15. Mai 2021 / Allgemeines

Lehrerverband glaubt an Regelbetrieb nach den Sommerferien

Die Corona-Zahlen sinken, die Impfquoten steigen. Viele Bereiche des öffentlichen Lebens bereiten sich auf Lockerungen vor. Und was ist mit den Schulen?

Ein leeres Klassenzimmer der Linne-Schule in Frankfurt am Main.
von dpa

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, ist optimistisch, dass die Schulen nach den Sommerferien zum normalen Unterricht zurückkehren können.

«Ich rechne damit, dass der dritten Welle keine vierte mehr folgen wird und das nächste Schuljahr bei anhaltend sinkenden Inzidenzen und weiteren Impffortschritten im Regelbetrieb starten kann», sagte Meidinger der «Welt».

Zumindest für die älteren Schüler gebe es eine reelle Chance, bis dahin geimpft zu sein. «Wir befürworten auch Impfaktionen an Schulen, um ein niedrigschwelliges Angebot für Schüler und Lehrkräfte zu schaffen», betonte Meidinger. Daran schließe sich aber die Frage an, wie der Schulbetrieb im Nebeneinander von geimpften und ungeimpften Schülern sowie Lehrkräften organisiert werden könne.

Dazu zählten Frage wie: «Was passiert, wenn Eltern nicht wünschen, dass ihr Kind von einem ungeimpften Lehrer unterrichtet wird? Dürfen ungeimpfte Schüler mit auf Klassenfahrt und in die Theatergruppe? Kann ich Geimpften das Tragen einer Maske abverlangen?»

Er rechne fest damit, dass es eine politische Debatte um eine Impfpflicht für Lehrkräfte geben werde, sagte Meidinger. Der Lehrerverband spreche sich zwar gegen eine Pflichtimpfung aus. Seiner Ansicht nach hätte der Staat bei verbeamteten Lehrkräften und entsprechender gesetzlicher Regelung aber wohl die Handhabe dazu.

Meidinger fordert, bereits jetzt Konzepte zu entwickeln, wie Lerndefizite aufgeholt werden könnten. «Wir brauchen noch vor den Sommerferien Lernstandserhebungen in den Kernfächern, um den Förderbedarf abschätzen zu können und entsprechende Beratungsgespräche mit den Eltern führen zu können.»

Insgesamt haben die knapp elf Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland laut des Lehrerverbands seit Beginn der Corona-Pandemie auf rund die Hälfte der Schulstunden im Präsenzunterricht verzichten müssen. Seit März 2020 seien durchschnittlich zwischen 350 und 800 Stunden Präsenzunterricht für jeden Schüler ausgefallen, sagte Meidinger der «Bild». «Das ist im Schnitt wohl ein halbes Schuljahr.»


Bildnachweis: © Arne Dedert/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Änderungen bei der Laubabfuhr
Aktueller Hinweis

Sammlung startet Anfang November

weiterlesen...
Ermitteln wie ein Detektiv
Für die ganze Familie

Ein Spiel für die ganze Familie

weiterlesen...
Einbruch in Werkstatt
Polizeimeldung

Die Polizei sucht Zeugen

weiterlesen...

Neueste Artikel:

Nach Tod von Kamerafrau: Trauer und Verunsicherung
Allgemeines

Große Trauer und Entsetzen: Nachdem Filmstar Alec Baldwin versehentlich eine Kamerafrau mit einer Requisitenwaffe erschoss, ist vieles unklar. In Hollywood wird nun diskutiert.

weiterlesen...
Meistgesuchter Drogenboss Kolumbiens im Dschungel gefasst
Allgemeines

Kokain, Morde und Vertreibung: Dairo Úsuga alias «Otoniel» hat eines der stärksten Verbrechersyndikate Kolumbiens angeführt. Präsident Iván Duque vergleicht seine Festnahme mit dem Fall von Escobar.

weiterlesen...

Das könnte Dich auch interessieren:

Nach Tod von Kamerafrau: Trauer und Verunsicherung
Allgemeines

Große Trauer und Entsetzen: Nachdem Filmstar Alec Baldwin versehentlich eine Kamerafrau mit einer Requisitenwaffe erschoss, ist vieles unklar. In Hollywood wird nun diskutiert.

weiterlesen...
Meistgesuchter Drogenboss Kolumbiens im Dschungel gefasst
Allgemeines

Kokain, Morde und Vertreibung: Dairo Úsuga alias «Otoniel» hat eines der stärksten Verbrechersyndikate Kolumbiens angeführt. Präsident Iván Duque vergleicht seine Festnahme mit dem Fall von Escobar.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner