5. März 2026 / Allgemeines

Kohlendioxid-Alarm im Kurzentrum: Bereich bleibt geschlossen

Große Mengen CO2 treten im Kurzentrum von Horn-Bad Meinberg aus, mehrere Menschen werden verletzt. Auch an Tag nach dem Zwischenfall bleibt der Bereich geschlossen. Einige Fragen sind noch offen.

Der Bereich bleibt zunächst abgesperrt.
Veröffentlicht am 5. März 2026 um 13:53 Uhr von dpa

Nach dem Austritt erheblicher Mengen von Kohlendioxid bleibt das Kurzentrum von Horn-Bad Meinberg in Nordrhein-Westfalen weiter geschlossen. Im historischen Kurpark werde die CO2-Konzentration kontinuierlich gemessen, hieß es seitens der Stadt im Kreis Lippe. Das Kurgastzentrum könne noch einige Tage nicht betreten werden, Veranstaltungen müssten ausfallen.

Bei dem Zwischenfall mit natürlichem CO2 waren am Mittwoch laut Feuerwehr fünf Personen verletzt worden. Die Einsatzkräfte hatten zwei bewusstlose Menschen im Foyer vorgefunden: Eine Reinigungskraft war von ihrem Mann bewusstlos im Keller entdeckt und aus der Gefahrenzone gebracht worden. Der Ehemann war anschließend selbst bewusstlos geworden. 

Kohlendioxid verdrängt in hoher Konzentration den Sauerstoff in der Luft, was zum Ersticken führen kann.

Bewusstlos durch Kohlendioxid

Nach einer ersten medizinischen Behandlung sei das Ehepaar noch im Rettungswagen wieder ansprechbar gewesen, sagte ein Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Horn-Bad Meinberg. Beide kamen ins Krankenhaus. Drei weitere Personen wurden leicht verletzt. Zuvor hatte die «Lippische Landes-Zeitung» über den Einsatz berichtet. 

Ein Sprecher der Stadt sagte am Donnerstag, zum Teil seien die Betroffenen noch unter medizinischer Beobachtung. 

Besonders viel CO2 unter der Stadt 

Die Kurstadt liegt über einer besonderen geologischen Formation, die viel Kohlendioxid enthält. Im aktuellen Fall war das Gas nach Angaben des Feuerwehrsprechers aus einer sogenannten Mofette ausgetreten, einer natürlichen Austrittsstelle für CO2. Sie befinde sich in der Nähe des Kurzentrums. Am Vortag habe es Wartungsarbeiten an der Mofette gegeben. Dabei sei ein Deckel entfernt worden.

Gas strömte aus dem Boden: Es blubberte und zischte

Aus noch ungeklärter Ursache hatte sich laut Feuerwehr starker Druck aufgebaut, das Gas sei aus dem Boden durch eine schlammige Schicht ausgeströmt. Es habe geblubbert und gezischt: «Das konnte man hören und man konnte es auch tatsächlich sehen», berichtete der Sprecher. Weil Kohlendioxid schwerer als Luft ist, strömte es anschließend in den Keller des Kurzentrums in der Nähe. 

Man habe auf die Stelle inzwischen eine Art Ventil aufgesetzt, damit das Kohlendioxid wieder in kontrollierter Form austreten könne, wie vor dem Zwischenfall, erläuterte der Feuerwehrsprecher am Donnerstag. 

Nach Angaben der Stadt war Kohlensäure, die aus dem CO2 entstehe, viele Jahre lang als natürliches Heilmittel verwendet worden. Als es rund um das Kurgastzentrum zu dem starken Austritt gekommen sei, habe die Warnanlage dort im Keller ausgelöst. Die Feuerwehr war mit rund 120 Kräften im Einsatz.

Kein Fall für die Polizei

Ein Sprecher der Polizei sagte auf Anfrage, es gebe keinen Hinweis darauf, dass jemand fahrlässig oder vorsätzlich schuldhaft gehandelt haben könnte. Es handele sich daher nicht um einen Fall für die Polizei. 

Feuerwehr und Stadt sind im Austausch mit dem Landesverband Lippe und dessen Fachfirmen, um die Ursache zu klären und geeignete Maßnahmen einzuleiten, betonte die Kommune. Für die Bevölkerung im Umkreis habe keine Gefahr bestanden.

Weil die Kohlendioxid-Konzentration in der Umgebung massiv erhöht war, war der Kurpark abgesperrt und das Kurgastzentrum entlüftet worden. Praxen in dem Bereich mussten evakuiert werden. Dabei werde es zunächst auch bleiben, sagte der Stadt-Sprecher.


Bildnachweis: © Jörn Fries/dpa
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