Die Polizei in Rio de Janeiro hat bei der bislang «größten Operation gegen illegalen Tierhandel in Brasilien» über 700 Wildtiere gerettet. «Es handelt sich um eine stille Ausrottung unserer Fauna, ein Verbrechen, das Ökosysteme zerstört und die Artenvielfalt Brasiliens bedroht», sagte Bernardo Rossi, Umweltsekretär des Bundesstaates Rio. Die Operation São Francisco deckte dabei die größte kriminelle Organisation des Bundesstaates auf, die auf illegalen Handel mit exotischen Tieren spezialisiert ist. Betroffen waren unter anderem Affen, Papageien, Tukane, Schlangen und bedrohte Arten wie Jaguare. Die Tiere wurden aus ihrem natürlichen Lebensraum, darunter städtische Schutzgebiete, entwendet, betäubt und in Städte gebracht, wo sie auf Märkten in von Drogenbanden kontrollierten Gebieten verkauft wurden. Laut Polizei bringt der Tierhandel der organisierten Kriminalität Millionen ein. Die Ermittler betonen, dass diese Netzwerke seit Jahrzehnten operieren und stark strukturiert sind - von Jägern über Transporter bis zu Fälschern von Dokumenten. «Dieser Tierhandel ist nicht nur grausam, sondern auch ein Todesurteil, da viele Tiere sterben, bevor sie überhaupt zum Verkauf gelangen», sagte Umweltsekretär Rossi. Die kriminelle Bande sei nicht nur im Tierhandel aktiv, sondern verdiene auch am Schmuggel von Waffen und Munition, die in Gewaltkonflikten eingesetzt werden. Rund 1.000 Einsatzkräfte führten mehr als 40 Haftbefehle und 270 Durchsuchungen in Rio de Janeiro und angrenzenden Bundesstaaten durch - mindestens 40 Verdächtige wurden dabei festgenommen. Die Tiere werden nun medizinisch versorgt und von Fachleuten sowie freiwilligen Tierärzten auf ihre Wiederauswilderung vorbereitet.Organisierte Kriminalität verdient Millionen am Tierhandel
Bildnachweis: © Fabiano Veneza/SEAS RJ/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Illegaler Wildtierhandel in Rio: Polizei befreit Exoten
Über 700 Tiere werden bei der bislang größten Tierrazzia Brasiliens gerettet. Dazu zählen Affen und Papageien. Der Handel bedroht die Artenvielfalt - für die organisierte Kriminalität ist er lukrativ.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App?
Meistgelesene Artikel
- 15. April 2026
Erneute Auszeichnung für drei starke Innungsbetriebe
Drei Betriebe aus dem Bereich des Lebensmittelhandwerks dürfen sich erneut über eine besondere Anerkennung freuen: Die...
- 15. April 2026
Neues Format erfolgreich gestartet: Erster Mittagsimpuls Ausbildung mit Praxiswissen zur Weiterbildung
Auftakt für eine neue Online-Reihe der Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld: Beim ersten „Mittagsimpuls...
- 29. April 2026
Happe Gruppe eröffnet neue Fliesenfactory in Gütersloh
Neue Ausstellung ab 30.04. in Gütersloh: Fliesenfactory der Happe Gruppe mit rund 300 qm Fläche, Aktionen und Eröffnung ab 10 Uhr.
Neueste Artikel
Nach einem tödlichen Wohnungsbrand in Rietberg-Mastholte empfiehlt Thomas Bosmann, Obermeister der Elektro-Innung...
- 12. Mai 2026
Bundespolizist bei Schießtraining tödlich verletzt
Beim Schießtraining auf einem Truppenübungsplatz in Schleswig-Holstein kam ein Bundespolizist ums Leben. Polizei und Staatsanwaltschaft vermuten einen Unfall als Ursache.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 12. Mai 2026
Bundespolizist bei Schießtraining tödlich verletzt
Beim Schießtraining auf einem Truppenübungsplatz in Schleswig-Holstein kam ein Bundespolizist ums Leben. Polizei und Staatsanwaltschaft vermuten einen Unfall als Ursache.
- 12. Mai 2026
Männer werden immer später Vater
Männer in Deutschland wurden 2024 im Schnitt erst mit 33 Jahren das erste Mal Vater. Wie sich die Zahlen über die vergangenen Jahrzehnte verändert haben.






