24. Februar 2023 / Allgemeines

Kind in Kambodscha stirbt an Vogelgrippe

In der Nähe ihres Wohnortes gab es besonders viele tote Wildtiere. Ein Mädchen hat sich in Kambodscha mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 angesteckt und ist gestorben.

Dorfbewohner in der östlichen Provinz Prey Veng mit Plakaten, die auf die Bedrohung durch das Vogelgrippevirus aufmerksam machen.
Veröffentlicht am 24. Februar 2023 um 13:40 Uhr von dpa

In Kambodscha ist nach offiziellen Angaben ein Mädchen an der Vogelgrippe gestorben. Es handele sich um den ersten Todesfall im Zusammenhang mit der Krankheit in dem südostasiatischen Land seit 2014, teilte das Umweltministerium in der Hauptstadt Phnom Penh mit. Die Elfjährige habe am 16. Februar erste Symptome wie Husten und Halsschmerzen gezeigt, berichtete die Zeitung «Khmer Times» am Freitag.

Als sich ihr Zustand verschlechtert habe, sei sie am Dienstag in das nationale Kinderkrankenhaus in Phnom Penh gebracht worden. Dort sei sie am Mittwoch gestorben. Tests hätten ergeben, dass sie mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 infiziert war.

Befürchtung: Das Virus passt sich an Säugetiere an

Derzeit grassiert die größte jemals dokumentierte Vogelgrippewelle bei Vögeln, die sich über mehrere Erdteile erstreckt. Die Geflügelpest, auch Vogelgrippe genannt, ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Experten befürchten, dass sich das Virus immer mehr an Säugetiere anpasst und dadurch auch dem Menschen gefährlicher werden könnte.

Vom Friedrich-Löffler-Institut (FLI) hieß es am Freitag, dass bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für den aktuellen Seuchenzug zuvor schon ein Todesfall in China im Jahr 2022 erfasst worden sei. Bei diesem Fall und auch in Kambodscha sei aber nicht eindeutig klar, ob tatsächlich die derzeit in Europa und Amerika dominierende H5N1-Variante die Ursache war.

Das Umweltministerium in Phnom Penh teilte weiter mit, dass in der Nähe des Ortes, in dem das Mädchen lebte, besonders viele tote Wildtiere gefunden worden seien. Bei den Tieren seien Proben entnommen worden, die derzeit in einem Labor untersucht würden. Mittlerweile sei beim Vater des Opfers ebenfalls das Virus nachgewiesen worden, hieß es.

In den letzten Monaten waren H5N1-Infektionen immer wieder auch bei Säugetieren wie Seelöwen, Waschbären, Füchsen, Bären und Mardern nachgewiesen worden. Ansteckungen von Menschen gab es bisher nur ganz vereinzelt. Ein Ausbruch auf einer Nerzfarm in Spanien beunruhigt Experten allerdings, weil der Erreger dort womöglich nicht von Vogel auf Säugetier, sondern von Säugetier zu Säugetier übertragen wurde. Das wäre ein Hinweis darauf, dass sich der Erreger an Säugetiere anpasst und dadurch auch dem Menschen gefährlicher werden könnte.

In der Vergangenheit war es bei Vogelgrippe-Wellen auch zu zahlreichen Todesfällen bei Menschen vor allem in Südostasien und Ägypten gekommen. Dabei handelte es sich aber um eine andere Viruslinie als die derzeit dominierende. In Kambodscha waren zwischen 2005 und 2014 nach Behördenangaben 37 Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Symptome sind unter anderem Husten, Fieber, Halsschmerzen und Atemnot.


Bildnachweis: © Cambodia Ministry of Health/AP/dpa
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