30. Juli 2026 / Allgemeines

Waldbrände in Südeuropa: Entspannung und neue Einsätze

In Spanien und Frankreich können viele Menschen nach Waldbränden zurück in ihre Häuser. Auf Kreta kämpfen Feuerwehrleute gegen Sturmböen und Flammen – trotz modernster Technik und neuer Drohnen.

Angesichts einer neuen Hitzewelle mit extremen Temperaturen rief Ministerpräsident Pedro Sánchez die Bevölkerung zu besonderer Vorsicht auf.
Veröffentlicht am 30. Juli 2026 um 13:30 Uhr von dpa

Während sich die Waldbrandlage an der französischen Atlantikküste sowie in der Region rund um Spaniens Hauptstadt Madrid entspannt, kämpfen Einsatzkräfte in anderen Teilen Südeuropas weiter gegen neue Feuer. Hohe Temperaturen, Trockenheit und teils stürmische Winde erschweren die Löscharbeiten. Auf der bei deutschen Urlaubern beliebten Mittelmeerinsel Kreta starben auch Feuerwehrkräfte. 

  • FRANKREICH

An der französischen Atlantikküste können weitere 84.000 Menschen in ihre Häuser zurückkehren, da sich die Waldbrandlage spürbar entspannt hat. Wie die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, am Morgen entschied, können die Bewohner von neun vorsorglich evakuierten Orten nach Hause. Insgesamt 224.000 Menschen waren in der Region evakuiert worden. Am Dienstagabend konnten bereits 60.000 Menschen in drei evakuierte Gemeinden zurückkehren. Auch in Südfrankreich und im Burgund kämpfen die französischen Einsatzkräfte weiter gegen Naturbrände. 

Unter den Menschen, die wegen der Brände aus ihren Häusern mussten, sind nach Medienberichten auch der Hollywood-Star George Clooney («Syriana») und seine Familie. Sie hätten das Anwesen in der südfranzösischen Gemeinde Brignoles verlassen, berichteten unter anderem die US-Magazine «People» und «Us Weekly».

  • SPANIEN

Nach der Entspannung bei den verheerenden Waldbränden rund um Madrid hat Ministerpräsident Pedro Sánchez den nationalen Notstand aufgehoben. Die Brände in den Regionen Madrid, Ávila und Toledo sind inzwischen weitgehend eingedämmt, die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen wurden aufgehoben.

Erleichterung gab es auch aus der Provinz Castellón im Osten des Landes: Der große Waldbrand im Gebiet Vall d'Uixó nördlich von Valencia breitet sich nach Behördenangaben nicht weiter aus. Auch dort hatten Tausende Menschen evakuiert werden müssen. Insgesamt erfassten die Flammen dort 9.300 Hektar.

Damit scheint die schlimmste Waldbrandlage seit Jahrzehnten vorerst unter Kontrolle. Allein in der Provinz Ávila zerstörten die Flammen rund 50.000 Hektar Wald- und Buschland – nach Behördenangaben war es der größte Waldbrand seit Beginn der amtlichen Erfassung 1968.

Angesichts einer neuen Hitzewelle mit extremen Temperaturen rief Sánchez die Bevölkerung dennoch zu besonderer Vorsicht auf. Mehrere der schwersten Brände seien durch Unachtsamkeit verursacht worden. 

Trotz der Entspannung an den größten Brandherden lodern in Spanien weiter Waldbrände. Nach Angaben des staatlichen Senders RTVE brachen neue Feuer im Nordwesten des Landes in der Provinz León sowie in einem Naturpark der Provinz Zamora nahe der Grenze zu Portugal aus. Wegen erheblicher Risiken für die Anwohner seien dort bis Donnerstagmorgen 12 Ortschaften sowie ein Campingplatz geräumt worden, meldete der Rundfunk. Rund 1.000 Menschen seien betroffen. An zwei Fronten hätten Feuerwehrleute und Helfer allerdings die Flammen inzwischen eindämmen können, teilte ein Sprecher der örtlichen Verwaltung mit.

  • GRIECHENLAND

Der Waldbrand im Süden der griechischen Insel Kreta wütet weiter. Starke Winde mit Geschwindigkeiten von mehr als 125 Kilometern pro Stunde würden den Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern erschweren, teilte der griechische Wetterdienst (EMY) mit. Mit einer Abschwächung der Winde wird erst am Wochenende gerechnet. «Es stehen uns schwierige Tage bevor», sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Fernsehsender ERT.

Auf Kreta kamen bislang zwei Feuerwehrleute ums Leben, ein weiterer starb auf der Halbinsel Peloponnes. Aus der Region des beliebten Ferienortes Agia Galini an der Südküste Kretas wurden mehr als 8.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Am Donnerstag konnten Urlauber nach Angaben von Reportern vor Ort zurückkehren.

Im Vergleich zu Spanien und Frankreich blieb Griechenland in diesem Sommer bislang von großflächigen Waldbränden weitgehend verschont. Behörden führen das unter anderem darauf zurück, dass langanhaltende Hitzewellen bislang ausblieben und der Brandschutz nach den verheerenden Feuern der vergangenen Jahre deutlich ausgebaut wurde. Dafür stehen 85 Löschflugzeuge und -hubschrauber bereit. Zudem sollen mehr als 100 Drohnenbasen Brände frühzeitig erkennen, vier eigens für die Brandbekämpfung entwickelte Satelliten überwachen besonders trockene Wald- und Buschgebiete.

Doch die Brände auf Kreta zeigen nach Einschätzung der Behörden, dass selbst moderne Technik und zusätzliche Löschflugzeuge an ihre Grenzen stoßen, wenn Sturmböen die Flammen anfachen und Löscheinsätze aus der Luft kaum möglich sind. 

  • TÜRKEI

Auch in der Türkei kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen zahlreiche Waldbrände im Süden und Westen des Landes, die durch starke Winde angefeuert werden. Man versuche zurzeit Brände in den Provinzen Antalya, Mugla und Balikesir vollständig unter Kontrolle zu bringen, sagte Forstminister Ibrahim Yumakli dem Staatssender TRT zufolge. Bei drei weiteren sei das bereits gelungen. In der Nacht sei zudem ein weiterer Waldbrand im Bezirk Fethiye der Provinz Mugla hinzugekommen.


Bildnachweis: © Manu Fernandez/AP/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App? 

Meistgelesene Artikel

Publikumspreis für „changes“ am Theater Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Das Stück „changes“ von Maja Zade erhielt den Publikumspreis in Gütersloh.

weiterlesen...
Straßenfiffi und verkaufsoffener Sonntag am 27. September in Gütersloh
Lokalnachrichten aus Gütersloh

Am 27. September 2026 bietet Gütersloh von 13 bis 18 Uhr Straßenkunst auf Berliner Platz und Kolbeplatz sowie einen verkaufsoffenen Sonntag.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Befreier von Häftling könnten eigene Schlüssel gehabt haben
Allgemeines

Bei der Befreiung eines Gefangenen aus einem Ärztehaus in Essen trugen die JVA-Bediensteten ihre Schlüssel für die Fesseln bei sich. Was die Ermittler daraus schließen.

weiterlesen...
 K-Einbruch - Informationsstand der Polizei zum Thema Einbruchschutz
Polizeimeldung

Gütersloh (ots) - Gütersloh (FK) - Rund um den Tag des Einbruchschutzes sind die technischen Sicherheitsberater der...

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Befreier von Häftling könnten eigene Schlüssel gehabt haben
Allgemeines

Bei der Befreiung eines Gefangenen aus einem Ärztehaus in Essen trugen die JVA-Bediensteten ihre Schlüssel für die Fesseln bei sich. Was die Ermittler daraus schließen.

weiterlesen...
Fünf Tote bei Gewalttat an Grundschule in Oregon
Allgemeines

An einer Grundschule im Westen der USA tötet mutmaßlich ein Teenager drei Kinder und eine Lehrkraft. Auch der Tatverdächtige selbst wird erschossen - noch bevor die Polizei eintrifft.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner