Vor dem Treffen des sogenannten Petersberger Klimadialogs sieht der Forscher Mojib Latif düstere Aussichten für die Entwicklung des Weltklimas. Das Ziel, die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen, könne nicht mehr erreicht werden, sagte der Meteorologe und Klimaforscher der Mediengruppe Bayern. «Mit dem heutigen Ausstoß an Treibhausgasen werden wir diese Marke schon in knapp zehn Jahren reißen», schätzte Latif ein. Vermutlich werde man nicht einmal zwei Grad schaffen. «Nimmt man das, was die Politik weltweit derzeit macht, sind wir eher auf dem Kurs drei Grad.» «Wir nähern uns dem Punkt, an dem man sich eingestehen muss: Die Zeit ist abgelaufen», sagte der Forscher. Drei Grad Erderwärmung wären eine «Katastrophe». Es gebe scheinbar immer Wichtigeres als den Umweltschutz, beklagt der Klimaforscher. In Berlin beraten am Montag Minister und Vertreter aus etwa 40 Staaten über den Kurs im Kampf gegen den Klimawandel. Bei dem Treffen des sogenannten Petersberger Klimadialogs werden auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sowie der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi sprechen. Deutschland und Ägypten sind Ausrichter des zweitägigen Treffens in Berlin, das auch Weichen für die Weltklimakonferenz COP27 Anfang November im ägyptischen Küstenort Scharm el Scheich stellen soll.
Bildnachweis: © Antonio Calanni/AP/dpa
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Klimaforscher befürchtet drei Grad Erderwärmung
Dürre, Waldbrände, Überschwemmungen: Die Welt ist auf dem bestem Weg, das 1,5-Grad-Ziel zu verfehlen, warnt Klimaforscher Mojib Latif - und sieht die Politik in der Pflicht.
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