15. August 2022 / Allgemeines

R. Kelly muss erneut vor Gericht

Zu Jahrzehnten Haft ist R. Kelly schon verurteilt - doch nun wird dem Ex-Popstar ein weiteres Mal der Prozess gemacht. Dabei geht es auch um ein berühmt gewordenes Video.

R. Kelly ist bereits zu 30 Jahren Haft verurteilt worden.
Veröffentlicht am 15. August 2022 um 03:42 Uhr von dpa

Nur wenige Wochen nach seiner Verurteilung zu 30 Jahren Haft muss sich Ex-Popstar R. Kelly ab heute erneut einem Missbrauchsprozess stellen. In seiner Heimatstadt Chicago beginnen die Verhandlungen vor einem Bundesgericht zunächst mit der Auswahl der Jury-Mitglieder.

Insgesamt ist Kelly in 13 Punkten angeklagt: Unter anderem wegen der Herstellung von Kinderpornografie in mehreren Fällen, der Verleitung Minderjähriger zu sexuellen Handlungen und Behinderung der Justiz. Auch zwei frühere Angestellte von ihm sind angeklagt.

Dabei geht es auch um ein bereits viele Jahre bekanntes Video, dass Kelly (55) zeigen soll, wie er ein 14-jähriges Mädchen missbraucht. In diesem Fall war der Musiker 2008 von einer Jury bereits freigesprochen worden.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun aber vor, das Opfer unter Druck gesetzt zu haben, damit diese nicht in dem Prozess aussagt. In der nun anstehenden Gerichtsverhandlung soll die mittlerweile volljährige Frau aber aussagen. Es wird damit gerechnet, dass der Prozess einen Monat dauern könnte. Ihm droht erneut eine jahrzehntelange Haftstrafe.

R. Kelly sitzt seit 2019 im Gefängnis

Der «I believe I can fly»-Sänger war Ende Juni in New York in einem Missbrauchsprozess zu einer Haftstrafe von 30 Jahren und einer Geldbuße von 100.000 Dollar verurteilt worden. Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Jury den Musiker nach mehrwöchigem Prozess in allen neun Anklagepunkten - darunter sexuelle Ausbeutung Minderjähriger, Kidnapping und Bestechung - für schuldig befunden. Kelly hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Er sitzt seit Sommer 2019 im Gefängnis.

Das Verfahren ist - nach Fällen wie denen von Filmproduzent Harvey Weinstein und Komiker Bill Cosby - eine weitere viel beachtete juristische Aufarbeitung in der MeToo-Ära.

Erste Anschuldigungen gegen den 1967 in Chicago als Robert Sylvester Kelly geborenen Musiker wurden bereits vor rund 25 Jahren bekannt. Doch der Musik-Koloss schien unangreifbar auf seinem Pop-Thron und blieb lange Zeit auf freiem Fuß. Mit mehr als 50 Millionen verkauften Alben, mehreren Grammys und anderen Auszeichnungen gehörte er zu den erfolgreichsten Musikern des späten 20. Jahrhunderts.

Aber spätestens als 2019 die aufsehenerregende Dokumentation «Surviving R. Kelly» die Anschuldigungen zusammenfasste, wurde es um den Sänger immer einsamer. Stars distanzierten sich von ihm, zudem Radiosender, Streaming-Dienste und dann auch sein Musiklabel.


Bildnachweis: © Abel Uribe/Chicago Tribune/ZUMA Press Wire/dpa
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