13. Dezember 2021 / Allgemeines

Harnaaz Sandhu aus Indien ist «Miss Universe»

Vor dem Wettbewerb gab es heftige Kritik an der Veranstaltung, Südafrika entzog seiner Kandidatin sogar die Unterstützung. Nun wurde in Israel die Gewinnerin gekürt.

Harnaaz Sandhu (Miss Indien) wird in Eilat zur «Miss Universum» gekrönt.
von Stefanie Järkel, dpa

Harnaaz Sandhu aus Indien steht im silbern glitzernden, schmalen Kleid auf der Bühne und hält die Hände von Miss Paraguay.

Als Moderator Steve Harvey verkündet, dass die 21-jährige Inderin «Miss Universe» ist, gibt es für sie kein Halten mehr. Sandhu geht in die Knie, schlägt sich eine Hand vor das Gesicht. Ihre Vorgängerin setzt ihr ein Diadem auf. Es ist das große Finale der Show in der israelischen Küstenstadt Eilat am Roten Meer.

Bei der 70. «Miss Universe»-Wahl in der Nacht zum Montag waren insgesamt 80 Frauen angetreten. Für Deutschland hatte die 19-jährige Eloisa Jo-Hannah Seifer aus Düsseldorf teilgenommen. Die Veranstaltung begann um 3.00 Uhr nachts israelischer Ortszeit, um live in der Primetime des amerikanischen Fernsehens ausgestrahlt werden zu können.

Sandhus Rat: «Hör auf, dich mit anderen zu vergleichen»

Die Schauspielerin Sandhu lässt sich nach Angaben der Veranstalter von der Arbeit des indischen Filmstars Priyanka Chopra Jonas inspirieren. Sie habe zudem mit ihrer Mutter, einer Frauenärztin, in Gesundheitscamps gearbeitet und dabei Frauengesundheit und menstruelle Hygiene propagiert, hieß es. In ihrer Freizeit tanzt die 21-Jährige gerne, macht Yoga, kocht, reitet und spielt Schach.

«Hör auf, dich mit anderen zu vergleichen», riet Sandhu anderen jungen Frauen während der Show. «Komm raus, sprich für dich selbst, weil du dein Leben führst, du deine eigene Stimme bist. Ich habe an mich selbst geglaubt und deswegen stehe ich heute hier.»

Bei dem Wettbewerb trat laut den Veranstaltern erstmals eine Kandidatin aus den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Außerdem war demnach erstmals seit mehr als vier Jahrzehnten wieder eine Kandidatin aus Marokko dabei.

Mit den Vereinigten Arabischen Emiraten unterzeichnete Israel im September vergangenen Jahres ein Abkommen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Ende vergangenen Jahres einigte sich der jüdische Staat auch mit Marokko auf eine Normalisierung der Beziehungen.

Im Vorfeld der Veranstaltung gab es allerdings Kritik von verschiedenen Seiten: Die südafrikanische Regierung entzog der eigenen Kandidatin im November die Unterstützung, nachdem diese an der Wettbewerbsteilnahme in Israel festgehalten hatte. Südafrika hat Israel immer wieder wegen der Besatzung der Palästinensergebiete kritisiert.

In den vergangenen zwei Wochen empörten sich zudem in sozialen Netzwerken vermehrt im Ausland lebende Verwandte von Israelis. Diese können aktuell ihre Familien in Israel grundsätzlich nicht besuchen, weil das Land wegen der Omikron-Variante des Coronavirus Ende November die Grenzen für Touristen erneut geschlossen hatte.

Spezialgenehmigungen trotz geschlossener Grenzen

Trotzdem konnten Teilnehmerinnen der «Miss Universe»-Show sowie «entscheidendes Personal» mit Spezialgenehmigungen danach noch ins Land kommen, wie die Veranstalter mitteilten. Eine Teilnehmerin wurde demnach nach der Ankunft in Israel zudem positiv auf das Coronavirus getestet.

Wegen der Corona-Pandemie konnten bei der Show nur Zuschauerinnen und Zuschauer mit einem «Grünen Pass» anwesend sein - also wenn sie entweder von Corona genesen sind oder in den letzten sechs Monaten dagegen geimpft wurden. Zudem galt eine Maskenpflicht. Die Teilnehmerinnen und Mitarbeiter der Produktion waren nach Veranstalterangaben alle geimpft und mussten alle zwei Tage PCR-Tests machen.

Die Infektionszahlen für das Coronavirus sind in Israel seit Wochen auf einem relativ niedrigen Stand. Allerdings gab es zuletzt Warnungen vor einem erneuten Anstieg der Zahlen und dem Beginn einer neuen Infektionswelle.


Bildnachweis: © Ilia Yefimovich/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App? 

Meistgelesene Artikel

Claus Grabke in der Hall of Fame
Wusstest du das?

Der Gütersloher wird als erster Europäer in die „Skateboarding Hall of Fame" aufgenommen!

weiterlesen...
Todesflug Rio-Paris: Kein Ende der Aufarbeitung in Sicht
Allgemeines

228 Menschen sterben 2009 bei dem Absturz einer Air-France-Maschine zwischen Rio de Janeiro und Paris mitten im Atlantik. Bald jährt sich die Katastrophe zum 15. Mal. Wie steht es um die Aufarbeitung?

weiterlesen...
Ausbilder mit Herz gesucht
Job der Woche

Die Pro Arbeit e. V. sucht leistungsstarke Unterstützung

weiterlesen...

Neueste Artikel

Offene Fragen nach Festnahme: Warum wurde Valeriia getötet?
Allgemeines

Drei Tage nach dem Fund von Valeriias Leiche hat die tschechische Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Die Ermittler hoffen nun, dass er rasch nach Deutschland überstellt wird.

weiterlesen...
Auswertung zeigt: Bodensee wird wärmer
Allgemeines

Noch lädt der Bodensee nicht zum Baden ein, aber eine Auswertung zeigt, dass das Gewässer immer wärmer wird. Der Klimawandel hinterlässt seine Spuren - die Auswirkungen sind schon spürbar.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Offene Fragen nach Festnahme: Warum wurde Valeriia getötet?
Allgemeines

Drei Tage nach dem Fund von Valeriias Leiche hat die tschechische Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Die Ermittler hoffen nun, dass er rasch nach Deutschland überstellt wird.

weiterlesen...
Auswertung zeigt: Bodensee wird wärmer
Allgemeines

Noch lädt der Bodensee nicht zum Baden ein, aber eine Auswertung zeigt, dass das Gewässer immer wärmer wird. Der Klimawandel hinterlässt seine Spuren - die Auswirkungen sind schon spürbar.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner