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Kreispolizeibehörde Gütersloh präsentiert innovative Projekte

Gütersloh (ots) Kreis Gütersloh (GB) - Der 24. Deutsche Präventionstag findet am 20. und 21. Mai im Estrel Congress-Center in Berlin statt - eröffnet wird der diesjährige Kongress durch die Schirmherrin, Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey. Die Kreispolizeibehörde Gütersloh präsentiert als eine von insgesamt 180 Institutionen kriminalpräventive Projekte.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert den Deutschen Präventionstag 2019 fachlich durch ein eigenes Forum und finanziell durch Mittel aus dem Bundesprogramm "Demokratie leben!".

Der Deutsche Präventionstag ist der größte europäische Kongress speziell für das Arbeitsgebiet der Kriminalprävention sowie angrenzender Präventionsbereiche. Es werden mehrere tausend Gäste, haupt- oder ehrenamtlich tätige Verantwortungsträger aus Praxis, Forschung und Politik erwartet. Der Jahreskongress 2019 wird sich mit der gesamten Breite der Kriminalprävention und verwandter Bereiche beschäftigen und im Schwerpunkt auch mit den Themen Extremismus, Radikalisierung sowie politisch motivierte Gewalt und Hasskriminalität.

Auf dem Informationsstand der Kreispolizeibehörde Gütersloh stellen Marco Hein und Torsten Lindahl das Projekt "Storytelling - Literarische Kriminalprävention - Gütersloher Model" vor. Die Grundidee des Projektes ist, polizeiliche Verhaltensempfehlungen zum Schutz vor Kriminalität und Radikalisierung in unterhaltsamen und berührenden Kurzgeschichten und Hörspielen zu vermitteln. Durch die Methode des sog. "Storytelling" werden die enthaltenen Empfehlungen leichter aufgenommen und wirken im Unterbewusstsein weiter. Dies erhöht die Chance einer Sensibilisierung und Verhaltensänderung. Die erzählten Geschichten handeln von Straftaten gegen Senioren und politischem Extremismus. Die Geschichten sind in einem Gemeinschaftsprojekt der Kreispolizeibehörde Gütersloh und dem Literaturinstitut der Universität Hildesheim entstanden.

Sie wurden von Studierenden des Studiengangs "Kreatives Schreiben" erstellt. Dirk Heinrichs (Schauspieler und Präventionsexperte) unterstützt das Projekt, indem er sich als Sprecher für die daraus entwickelten Hörbücher ehrenamtlich zur Verfügung stellt. Die Hörbücher und Texte können unter: https://guetersloh.polizei.nrw heruntergeladen werden. Die Vervielfältigung und Verbreitung der Geschichten als Text oder Hörbuch ist ausdrücklich erwünscht und bedarf keiner weiteren Zustimmung der Rechteinhaber.

Das "Orientierungssystem für Einsatz- und Rettungskräfte nach Gütersloher Modell" ist ein weiteres der auf dem Deutschen Präventionstag von der Polizei Gütersloh präsentierten Projekte. Kriminalhauptkommissar Guido Baratella informiert über das im Kreis Gütersloh verbreitete und 2014 mit dem "Landespreis für Innere Sicherheit NRW" ausgezeichnete Orientierungssystem. Der Erfolg der Einsätze von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdiensten an Schulen oder öffentlichen Einrichtungen hängt wesentlich davon ab, wie schnell Täter, Verletzte und Gefahren lokalisiert werden können. Unübersichtliche Einrichtungen erfordern standardisierte Kennzeichnungen von Gebäuden, Eingängen, Treppen und Notausgängen.

Im Kreis Gütersloh wurde in einer Kooperation von Polizei, Feuerwehr und Kreisverwaltung daher bereits 2009 ein einheitliches Orientierungssystem entwickelt. Der Kreis Gütersloh und seine Gemeinden als Schulträger sorgen seitdem für "Mehr Sicherheit durch Orientierung" - durch Minimierung eines zeitlichen Verzuges bei der Orientierung von Einsatzkräften in unbekannten Objekten wird wertvolle Zeit für die Rettung von Opfern gewonnen. Nach der bereits flächendeckenden Ausstattung von weiterführenden Schulen und Bildungseinrichtungen im Kreis Gütersloh verlagert sich das Interesse nun zunehmend auf andere gefährdete öffentliche Verwaltungseinrichtungen.

Weiterhin wird durch Guido Baratella das Projekt "Das sichere Amt" vorgestellt. Dieses Projekt beschäftigt sich mit einer ganzheitlichen Sicherheitsempfehlung für öffentliche Verwaltungen. Unter den Aspekten Einbruchschutz, Brandschutz und anderen Straftaten wie z.B. Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit oder das Leben der Mitarbeiter wird eine Schwachstellenanalyse einer Einrichtung gefertigt. Auch Arbeitsabläufe, Notfallmanagement und Alarmierungssysteme liegen im Fokus. Ebenso wird die Lage des jeweiligen Objektes einbezogen, um z.B. mit Kraftfahrzeugen ausgeführte Straftaten zu verhindern. Das Projekt entstand nach einem Angriff auf Sachbearbeiter der Kreisverwaltung Gütersloh, die von einem Täter mit einem Messer schwer verletzt wurden.

