30. Juni 2022 / Allgemeines

Menschlicher Kopf vor Gericht - 44-Jähriger war bereits tot

Vor dem Eingang des Landgerichts in Bonn wird am Dienstag ein menschlicher Kopf entdeckt. Ein 38-Jähriger sagt, wo der Rest der Leiche liegt. Er sitzt nun wegen Störung der Totenruhe in U-Haft.

Die Polizei hat den Bereich vor dem Bonner Landgericht abgesperrt.
Veröffentlicht am 30. Juni 2022 um 06:48 Uhr von dpa

Ein vor dem Bonner Landgericht entdeckter abgetrennter Kopf gehört zu einem Mann, der eines natürlichen Todes gestorben ist. Das habe die rechtsmedizinische Untersuchung an dem Leichnam des 44-Jährigen ergeben, teilt die Bonner Polizei mit. Der restliche Körper des Toten war ebenfalls am Dienstag gut einen Kilometer entfernt in der Nähe des Rheinufers am Rand eines Parks entdeckt worden.

Wegen Verdachts der Störung der Totenruhe sitzt ein 38 Jahre alter Mann in Untersuchungshaft. Zunächst hatte die Polizei wegen eines mutmaßlichen Tötungsdelikts ermittelt. Beide Männer sollen aus der Obdachlosenszene kommen.

44-Jährige ist natürlichen Todes gestorben

Nach der Obduktion erklärte die Polizei, die Abtrennung des Kopfes vom restlichem Körper sei nicht die Todesursache gewesen. Der 44-Jährige sei zu diesem Zeitpunkt bereits eines natürlichen Todes infolge einer schweren Erkrankung gestorben.

Der Tatverdächtige war in unmittelbarer Nähe des Landgerichts festgenommen worden. Nach Polizeiangaben hat er bislang nicht zu den Vorwürfen ausgesagt. Er hatte den Hinweis auf den Fundort des restlichen Körpers gegeben. Der 38-Jährige ist der Polizei vor allem im Zusammenhang mit Betäubungsmittelkriminalität bekannt. Ein mögliches Tatwerkzeug wurde zunächst noch nicht gefunden.

Das Landgericht Bonn, vor dessen mit Säulen geschmücktem Hauptportal der abgetrennte Kopf entdeckt wurde, war am Mittwoch wieder regulär geöffnet. Der Geschäftsbetrieb gehe normal weiter, sagte eine Gerichtssprecherin.

Als der Kopf am frühen Dienstagabend von Passanten entdeckt wurde, war das in der Bonner Innenstadt gelegene Gericht für die Öffentlichkeit bereits geschlossen. Auch die Türen des Hauptportals waren zu. Im Eingangsbereich hatte die Spurensicherung eine dunkle Plane aufgehängt. Am Mittwoch war davon nichts mehr zu sehen. Am Fundort der Leiche hingen noch Absperrbänder.


Bildnachweis: © Thomas Banneyer/dpa
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