17. Februar 2026 / Allgemeines

Mordanklage im Cold Case Maria mehr als 41 Jahre nach Tat

Mehr als vier Jahrzehnte nach der Strangulation einer Frau in Aschaffenburg wird der jahrelang Verdächtige festgenommen. Nun gibt es eine Anklage.

Maria Köhler wurde nur 19 Jahre alt.
Veröffentlicht am 17. Februar 2026 um 12:39 Uhr von dpa

Mehr als 41 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer angehenden Krankenschwester in Unterfranken hat die Staatsanwaltschaft Aschaffenburg einen Mann wegen Mordes angeklagt. Der frühere Freund der 19-jährigen Maria Köhler soll das Opfer am 30. Juli 1984 mit einem Netzschal erdrosselt haben - aus Eifersucht und Rache. «Die Staatsanwaltschaft geht aufgrund ihrer Ermittlungen davon aus, dass er hierbei heimtückisch gehandelt (...) hat», teilte die Behörde mit.

Jahrzehntelange Suche

Seit der Tat vermutete die Polizei, dass der damalige Ex-Freund der Täter ist - allerdings konnte der Mann jahrzehntelang nicht gefasst werden. Die 19-Jährige hatte sich vor ihrem Tod von dem damals 25-Jährigen getrennt und einen neuen Freund - einen im hessischen Hanau stationierten US-Soldaten.

Der Verdächtige floh nach der Tat den Ermittlern zufolge von Frankfurt/Main aus in die Türkei, wo er geboren wurde. Zwei Tage später wurde das Opfer von einer Vorgesetzten in einem Wohnheim für angehende Krankenschwestern in Aschaffenburg tot gefunden.

Mutmaßlicher Täter lebte lange in Deutschland

Seither war der heute 66-Jährige weltweit gesucht worden. Mitte 1998 reiste er nach bisherigen Erkenntnissen unter anderem Namen wieder nach Deutschland ein - zusammen mit seiner deutschen Ehefrau, die er zuvor in der Türkei geheiratet haben soll. In Aschaffenburg lebte er dann etwa 16 Jahre lang unter falscher Identität, bevor er wieder in die Türkei ausreiste. Der Mann hat nach Polizeiangaben keine Staatsangehörigkeit. Seine türkische Staatsangehörigkeit soll er verloren haben, weil er sich dem Militärdienst verweigert haben soll.

Neue Ermittlungen seit Ende 2024

Ende 2024 nahmen sich Altfall-Ermittler das ungelöste Verbrechen wieder vor und fanden den Mann in der Türkei. Im vergangenen September wurde der Verdächtige nach Deutschland überstellt. Er hat die Tat nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestanden und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Experten konnten zudem DNA an der mutmaßlichen Tatwaffe sichern. Als Verursacher komme «mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit» der Verdächtige infrage, so die Staatsanwaltschaft.

Sollte das Landgericht die Anklage zulassen und es zu einem Prozess kommen, ist nur noch eine Verurteilung wegen Mordes möglich - andere Verbrechen sind so lange nach der Tat bereits verjährt.


Bildnachweis: © -/Kriminalpolizei Aschaffenburg/dpa
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