Am selben Ausstellungsstand (1055) informiert Kriminaloberkommissar Marco Hein (ebenfalls aus dem KK Kriminalprävention/Opferschutz der KPB Gütersloh) über das Projekt "MERKwürdig! Gedächtnistraining zur Kriminalprävention - Gütersloher Modell". In diesem Projekt von Deutschem Roten Kreuz, dem Bundesverband Gedächtnistraining e.V. und Polizei Gütersloh wurden kriminalpräventive Inhalte erstmalig mit dem Gedächtnistraining verknüpft. Es wurde eine Manual erstellt, das die Kreispolizeibehörde Gütersloh interessierten Gedächtnistrainer/innen kostenlos zur Verfügung stellt. Darüber hinaus werden inzwischen sowohl beim Bundesverband für Gedächtnistraining e.V. als auch bei einigen Landesverbänden des Deutschen Roten Kreuzes bundesweit Fortbildungen für Gedächtnistrainer/innen und Mitarbeitende in der Seniorenarbeit zu diesem Thema angeboten.

Außerdem gibt es dort Informationen zum Projekt "Geldübergabeumschlag zur Telefonbetrugsprävention" der Telefonbetrug verhindern soll. Leider gelingt es den Tätern, die Opfer durch konkrete Handlungsanweisungen so zu instruieren, dass den Bankmitarbeiter keine Anhaltspunkte für eine bevorstehende Straftat mitgeteilt werden. Dies ist insbesondere bei den Betrugsvarianten "Falsche Polizeibeamte" und "Enkeltrick" der Fall. Aus diesem Grund hat das Kriminalkommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei Gütersloh einen Briefumschlag gegen Telefonbetrüger gestaltet. Auf diesem befinden sich konkrete Handlungsanweisungen für potentielle Opfer. Er ist so strukturiert, dass er die gängigen Betrugsvarianten (Enkeltrickbetrug, Gewinnversprechen am Telefon, Schockanrufe und falsche Polizeibeamte) berücksichtigt. Er ist auf der Vorderseite mit zielführenden Fragen bedruckt. Auf der Rückseite, also dort wo der Umschlag geöffnet wird, ist die Aufschrift "Vorsicht Betrugsgefahr! Wenn Sie zwei oder mehr Fragen mit "Ja" beantworten, will ein Betrüger ihr Geld! >>>110 wählen!<<<" aufgedruckt. Dieser Umschlag - der bereits kreisweit von der Volksbank Bielefeld-Gütersloh e.g. eingesetzt wird - soll dort wirken, wo die Opfer von den Tätern so angeleitet wurden, dass die Bankmitarbeiter keinen Verdacht schöpfen (können) und deshalb auch nicht wie sonst üblich die Polizei informieren. Die KPB Gütersloh präsentiert weiterhin durch Kriminaloberkommissar Torsten Lindahl das Projekt "Prävention beginnt bei Gelb!", ein Projekt zur Früherkennung islamistischer Radikalisierung.

Das Projektzielt ist, möglichst viele Menschen für das Thema "gewaltbereiter Salafismus" zu sensibilisieren und einen polizeilichen Ansprechpartner für Fragen dazu oder für Fälle verdächtiger Beobachtungen anzubieten. Solche Beobachtungen werden in einem persönlichen Gespräch erörtert, um möglichst viele Informationen zu sammeln. Daraufhin ist eine Einschätzung der gemachten Beobachtungen möglich, um zu unterscheiden, ob es sich um Anzeichen einer Radikalisierung handelt oder um normale Glaubensauslebung. Auf diese Weise können schon im Vorfeld Missverständnisse oder Vorurteile ausgeräumt und einer Stigmatisierung vorgebeugt werden. Als Kooperationspartner unterstützt das Schweizerische Institut für Gewalteinschätzung (SifG) das Projekt mit einer computergestützten Methode, die radikale Tendenzen erkennbar macht. Die Tendenzen des Radikalisierungsgrads werden dabei in den Ampelfarben Rot-Gelb-Grün angezeigt. Gelb bedeutet, dass präventive Maßnahmen eine Radikalisierung stoppen können. Daher auch der Name des Projekts.

Ebenfalls an diesem Ausstellungsstand wird der diebstahlshemmende Gütersloher Fahrrad- und Rollatorkorbdeckel (Gütersloher RKD) vorgestellt, den der Kriminologe und Polizeiwissenschaftler Marco Hein erfunden hat. In dem Projekt "Klappe zu - Tasche sicher" gelang es mit Hilfe der Anti-Rost-Initiative Gütersloh e.V., die als Ratgeber fungierte, einen Hersteller für die ersten Prototypen zu finden, ehe der Gewaltopferverein WEISSER RING als Kooperationspartner gewonnen werden konnte. Dieser unterstützte das Projekt sowohl in materieller Hinsicht als auch personell durch Ulrich Deppe und Norbert Legewie entscheidend. Diesen gelang es, den Wertkreis Gütersloh als Hersteller und das Sanitätshaus Mitschke als bundesweiten Vertriebspartner (www.mitschke24.de) zu gewinnen. Der Gütersloher RKD schützt somit nun bundesweit Nutzer und Nutzerinnen von Rollatoren vor (Taschen-) Dieben.

 

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