Starke Sommerhitze, Winde und Trockenheit: Unter diesem gefürchteten Szenario kämpfen Hunderte Feuerwehrleute in Südkalifornien gegen einen Waldbrand unweit von Los Angeles. Die Flammen vom sogenannten «Canyon Fire» hatten sich etwa 60 Kilometer nordwestlich der Millionenmetropole innerhalb weniger Stunden rasch ausgebreitet. Das war ein Warnsignal für die kalifornische Brandschutzbehörde. «Aggressiv» sei der Löscheinsatz aus der Luft und vom Boden aus erfolgt, teilte die Einsatzzentrale mit. Explosionsartig hatten sich die Flammen anfangs ausgebreitet. Tausende Menschen erhielten die Anweisung, sofort ihre Häuser zu verlassen. Zudem wurden rund 14.000 Anwohner alarmiert, sich auf eine mögliche Evakuierung einzustellen. Auf Fernsehbildern waren lichterloh brennende Hügelketten, dichter Rauch und flüchtende Menschen zu sehen. Doch eine Katastrophe konnte zunächst verhindert werden. Nach Ausbruch des Feuers am Donnerstag (Ortszeit) konnten die Einsatzteams bereits am Freitag Fortschritte vermelden. Das «Canyon Fire» sei zu 28 Prozent eingedämmt, hieß es. Bis dahin hatten die Flammen eine Fläche von etwa 22 Quadratkilometern in Brand gesetzt. Drei Feuerwehrleute seien bei den Löscharbeiten leicht verletzt worden. Mindestens zwei Gebäude seien zerstört worden, sagte Andrew Dowd, Sprecher der Feuerwehr im Bezirk Ventura County, der «Los Angeles Times». Dabei handle es sich aber nicht um Wohngebäude. Am Freitagabend konnten Medienangaben zufolge etwa 2.700 Menschen wieder in ihre Häuser zurückkehren. Eine Entwarnung gab es aber nicht, denn die gefährlichen Wetterbedingungen sollten auch am Wochenende anhalten. Eine Hitzewelle bringe heiße, trockene und windige Bedingungen mit sich, warnte die Behörde. Unter diesen Umständen könnten sich Waldbrände schneller ausweiten. Jeder Funke sei gefährlich. An einigen Stellen in bereits gelöschten Gebieten sehe man ein Wiederaufflammen, sagte Feuerwehrsprecher Dowd der «Los Angeles Times». Die Vegetation sei völlig ausgedörrt. Mehr als 400 Helfer waren am Freitagnachmittag (Ortszeit) gegen die Flammen im Einsatz. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, dankte den «mutigen Männern und Frauen», die gegen die Brände ankämpften. Er habe auf Antrag Hilfsmittel von der Katastrophenschutzbehörde (Fema) erhalten, um die Feuer schnell zu bekämpfen. Bei der Brandbekämpfung wurde die Feuerwehr auch diesmal von Häftlingen unterstützt. Dies ist in Kalifornien schon seit Jahrzehnten üblich. Häufig stehen auch Angehörige der Nationalgarde den Teams zur Seite. Im vorigen Januar waren bei den verheerenden Feuern im Raum Los Angeles zeitweise 900 Häftlinge im Einsatz. Zu ihren Aufgaben gehörte es unter anderem, Brandschneisen anzulegen und brennbares Material wie umgefallene Bäume zu entfernen. Das Katastrophen-Szenario vom Januar haben die Menschen in Kalifornien nicht vergessen. Damals hatten zwei Flächenbrände in Teilen von Los Angeles eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Bei heftigen Santa-Ana-Winden breiten sich die Flammen am Westrand der Metropole bis zu den Stränden von Malibu blitzschnell aus. In panischer Eile flüchten Anwohner aus ihren Häusern - auf verstopften Straßen ließen einige ihre Autos zurück und brachten sich zu Fuß in Sicherheit. Dazu kam ein weiteres Großfeuer in Altadena, am Ostrand des Bezirks Los Angeles. Tausende Gebäude brannten gleich in der ersten Nacht ab. Zeitweise waren 200.000 Menschen vor dem Flammen auf der Flucht. Wochenlang kämpften Feuerwehrleute gegen das Inferno an. Die schreckliche Bilanz: Mehr als 16.000 Gebäude brannten ab, mindestens 31 Menschen starben. Noch im Juli wurden menschliche Überreste in einer Brandzone in Altadena gefunden.Drei Feuerwehrleute leicht verletzt
Keine Entwarnung
Strafgefangene helfen mit
Angst vor einem Inferno
Bildnachweis: © Marcio Jose Sanchez/AP/dpa
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Hitze und Flammen in Kalifornien - Menschen auf der Flucht
Verheerende Flächenbrände hatten im Januar Teile von Los Angeles in Schutt und Asche gelegt. Derzeit kämpft die Feuerwehr bei starker Sommerhitze gegen einen Waldbrand unweit der Metropole.
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