Schokolade kann vieles sein: Nervennahrung, kleine Belohnung oder Trostpflaster. Um die beliebte Süßigkeit ranken sich einige Behauptungen: Ihr Genuss führe zu Pickeln oder Weihnachtsmänner würden nach der Saison zu Osterhasen umverpackt. Ist da was dran? Zum Internationalen Tag der Schokolade (13.9.) stehen Schoko-Mythen auf dem Prüfstand. Das ist nur teilweise richtig. Dunkle Schokolade enthält meist mehr Kakaoflavanole als Milchschokolade. Diese Pflanzenstoffe können nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Funktion der Blutgefäße unterstützen. Sie tragen dazu bei, dass sich die Gefäße erweitern. Daraus folgt aber nicht, dass dunkle Schokolade generell ein gesundes Lebensmittel ist oder vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt. Für diesen möglichen Effekt nennt die EFSA eine tägliche Menge von 200 Milligramm Kakaoflavanolen. Diese Menge ist jedoch keine allgemeine Verzehrempfehlung. Sie bezeichnet die tägliche Aufnahme, die für den beschriebenen Effekt zugrunde gelegt wird. Wie viel Schokolade dafür nötig wäre, lässt sich nicht pauschal sagen: Je nach Produkt könnten 200 Milligramm bereits in rund 10 Gramm enthalten sein. Bei flavanolärmeren Sorten wären dagegen größere Mengen nötig. Der genaue Flavanolgehalt einer handelsüblichen 100-Gramm-Tafel lässt sich anhand des Kakaoanteils allein nicht verlässlich bestimmen. Unklar. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Schokoladenkonsum und Akne ist nach der bisherigen Studienlage nicht abschließend geklärt. Eine systematische Übersichtsarbeit fand jedoch Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Akne und einer Ernährung mit höherem glykämischem Gehalt. Dabei spielen sowohl die Geschwindigkeit des Blutzuckeranstiegs als auch die Menge verwertbarer Kohlenhydrate in einer Portion eine Rolle. Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass gerade Milchschokolade typischerweise sowohl Zucker als auch Milchbestandteile enthält. Deshalb lässt sich nur schwer sagen, welcher Bestandteil für einen möglichen Effekt verantwortlich ist. Eine denkbare Erklärung wäre also, dass neben der Schokolade selbst auch ihre Zusammensetzung eine Rolle spielt: Eine zuckerreiche Portion kann den Blutzucker erhöhen und zu einer höheren glykämischen Last beitragen. Milchprodukte werden in einigen Beobachtungsstudien mit Akne in Verbindung gebracht. Außerdem können Insulin und der insulinähnliche Wachstumsfaktor IGF-1 Prozesse beeinflussen, die bei der Entstehung von Akne eine Rolle spielen. Schokolade aus dem Supermarkt ist heute meist süß. Das war nicht immer so. Forschende gehen davon aus, dass der Kakaobaum im oberen Amazonasgebiet domestiziert wurde. Nachweise aus dem heutigen Ecuador reichen rund 5.300 Jahre zurück. Schon lange vor der modernen Tafelschokolade nutzten Menschen in Südamerika und später in Mesoamerika Kakao für Getränke. Diese Kakaogetränke wurden häufig mit Wasser und regionalen Gewürzen zubereitet und schmeckten meist bitter - gelegentlich wurden sie auch gesüßt, etwa mit Honig. Nach der Einführung des Kakaos in Europa wurde das Getränk dort zunehmend mit Zucker versetzt. Die moderne Tafelschokolade entwickelte sich im 19. Jahrhundert. Schokolade macht nicht nachweislich dauerhaft glücklich – sie kann aber kurzfristig die Stimmung verbessern. Eine systematische Übersichtsarbeit wertete dazu Studien über die Auswirkungen von Schokolade auf Stimmung und kognitive Funktionen aus. Die Ergebnisse waren gemischt: Einige Untersuchungen zeigten eine kurzfristige Verbesserung der Stimmung, in anderen ließ sich kein eindeutiger Effekt feststellen. Kurzfristig kann Schokolade die Stimmung heben – ein anhaltender positiver Effekt ist nicht belegt. Die Forschung legt nahe, dass mehrere Faktoren zu einer positiven Reaktion beitragen können. Dazu gehören Geschmack, Geruch und das sogenannte Mundgefühl der Schokolade – etwa das Knacken beim Abbeißen, die cremige Konsistenz und das Schmelzverhalten im Mund. Diese Eigenschaften können die Wahrnehmung und das Gefallen beeinflussen. Daneben werden bestimmte Inhaltsstoffe untersucht, darunter Kakaoflavanole, Koffein und Theobromin. Auch Erwartungen, Vertrautheit und persönliche Einstellungen können die emotionale Reaktion auf Schokolade beeinflussen. Ein Gerücht hält sich hartnäckig: Übrig gebliebene Schoko-Weihnachtsmänner würden eingeschmolzen und später als Osterhasen verkauft. Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) stimmt das nicht. Die Saisonartikel bestünden aus frisch hergestellter Schokoladenmasse, erklärt der BDSI. Nicht verkaufte Ware werde nach den Festtagen in der Regel günstiger angeboten oder kostenlos an gemeinnützige Organisationen weitergegeben. Eine Rücknahme bereits ausgelieferter Saisonware, ihre Einschmelzung und anschließendes Neuformen wären nach Einschätzung des BDSI zudem nicht mit den Qualitätsanforderungen vereinbar. Der Verband hält ein solches Vorgehen für lebensmittelrechtlich nicht zulässig und wirtschaftlich nicht sinnvoll. Ein Umverpacken von Weihnachts- in Osterware schließt der Verband aus.Behauptung: Dunkle Schokolade ist gesund
Behauptung: Schokolade lässt die Pickel sprießen
Behauptung: Schokolade ist immer süß
Behauptung: Schokolade macht glücklich
Behauptung: Aus Weihnachtsmännern werden Osterhasen
Bildnachweis: © Christian Charisius/dpa
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Macht Schokolade glücklich? Süße Mythen auf dem Prüfstand
Lässt sie Pickel entstehen? Ist die dunkle Variante gesund? Und werden aus Weihnachtsmännern noch Osterhasen? Ein Faktencheck verbreiteter süßer Mythen zum Tag der Schokolade.
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