Der Medizin-Nobelpreisträger Ardem Patapoutian ist Wissenschaftler aus Begeisterung. Als Schüler nach eigenen Angaben noch ein «klassischer Spätzünder», habe er sich schließlich regelrecht in die Forschungsarbeit verliebt, sagte der Experte für die molekularen Grundlagen der Sinneswahrnehmung einmal über sich selbst. Der 1967 in Beirut geborene Wissenschaftler erlebte eine vom libanesischen Bürgerkrieg geprägte Kindheit. Nach seiner Schulzeit, in der er ein Händchen für Mathe und Naturwissenschaften gehabt habe, ging er auf die Amerikanische Universität in Beirut, bevor er 1986 in die USA kam und dort die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm. Hier studierte und promovierte er schließlich über Entwicklungsbiologie. Den Lebensstil im Labor beschrieb er später als «glückliche, verrückte und flexible Stunden». 1996 ging Patapoutian an die University of California, San Francisco, um zu Nervenwachstumsfaktoren zu forschen. Etwa vier Jahre später trat er in den Lehrkörper des Scripps Research Institute in La Jolla ein, wo er heute Professor für Neurowissenschaften ist. Patapoutian konnte entscheidende Beiträge zur Identifizierung neuartiger Ionenkanäle und Rezeptoren leisten, die unter anderem an der Temperatur- und Tastsinneswahrnehmung beteiligt sind. Für seine Arbeit ist der Vater eines Sohnes schon vielfach ausgezeichnet worden - vor dem Nobelpreis unter anderem 2017 mit dem W. Alden Spencer Award und 2019 mit dem Rosenstiel Award. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem Kavli-Preis für Neurowissenschaften geehrt. Er selbst sehe es als riesiges Privileg, Wissenschaftler sein zu können, so der Molekularbiologe. «Die intellektuelle Nahrung, das reichhaltige Universum von Mitstreitern, die schönen Orte auf der Welt, an die mich die Wissenschaft geführt hat, die Wunder und Geheimnisse des menschlichen Körpers - welche Freude, welches Glück.» Nach der Auszeichnung retweetete Patapoutian ein Foto, das ihn und seinen Sohn Luca im Bett sitzend beim Anschauen der offiziellen Verkündung zeigt. «Ein Tag, um dankbar zu sein», schrieb er dazu. «Dieses Land hat mir eine Chance gegeben mit einer großartigen Ausbildung und Unterstützung für die Grundlagenforschung. Und für meine Laboranten und Mitarbeiter, die mit mir zusammenarbeiten.»
Bildnachweis: © Scripps Research/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Patapoutian – vom «Spätzünder» zum Nobelpreisträger
Seine Kindheit war vom Bürgerkrieg im Libanon geprägt. Auch in der Schule empfand er sich eher als Spätzünder. Nun erhält der Molekularbiolog eine der höchsten Auszeichnungen überhaupt.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Gütersloh App?
Meistgelesene Artikel
- 14. September 2026
Michaeliswoche 2026: Das erwartet euch in Gütersloh
Vom 25. September bis 4. Oktober bietet die Michaeliswoche in Gütersloh Kirmes, Straßenkunst und ein Familienprogramm.
- 24. September 2026
Straßenfiffi und verkaufsoffener Sonntag am 27. September in Gütersloh
Am 27. September 2026 bietet Gütersloh von 13 bis 18 Uhr Straßenkunst auf Berliner Platz und Kolbeplatz sowie einen verkaufsoffenen Sonntag.
- 21. September 2026
Publikumspreis für „changes“ am Theater Gütersloh
Das Stück „changes“ von Maja Zade erhielt den Publikumspreis in Gütersloh.
Neueste Artikel
- 11. Oktober 2026
Cybergrooming: Ermittler warnen vor Massenphänomen im Netz
Sie haben sexuelle Absichten und knüpfen Kontakte über Chats und Gaming-Plattformen: Wie Täter im Netz vorgehen, welche Hürden bei der Strafverfolgung bestehen und welche Maßnahmen Ermittler fordern.
- 11. Oktober 2026
Touristen-Golfcarts verstopfen Roms Zentrum – Ärger wächst
Zahllose Golfcarts kutschieren Touristen durch Roms Zentrum - und sorgen für noch mehr Verkehrschaos in der ohnehin überlasteten Innenstadt. Der Ärger wächst. Nun wird um klare Regelungen gerungen.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 11. Oktober 2026
Cybergrooming: Ermittler warnen vor Massenphänomen im Netz
Sie haben sexuelle Absichten und knüpfen Kontakte über Chats und Gaming-Plattformen: Wie Täter im Netz vorgehen, welche Hürden bei der Strafverfolgung bestehen und welche Maßnahmen Ermittler fordern.
- 11. Oktober 2026
Touristen-Golfcarts verstopfen Roms Zentrum – Ärger wächst
Zahllose Golfcarts kutschieren Touristen durch Roms Zentrum - und sorgen für noch mehr Verkehrschaos in der ohnehin überlasteten Innenstadt. Der Ärger wächst. Nun wird um klare Regelungen gerungen.






