Ein Kita-Erzieher soll während seiner Arbeit sechs kleine Jungen missbraucht haben - diese Nachricht hat im hessischen Grebenhain Eltern, Kollegen des Mannes und auch Vertreter der Gemeinde schockiert. Der 34-jährige Mann ist wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs von schutzbefohlenen Kindern in sechs Fällen in Untersuchungshaft genommen worden, wie die Polizei und Staatsanwaltschaft Gießen mitteilten. Zudem soll der Erzieher kinderpornographische Inhalte hergestellt haben. Derzeit gehe man von «mindestens» sechs Jungen aus, die zum Tatzeitpunkt etwa vier Jahre alt gewesen seien, sagte Oberstaatsanwalt und Sprecher der Gießener Staatsanwaltschaft, Thomas Hauburger, der Deutschen Presse-Agentur. «Die Identität dieser Personen müssen wir im Lauf der Ermittlungen noch weiter aufklären, und wir müssen auch schauen, ob es weitere Fälle gibt.» Bei seiner Vorführung beim Ermittlungsrichter habe sich der Mann zu den Vorwürfen nicht geäußert. Er sei bereits in einer hessischen Justizvollzugsanstalt. Bereits am Donnerstagabend seien die Eltern der betroffenen Kita informiert worden, sagte der Grebenhainer Bürgermeister Simon Seibert (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur. Sowohl sie als auch die Kollegen des Erziehers hätten sich schockiert gezeigt. «Alle sind Opfer», sagte Seibert. Die dem Erzieher vorgeworfenen mutmaßlichen Taten seien völlig unerwartet «wie ein Schwarzer Schwan» gekommen - niemand habe sie kommen sehen, so Simon. Der Betrieb der Kita soll nach den Worten von Seibert weiterlaufen, während die Polizei ihre Ermittlungen im Hintergrund fortsetze. Die Kinder zu schützen, sei jetzt «oberstes Gebot». In die Betreuung der Betroffenen seien als Opferschutz-Einrichtungen die Fuldaer Hilfe sowie die Vogelsberger Lebensräume eingebunden worden, an die sich Menschen anonym wenden könnten, so der Bürgermeister. Auf die Spur des Mannes waren Polizei und Staatsanwaltschaft durch Ermittlungen auf einschlägigen Portalen im Darknet gekommen. Zunächst sei gegen ihn wegen des Verdachts auf Besitz kinderpornographischer Inhalte ermittelt worden. Bei einer Durchsuchung seien dann zahlreiche Datenträger und weitere Beweismittel wie Bild- und Videomaterial bei dem 34-Jährigen sichergestellt worden. Bei einer Sichtung habe man gemerkt, «dass es hier auch um realen Missbrauch geht», sagte Hauburger. Deshalb sei der Mann am Tag darauf dem Ermittlungsrichter vorgeführt worden, der Haftbefehl gegen den Mann erließ. Die sehr umfangreichen Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft und vor allem die Auswertung der sichergestellten Datenträger - darunter Handys und Festplatten - sowie Zeugenvernehmungen dauern an. Aus ermittlungstaktischen Gründen und zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Beteiligten könnten derzeit keine weiteren Auskünfte erteilt werden, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Polizei stehe im Austausch mit den Betroffenen und stelle in Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachstellen eine umfassende Betreuung und Unterstützung sicher. Neben dem Austausch mit den betroffenen Einrichtungen sowie deren Trägern und kommunalen Stellen biete man auch Betroffenen und deren Angehörigen eine enge Begleitung, hieß es vom Polizeipräsidium Osthessen auf Anfrage. «Ziel ist es, eine bestmögliche Unterstützung und Stabilisierung der Betroffenen sicherzustellen.» Dazu vermittele man auch frühzeitig den Kontakt zu spezialisierten Fachberatungsstellen, die für die Betreuung von Betroffenen ausgebildet seien. Zudem unterstütze die Polizei beim Kontakt zu Versorgungsämtern, einem Trauma-Netzwerk und weiteren Unterstützungseinrichtungen sowie Institutionen.Ermittler schließen mögliche weitere Übergriffe nicht aus
Ermittlungen im Darknet gingen Festnahme voraus
Polizei in engem Austausch mit Betroffenen und Kommune
Bildnachweis: © Nadine Weigel/dpa/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Missbrauchsverdacht in Kita erschüttert hessische Gemeinde
Ein Erzieher soll sechs Jungen während seiner Arbeit in einer Kita missbraucht haben. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln, Eltern und Kollegen sind bestürzt.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App?
Meistgelesene Artikel
- 10. April 2026
Rheda-Wiedenbrück: B61 – Restarbeiten ab 13. April, Tempo 50 und Einspurbetrieb bis Freitag
Straßen.NRW führt ab Montag letzte Bankett- und Markierungsarbeiten auf der B61 durch
- 15. April 2026
Erneute Auszeichnung für drei starke Innungsbetriebe
Drei Betriebe aus dem Bereich des Lebensmittelhandwerks dürfen sich erneut über eine besondere Anerkennung freuen: Die...
- 15. April 2026
Neues Format erfolgreich gestartet: Erster Mittagsimpuls Ausbildung mit Praxiswissen zur Weiterbildung
Auftakt für eine neue Online-Reihe der Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld: Beim ersten „Mittagsimpuls...
Neueste Artikel
Schon im Mai sind Deutschlands Ressourcen für 2026 rechnerisch verbraucht. Der Kern des Problems: Deutschland setzt immer noch zu viel auf Öl, Gas und Kohle, wie Umweltverbände kritisieren.
Zehn Jugendliche treffen sich an einem Sonntagnachmittag. 3,5 Stunden lang wird fast niemand aufs Handy schauen. Sie beobachten Vögel. Wie Teenager ein Hobby mit Alt-Herren-Image für sich erobern.
Weitere Artikel derselben Kategorie
Schon im Mai sind Deutschlands Ressourcen für 2026 rechnerisch verbraucht. Der Kern des Problems: Deutschland setzt immer noch zu viel auf Öl, Gas und Kohle, wie Umweltverbände kritisieren.
Zehn Jugendliche treffen sich an einem Sonntagnachmittag. 3,5 Stunden lang wird fast niemand aufs Handy schauen. Sie beobachten Vögel. Wie Teenager ein Hobby mit Alt-Herren-Image für sich erobern.






