25. Februar 2024 / Allgemeines

Hausmeister bietet Spanien nach Feuerinferno etwas Trost

Drei Tage nach dem Großbrand in Valencia hat Spanien die Tragödie noch nicht verdaut. Nach den schlimmen Bildern, die live im TV übertragen wurden, bietet aber ein unwahrscheinlicher Held etwas Trost.

Ein Held mit roter Winterjacke: Hausmeister Julián bemerkte das Feuer in einem Wohnhaus in Valencia frühzeitig und warnte die Bewohner und Bewohnerinnen.
Veröffentlicht am 25. Februar 2024 um 11:45 Uhr von dpa

Nach dem Feuerinferno in einer Wohnanlage im spanischen Valencia ist die Leiche des zehnten und letzten Todesopfers geborgen worden.

Es gebe keine Vermissten mehr, teilten die Behörden der Mittelmeermetropole mit. Derweil rollte am Wochenende die Hilfe für die rund 140 obdachlos gewordenen Familien richtig an. Die Stadt stellte ein Gebäude mit 131 Sozialwohnungen für «die nächsten Monate» zur Verfügung.

Bis die Familien der Todesopfer, die Überlebenden, die alles verloren haben, und das ganze Land die Tragödie komplett verarbeiten, wird es wohl länger dauern. Die Spanier beschäftigt vor allem die Frage, wie sicher die Zigtausenden Wohnanlagen sind, die während des Baubooms der 2000er Jahre auch in den Urlaubsorten am Mittelmeer errichtet wurden. 

Hausmeister Julián als Schlüsselfigur

Inmitten von Ungewissheit und Trauer bot aber ein unwahrscheinlicher Held dem Land etwas Trost. Hausmeister Julián hatte das Feuer frühzeitig bemerkt und war von Wohnungstür zu Wohnungstür gerannt, um Bewohner zu warnen. Einer 72-Jährigen half er die Treppen hinunter. Mit seiner dicken, roten Winterjacke stand er bei einer bewegenden Gedenkzeremonie vor dem Rathaus in Valencia mit einer Schweigeminute und vielen Tränen nicht nur optisch im Mittelpunkt. 

Julián wurde von Hunderten bejubelt und umarmt, von Politikern unter anderem als «Schlüsselfigur» gelobt und von Journalisten und Fotografen bedrängt. Schüchtern sagte er: «Ich habe doch nur meine Pflicht getan.» Die Zeitung «El Mundo» und andere Blätter hatten sein Bild auf Seite eins, der staatliche TV-Sender RTVE feierte «den kleinen, großen Helden». Ohne seinen selbstlosen Einsatz wäre die Opferzahl wohl viel höher, hieß es.

In dem modernen Wohnkomplex befanden sich circa 140 Wohnungen mit etwa 450 Bewohnern. Das Feuer war am Donnerstag gegen 17 Uhr ausgebrochen und hatte binnen kürzester Zeit die gesamte Wohnanlage mit zwei Flügeln erfasst. Die überraschend schnelle, im TV live übertragene Ausbreitung der Flammen war laut Experten wohl auf brennbare Teile der Fassadenisolierung zurückzuführen. Zudem fachte starker Wind das Feuer an. Verschiedene regionale Architektenkammern wiesen die Spekulationen aber zurück und baten darum, die Ergebnisse der Untersuchungen abzuwarten. Die Justiz leitete ein Ermittlungsverfahren ein.


Bildnachweis: © Rober Solsona/EUROPA PRESS/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App? 

Meistgelesene Artikel

Michaeliswoche 2026: Das erwartet euch in Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Vom 25. September bis 4. Oktober bietet die Michaeliswoche in Gütersloh Kirmes, Straßenkunst und ein Familienprogramm.

weiterlesen...
Straßenfiffi und verkaufsoffener Sonntag am 27. September in Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Am 27. September 2026 bietet Gütersloh von 13 bis 18 Uhr Straßenkunst auf Berliner Platz und Kolbeplatz sowie einen verkaufsoffenen Sonntag.

weiterlesen...
Publikumspreis für „changes“ am Theater Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Das Stück „changes“ von Maja Zade erhielt den Publikumspreis in Gütersloh.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mann stirbt in Tigergehege in England
Allgemeines

In einem Zoo im Norden Englands spielt sich ein dramatischer Vorfall ab. Ein Mann gerät in direkten Kontakt mit einem Sibirischen Tiger - für ihn kommt jede Hilfe zu spät.

weiterlesen...
USA: Vier Tote und etliche ohne Strom durch Sturm «Isaias»
Allgemeines

In mehreren Bundesstaaten im Süden der USA herrscht nach Ankunft von Sturm «Isaias» Ausnahmezustand. Mehrere Menschen kommen ums Leben. In den Metropolen an der Ostküste dürfte es sehr nass werden.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mann stirbt in Tigergehege in England
Allgemeines

In einem Zoo im Norden Englands spielt sich ein dramatischer Vorfall ab. Ein Mann gerät in direkten Kontakt mit einem Sibirischen Tiger - für ihn kommt jede Hilfe zu spät.

weiterlesen...
USA: Vier Tote und etliche ohne Strom durch Sturm «Isaias»
Allgemeines

In mehreren Bundesstaaten im Süden der USA herrscht nach Ankunft von Sturm «Isaias» Ausnahmezustand. Mehrere Menschen kommen ums Leben. In den Metropolen an der Ostküste dürfte es sehr nass werden.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner