Der Einbruch ins Grüne Gewölbe im November 2019 hat Reparaturkosten von mehr als 316.000 Euro in dem barocken Schatzkammermuseum in Dresden verursacht. Mit 256.000 Euro am teuersten war die Erneuerung der vier zertrümmerten Vitrinen samt Sicherheitsglas, wie ein Architekt von dem für das Residenzschloss zuständigen Staatsbetrieb am Freitag im Prozess zum Juwelendiebstahl am Landgericht Dresden aussagte. Bei dem zerstörten Einstiegsfenster, Spiegeln und anderer Einrichtung in den betroffenen Räumen kamen weitere 32.000 Euro dazu. Die Reparaturen seien noch nicht abgeschlossen, das von den Tätern durchtrennte Fenstergitter etwa nach wie vor «ein Provisorium», sagte der Zeuge. Es sei nicht möglich, den Zustand des Museums vor dem Einbruch wiederherzustellen wegen der veränderten Anforderungen als bei der Sanierung Mitte der 2000er Jahre. Sechs junge Männer zwischen 23 und 28 Jahren sind wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung angeklagt. Die Deutschen aus einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie sollen am frühen Morgen des 25. November 2019 aus dem Dresdner Museum 21 Schmuckstücke mit insgesamt 4300 Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von über 113 Millionen Euro gestohlen und Schäden in Höhe von über einer Million Euro hinterlassen haben. Ihnen wird auch vorgeworfen, einen Stromkasten in der Altstadt und ein Fluchtauto in einer Tiefgarage angezündet zu haben. Die Auswertung ihrer und der Handys weiterer Beschuldigter ergab, dass die Täter mindestens zwei sogenannte Fake-Handys nutzten, die unter falschen oder unbekannten Personalien registriert waren, wie Ermittler berichteten. Telefonate von diesen Geräten korrespondierten «auffallend deutlich» mit den Zeiten, zu denen die von ihnen verwendeten Fahrzeuge bewegt wurden. Die Täter sollen in der Woche bis zu dem Einbruch wiederholt von Berlin nach Dresden gefahren und auch über die Mauer bis zum Einstiegsfenster des Museum im Residenzschloss geklettert sein. Der Vorsitzende Richter Andreas Ziegel teilte mit, dass die Ergebnisse des Mantrailer-Einsatzes nicht verwendet würden. Die Kammer sehe keinen Beweiswert dieser Tiere, sagte er. Zwei Gutachter hatten es am 10. Juni vor Gericht ausgeschlossen, dass Geruchsspuren anderthalb Jahre halten und auch die speziell trainierten Hunde tatsächlich in und um das Museum fündig geworden sind. Der erbeutete Schmuck könne nach heutigen Maßstäben nicht bewertet werden, sagte ein als Sachverständiger für das Bundeskriminalamt (BKA) tätiger Gold- und Silberschmied. Es gebe keine vergleichbaren Steine hinsichtlich Reinheitsgrad und Schliff. Der in der Anklageschrift bezifferte Wert von rund 113 Millionen Euro sei die Summe, für die der Schmuck als Leihgabe für Ausstellungen versichert wurde. Ein Dresdner Ermittler berichtete, dass die Auswertung der Handys über eine Bochumer Trinkhalle zu einem Mobilfunk-Geschäft in Berlin-Neukölln geführt habe, wo offenbar «in großem Stil» mit Sim-Karten gehandelt worden sei. Bei der Durchsuchung des Ladens waren die Unterlagen aus dem Tatzeitraum verschwunden. «Sie sind offenbar gewarnt worden.» In dem Laden wurden auch Hinweise gefunden, dass «in großem Stil» Personalausweisdaten abgezogen und diese teils missbraucht wurden. Das Geschäft habe zehn bis 15 Filialen - darunter auch eine in Dresden. Der Prozess wird in einer Woche fortgesetzt.Sechs junge Männer angeklagt
Keine vergleichbaren Edelsteine
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Juwelendiebstahl Grünes Gewölbe: Über 300.000 Euro Schaden
Bei dem Einbruch in Dresdens Grünes Gewölbe ist einiges an Inventar kaputtgegangen. Allein die Erneuerung von vier zertrümmerten Vitrinen kostete über eine Viertelmillion Euro. Und das ist noch nicht alles.
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