corona-Fälle im Krankenhaus, zum Teil auch auf der Intensivstation», sagte Pneumologe und Infektiologe Mathias Pletz, Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Jena. «Das sind meistens aber Patienten mit Vorerkrankung, zum Beispiel Krebs.»

Schwere Verläufe zurückgegangen

Nach Angaben des RKI ging die Zahl schwerer akuter Atemwegserkrankungen in der Woche ab 26. Januar in den Krankenhäusern leicht zurück und lag auf moderatem Niveau. Vier von zehn neu aufgenommenen Patienten hatten eine Influenza-Diagnose. Bei Kindern zwischen 5 und 14 gab es bei den Krankenhauseinweisungen einen leichten Anstieg.

Wie wirkt sich die Grippe auf die Lage in den Intensivstationen aus? Es gibt durchaus Grippe-Fälle auf der Intensivstation, wie Pletz sagt. Bislang sehe es aber nicht so aus, als seien es mehr als in vergangenen Wintern. Insgesamt ist die Auslastung der Intensivbetten in Deutschland stabil, wie ein Online-Portal des Bundesgesundheitsministeriums mit tagesaktuellen Angaben zeigt.

Grippe-Impfung immer noch sinnvoll 

Eines ist Pletz wichtig zu betonen: «Es macht immer noch Sinn, sich impfen zu lassen, auch wenn gerade Saison ist.» Die Impfung gegen die saisonale Influenza wird Menschen empfohlen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Dazu zählen unter anderem Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, medizinisches Personal, Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Menschen mit Vorerkrankungen, auch Kinder. 

«Die Impfung ist sicherlich nicht perfekt. Sie schützt auch nicht hundertprozentig vor der Influenza, das muss man ganz klar sagen, aber sie reduziert sehr deutlich das Risiko, wegen einer Influenza auf die Intensivstation zu kommen oder einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu bekommen», erklärte Pletz. 

Eine Studie habe gezeigt, dass wegen einer Grippe im Krankenhaus behandelte Menschen ein 16-fach erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt haben. «Gerade Patienten, die schon mal einen Herzinfarkt hatten, haben ein sehr hohes Risiko, durch die Influenza noch mal einen Herzinfarkt zu bekommen und zu versterben.»


Bildnachweis: © Elisa Schu/dpa
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