28. Februar 2026 / Allgemeines

Nach Tod eines Kleinkindes: Ein Dorf soll Speichel abgeben

Der Tod des zweijährigen Emile gehört zu den mysteriösesten Todesfällen Frankreichs. Französische Ermittler nehmen nun nahezu die gesamte Bevölkerung eines kleinen Dorfes ins Visier.

Rund 100 Menschen sollen ihren Speichel abgeben - fast so viel wie das Dorf Einwohner zählt.
Veröffentlicht am 28. Februar 2026 um 12:05 Uhr von dpa

Le Vernet zählt etwas mehr als 100 Einwohner – und fast alle sollen Speichelproben abgeben. Nach dem Tod des zweijährigen Émile im Sommer 2023 wurde nun in dem südfranzösischen Alpendorf ein DNA-Massentest gestartet. Die Aktion soll sich über die nächsten Wochen erstrecken, berichteten Medien unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Rund 100 Menschen sollen an dem Test teilnehmen. Betroffen sind Einwohner des Alpen-Weilers sowie Urlauber und Spaziergänger, die sich am Tag des Verschwindens des Kindes dort aufhielten, berichtete der Radiosender «France Info».

Schädel ein Jahr nach Verschwinden entdeckt

Émile war am 8. Juli 2023 verschwunden. Rund neun Monate später fand eine Spaziergängerin den Schädel des Kindes in einem Wald etwa zwei Kilometer vom Dorf entfernt. Untersuchungen ergaben, dass das Kind ein schweres Gesichtstrauma erlitten hatte.

Ermittler entdeckten in dem Gebiet auch Kleidungsstücke des Kindes. Die nun gesammelten Speichelproben sollen mit genetischen Spuren verglichen werden, die auf einem Schuh des verschwundenen Jungen gefunden wurden. Die Familie von Émile ist von der Testaktion ausgenommen, da ihre DNA bereits zu Beginn der Ermittlungen erfasst wurde.

Ermittlungen wegen vorsätzlicher Tötung

Die Behörden gehen davon aus, dass der Fundort nicht der Tatort ist und die Überreste von diesem wegtransportiert wurden. Seitdem laufen Ermittlungen wegen vorsätzlicher Tötung und unerlaubter Wegnahme der Leiche. In den Wochen nach dem Verschwinden hatte die Polizei die Umgebung großräumig abgesucht, unter anderem mit Leichenspürhunden.


Bildnachweis: © Christophe Simon/AFP/dpa
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