Mit einem Lügengeflecht über Drogenmafia, Zeugenschutz und implantierte Mikrochips soll ein Mann seine Familie jahrelang isoliert und gequält haben. Der 45-Jährige steht deshalb von Mitte Januar an vor dem Landgericht Bremen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die Ermittler werfen ihm unter anderem schwere Misshandlung von Schutzbefohlenen vor. (Az. 42 KLs 425 Js 62746/22) Nach Angaben des Gerichts lebte die Familie gemeinsam in Bremen und Bremerhaven. Der Mann soll seine Partnerin und deren Töchter von 2013 bis 2019 vollständig kontrolliert haben. Er soll ihnen eingeredet haben, die Drogenmafia sei hinter ihnen her und sie seien im Zeugenschutzprogramm. Außerdem soll er sich als Arzt sowie als Mitarbeiter des Bundeskriminalamts ausgegeben haben, das ihnen zur Überwachung Mikrochips implantiert habe. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, die Töchter immer wieder für längere Zeit in ihrem Zimmer eingesperrt zu haben. Sie durften sich nicht berühren und sich auch nicht unterhalten, für die Notdurft stand ein Eimer bereit. Das Einsperren soll er mit ansteckenden oder tödlichen Krankheiten begründet haben. Er soll einer der Töchter vermutlich Kochsalzlösung gespritzt und ihr Medikamente verabreicht haben. Ferner soll der Mann einer Tochter angebliche Straftaten vorgeworfen haben. Laut Gericht soll der Angeklagte seiner Partnerin mit gefälschten Dokumenten eingeredet haben, dass sie einen Herzinfarkt erlitten habe und an Lungenkrebs leide. Er soll ihr Spritzen gegeben und ihr Tabletten sowie Tropfen verabreicht haben. Der Prozess beginnt am 15. Januar, ein Urteil könnte Anfang März fallen.
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Mann vor Gericht – Familie mit Lügen und Gewalt isoliert?
Gefälschte Diagnosen, stundenlanges Einsperren und angsteinjagende Lügen: Ein Angeklagter soll seine Familie über Jahre gequält haben. Was ihm die Ermittler vorwerfen.
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