Bei den Staatsanwaltschaften in Deutschland gibt es immer mehr Verfahren und die Berge unerledigter Akten wachsen weiter. Erstmals blieben nach Angaben des Deutschen Richterbundes bundesweit mehr als 1,1 Million Fälle unbearbeitet. «Den Strafverfolgern steht die Verfahrensflut bis zum Hals», sagte Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes (DRB), der Deutschen Presse-Agentur. Mehr als 2,7 Millionen neue Fälle landeten laut Richterbund im ersten Halbjahr 2026 bundesweit bei den Staatsanwaltschaften - rund 52.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit zeichnet sich ab, dass die Eingangszahl bundesweit für das Gesamtjahr deutlich über 5 Millionen liegen wird. Der Richterbund rechnet mit einer neuen Höchstmarke. Bei den unerledigten Fällen ist diese mit mehr als 1,1 Millionen Verfahren zum Ende des ersten Halbjahres 2026 erreicht. Im Vergleich zum 30. Juni 2025 ist das eine Steigerung um 13 Prozent. Seit Jahren kennt die Entwicklung nur einen Trend - nach oben. So gab es laut Richterbund zum Jahresende 2020 bundesweit noch 709.367 offene Strafverfahren in den Behörden. Die Zahlen gehen auf eine Umfrage bei den Justizverwaltungen der Länder zurück, die die vom Richterbund herausgegebene «Deutsche Richterzeitung» durchgeführt hat. Berücksichtigt wurden dabei nur die Verfahren gegen namentlich bekannte Beschuldigte, wie es hieß. Mit Ausnahme des Landes Rheinland-Pfalz melden bundesweit alle Staatsanwaltschaften viele zusätzliche unbearbeitete Fälle. Die Unterschiede sind allerdings teils gravierend. Besonders viele zusätzliche unbearbeitete Fälle gab es zur Jahresmitte nach der Umfrage in Schleswig-Holstein. Dort stieg die Zahl der offenen Verfahren demnach zwischen Juni 2025 und Juni 2026 um gut 43 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern ging deren Zahl um knapp 40 Prozent nach oben. Die Landesregierungen müssten angesichts der Rekordeingangszahlen und immer höheren Aktenbestände der Staatsanwaltschaften konsequent gegensteuern, forderte DRB-Bundesgeschäftsführer Rebehn. Zwar gebe es in einigen Ländern in der Justiz Neueinstellungen. «Die Verfahrenszahlen der Staatsanwaltschaften wachsen aber deutlich schneller als die Stellenzahl, so dass die Überlastung in vielen Behörden anhält», so Rebehn.13 Prozent mehr offene Fälle
Belastung sehr unterschiedlich
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Richterbund: Höchststand bei unerledigten Strafverfahren
Der Aktenberg bei den Staatsanwaltschaften wächst und wächst. Immer neue Arbeit sorgt dafür, dass zunehmend viele Fälle liegen bleiben. Wo ist es besonders schlimm?
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