10. November 2022 / Allgemeines

Mann springt wohl unter Zwang in Main: Angeklagter schweigt

Eingeschüchtert durch Schläge eines Bekannten weiß sich ein Mann nicht anders zu helfen und springt im Winter in den Main. Er stirbt. Sein mutmaßlicher Peiniger will vor Gericht nichts dazu sagen.

Der Angeklagte soll seinen Bekannten aus Rache zu einem tödlichen Sprung von einer Mainrücke gezwungen haben.
Veröffentlicht am 10. November 2022 um 14:07 Uhr von Angelika Resenhoeft, dpa

Aus Rache soll ein Mann einen Bekannten misshandelt und gezwungen haben, in den eiskalten Main zu springen. Das verzweifelte, körperlich durch Schläge und winterliche Kälte erschöpfte Opfer hat keine Chance und stirbt: Seit Donnerstag muss sich der mutmaßliche Täter vor dem Landgericht Aschaffenburg verantworten, unter anderem wegen Mordes. Gesehen hat die Tat im Februar in Unterfranken wohl niemand, aber der Angeklagte soll alles mit seinem Handy gefilmt haben.

In einem Clip ist am ersten Prozesstag das Opfer in offensichtlicher Todesangst zu sehen, das sich von außen an ein Brückengeländer klammert. Eine Männerstimme zählt laut bis drei, der 30-Jährige lässt los und stürzt rund zwölf Meter in den Tod.

Zunächst keine Angaben

«Heute wird mein Mandant noch keine Angaben machen», sagt der Verteidiger des 35-jährigen Angeklagten angesichts der Vorwürfe am Donnerstag. Am nächsten Verhandlungstag (18. November) werde er aber wohl Fragen des Gerichts beantworten. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung, räuberische Erpressung und Mord in mittelbarer Täterschaft. Das bedeutet, ein Täter nutzt jemand anderen als «Werkzeug» für die Begehung der Tat, führt also die Handlung nicht selbst aus.

Die Staatsanwaltschaft listet vor der Großen Strafkammer etliche Vorwürfe auf, darunter Schläge gegen den Kehlkopf und das Jochbein des Opfers. Der Angeklagte soll den Mann zudem gezwungen haben, in der Nacht vom 17. auf den 18. Februar bei Wörth am Main (Landkreis Miltenberg) bis zur Brust in den Hochwasser führenden Fluss zu gehen und dort - bei einer Wassertemperatur von nicht einmal sieben Grad Celsius - für ein paar Minuten zu bleiben. Ebenso dokumentiert per Handy. «Er wollte sich rächen», sagt Oberstaatsanwalt Jürgen Bundschuh vor Gericht.

Verdächtiger und Opfer kannten sich seit Jahren

In der Tatnacht will der 35-Jährige dem Opfer mutmaßlich eine Abreibung verpassen. Nachdem er es laut Anklage malträtiert und ins Wasser schickt, zwingt der Angeklagte den stark frierenden 30-Jährigen schließlich, zu einer mehr als einen Kilometer entfernten Fußgänger- und Eisenbahnbrücke zu laufen. Dort fällt das Opfer schließlich in den Tod.

Der Verdächtige und das Opfer kannten sich seit Jahren, beide saßen zeitweise auch zusammen in einem Gefängnis. Dort soll sich das Opfer bei einem Stationsbeamten über den gewalttätigen Angeklagten beschwert haben.


Bildnachweis: © Heiko Becker/HMB Media/ Heiko Becker
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App? 

Meistgelesene Artikel

Woche der kleinen Künste: Stadtbus-Linie 208 wird umgeleitet
Stadt Gütersloh

Pressemitteilung der Stadtwerke Gütersloh.

weiterlesen...
Giftmobil und Elektroschrottsammlung auf Herbsttour
Stadt Gütersloh

22 Haltestellen werden an drei Freitagen und drei Samstagen angefahren.

weiterlesen...
Goldener Kamm in Gütersloh
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...

weiterlesen...

Neueste Artikel

Ätna-Aschewolke behindert weiter Flüge über Sizilien
Allgemeines

Auf der italienischen Mittelmeerinsel stößt Europas aktivster Vulkan seit Sonntag wieder massiv Asche aus. Sicherheitshalber wurde ein Flugverbot nun bis zum Abend verlängert.

weiterlesen...
Frauenleiche gefunden: Zwei Tote bei Zusammenstoß in Venedig
Allgemeines

Die Bilder von Wassertaxis vor der Kulisse von Venedig kennt jeder. Jetzt kamen bei einem Unfall zwei Menschen ums Leben. Die Polizei warnt vor Rasern.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Ätna-Aschewolke behindert weiter Flüge über Sizilien
Allgemeines

Auf der italienischen Mittelmeerinsel stößt Europas aktivster Vulkan seit Sonntag wieder massiv Asche aus. Sicherheitshalber wurde ein Flugverbot nun bis zum Abend verlängert.

weiterlesen...
Frauenleiche gefunden: Zwei Tote bei Zusammenstoß in Venedig
Allgemeines

Die Bilder von Wassertaxis vor der Kulisse von Venedig kennt jeder. Jetzt kamen bei einem Unfall zwei Menschen ums Leben. Die Polizei warnt vor Rasern.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner