20. Juli 2021 / Allgemeines

Noch 171 Menschen in Katastrophengebieten vermisst

Allein im schwer getroffenen Kreis Ahrweiler ist der Verbleib von 155 Personen unklar. Behörden in Rheinland-Pfalz und NRW befürchten, im Zuge der Aufräumarbeiten könnten weitere Todesopfer gefunden werden.

Weitgehend zerstört und überflutet ist das Dorf Schuld im Kreis Ahrweiler.
von dpa

Sechs Tage nach den verheerenden Unwettern in Rheinland-Pfalz und NRW werden noch immer viele Menschen vermisst. Allein in Rheinland-Pfalz beläuft sich die Zahl nach Angaben der Koblenzer Polizei auf 155 Personen.

Im Rhein-Erft-Kreis in NRW gelten noch 14 Menschen als vermisst, aus dem Kreis Euskirchen zwei weitere. Bei ihnen sei der Aufenthaltsort derzeit noch ungewiss, sagte Landrat Frank Rock auf einer Pressekonferenz des Kreises. Demnach habe die örtliche Personenauskunftsstelle schon viele Vermisstenfälle klären können. «Viele, viele Leute haben sich bei ihren Verwandten gemeldet und sind wohlauf», teilte die Polizei mit.

In Nordrhein-Westfalen kamen durch das Hochwasser 48 Menschen ums Leben. Im schwer getroffenen Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz wurden bislang 122 Menschen tot geborgen. In beiden Bundesländern wird nicht ausgeschlossen, dass im Zuge der Aufräumarbeiten noch weitere Opfer entdeckt werden.

40.000 Hochwasser-Betroffene im Kreis Ahrweiler

Von den Folgen des verheerenden Hochwassers im Kreis Ahrweiler sind rund 40.000 Menschen betroffen. Es sei eine «ungeheure große Zahl von Menschen» auf einer «ungeheuren Fläche», sagte der Leiter des Krisenstabes des Landes und Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Thomas Linnertz, in Bad Neuenahr-Ahrweiler. «So etwas haben wir noch nie erlebt. Das ist eine große Herausforderung.»

Die Lage sei immer noch sehr angespannt: «Weil so viel Infrastruktur zur Versorgung der Bevölkerung zerstört ist», sagte Linnertz - und fügte hinzu: «Grundlegende Dinge wie Strom, Wasser, Abwasser.» Zurzeit konzentriere sich das Land Rheinland-Pfalz, das am Wochenende die Leitung für den Katastropheneinsatz im Kreis Ahrweiler übernommen hat, auf die Versorgung der Menschen und Hilfeleistungen.

«Ungeheure Mengen an Schutt und Sperrmüll»

Wichtiges Thema sei auch die «Entsorgungsproblematik», sagte er. «Da sind ungeheure Mengen an Schutt und Sperrmüll, die anfallen und die sich jetzt in den Dörfern türmen. Das muss raustransportiert werden.» Insgesamt sei die Dauer des Einsatzes nicht abschätzbar. Die Schadenslage sei «sehr weitreichend».

Im Ahrtal seien derzeit rund 2500 Kräfte im Hilfseinsatz, darunter 800 Soldaten der Bundeswehr, 200 Helfer des Technischen Hilfswerks und rund 800 Feuerwehrleute. Für die psychosoziale Notbetreuung seien um die 300 Menschen im Einsatz, sagte Linnertz.


Bildnachweis: © Boris Roessler/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Neueste Artikel:

Weltweit mehr als 200 Millionen Corona-Infektionen
Allgemeines

Aufgrund der rasanten Verbreitung der Delta-Variante stieg die Zahl der Neuinfektionen zuletzt stark an. Die Zahl der weltweit bestätigten Todesfälle hat sich seit Ende Januar verdoppelt.

weiterlesen...
EU fehlen valide Daten für Zulassung von Sputnik V
Allgemeines

Der russische Impfstoff Sputnik V ist laut Herstellerangaben weltweit in 69 Staaten zugelassen, in Europa allerdings nicht. Für eine Freigabe fehlen offenbar noch immer genügend valide Daten.

weiterlesen...

Das könnte Dich auch interessieren:

Weltweit mehr als 200 Millionen Corona-Infektionen
Allgemeines

Aufgrund der rasanten Verbreitung der Delta-Variante stieg die Zahl der Neuinfektionen zuletzt stark an. Die Zahl der weltweit bestätigten Todesfälle hat sich seit Ende Januar verdoppelt.

weiterlesen...
EU fehlen valide Daten für Zulassung von Sputnik V
Allgemeines

Der russische Impfstoff Sputnik V ist laut Herstellerangaben weltweit in 69 Staaten zugelassen, in Europa allerdings nicht. Für eine Freigabe fehlen offenbar noch immer genügend valide Daten.

weiterlesen...
ANZEIGE – Premiumpartner