Mit Kies wollen Experten versuchen, die berühmte Surfwelle am Eisbach im Herzen Münchens wiederherzustellen. Sediment-Ablagerungen sollen Bedingungen im Bachbett wie vor der turnusmäßigen Reinigung schaffen - und damit auch die Welle neu beleben, wie die Stadt nach einem Gespräch mit Experten im Bauamt mitteilte. Im Oktober war nach Angaben des Baureferats unter anderem das Bachbett von Unrat und Sedimenten befreit worden. Seitdem ist die Welle verschwunden, sie baute sich nicht mehr wie gewohnt auf. Weshalb, ist nicht ganz klar. Nun soll voraussichtlich anhand eines Modellversuchs untersucht werden, welche Folgen die Veränderung haben könnte. Bereits im Juni seien Experten der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg mit einem Modell beauftragt worden, um wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse zur Strömungssituation für eine dauerhaft sicher surfbare Welle zu bekommen. Der Versuchsaufbau im Maßstab 1:5 könne voraussichtlich kommende Woche in Betrieb gehen. Mit ihm könnten auch kurzfristige Maßnahmen zum Wiederherstellen einer surfbaren Welle am Eisbach realitätsnah geprüft werden, hieß es. Wann konkret mit der Kies-Ablagerung am Bachbett begonnen werden kann, war zunächst noch offen. Voraussetzung für jeden baulichen Eingriff ins Gewässersystem – so auch auch das Einbringen von Kies – sei eine wasserrechtliche Genehmigung. Die Stadt arbeite mit externen Experten und im Dialog mit der Surf-Community auf Hochtouren an einer Lösung, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). «Ich weiß, dass die Geduld aller hier auf eine harte Probe gestellt wird. Ich bin aber nach wie vor zuversichtlich, dass es uns zeitnah gelingen wird, die Welle wiederherzustellen, damit die vielen Surfbegeisterten ihrem Hobby wieder nachgehen können – und auch die Münchnerinnen und Münchner sowie die zahlreichen Gäste aus aller Welt den Aktiven wieder zuschauen können.» Voraussetzung für das Entstehen einer surfbaren stehenden Welle ist, dass in einem Fluss oder Kanal ein schlagartiger Umschlag von schießender Strömung zu strömender Strömung erfolgt, wie Robert Meier-Staude, Professor für ressourcenschonende Konstruktion an der Hochschule München, Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen, erläuterte. Dieser Umschlag erzeuge Wellen oder zumindest schäumendes Wasser. Letzteres ist zurzeit statt der Eisbachwelle zu sehen. Staude soll den Versuch zur Wiederbelegung der Welle mit Kies leiten. Erste Veränderungen am Zufluss zur Eisbachwelle waren erfolglos geblieben. Die Welle ist anspruchsvoll und zieht Surfer aus aller Welt an. Auch der kalifornische Surferstar und mehrfache Weltmeister Robby Naish stieg schon am Eisbach auf sein Board.Test per Modellversuch?
OB Reiter zuversichtlich
Experten involviert
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