12. Dezember 2025 / Allgemeines

RKI: Grippe-Impfquote auf niedrigstem Stand seit 17 Jahren

Das Robert Koch-Institut warnt: Impfungen wie gegen Grippe und Covid-19 werden von Erwachsenen zu wenig genutzt. Bei einer anderen Gruppe sieht es bei den Impfquoten hingegen besser aus.

Weniger Menschen ließen sich in der vergangenen Saison gegen Influenza impfen. (Symbolbild)
Veröffentlicht am 12. Dezember 2025 um 15:13 Uhr von dpa

In Deutschland haben sich zuletzt so wenig ältere Erwachsene gegen Grippe impfen lassen wie seit 17 Jahren nicht mehr. In der Saison 2024/2025 sank die Quote der Standardimpfung gegen Influenza in der Altersgruppe ab 60, für die eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission gilt, im Vergleich zur vorherigen Saison nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) um 4 Prozentpunkte auf 34 Prozent. 

«Sie liegt damit auf dem niedrigsten Niveau seit Beginn der Berichterstattung in der Saison 2008/2009», so das RKI in seinem epidemiologischen Bulletin. Nur während der Corona-Pandemie (2020/2021) habe es einen vorübergehenden Anstieg gegeben. Für Erwachsene empfohlene Impfungen würden generell zu wenig genutzt.

Rückgang bei Covid-Impfungen von einem Drittel 

In ihrem aktuellen Bericht zu akuten Atemwegserkrankungen schreiben die Experten, dass nach Definition des RKI die Grippewelle in Deutschland in der Woche ab 24. November und damit zwei bis drei Wochen eher als in den beiden Vorjahren begonnen habe. Falls bislang nicht geschehen, empfiehlt das RKI Risikogruppen, die Impfung nachzuholen. Eine Grippeschutzimpfung wird in Deutschland unter anderem Menschen ab 60, chronisch Kranken oder Schwangeren empfohlen.

Auch die Quote der Menschen ab 60 Jahren, die sich gegen Covid-19 impfen ließen, ist den Angaben nach im Vergleich zur Vorsaison um ein Drittel zurückgegangen. Während sich laut RKI in der Saison 2023/2024 21 Prozent der Menschen ab 60 impfen ließen, waren es in der darauffolgenden Saison nur noch 14 Prozent. 

Impfungen auch in Apotheken

Allerdings müsse von einer leichten Untererfassung bei den Impfquoten zu Influenza und Covid-19 ausgegangen werden, da auch außerhalb des Abrechnungssystems der Kassenärztlichen Vereinigungen geimpft werde – etwa in Betrieben oder Apotheken.

Seit 2022 dürfen auch alle Apotheken in Deutschland gegen Grippe und gegen Corona impfen. Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) nahm die Zahl der durchgeführten Grippe-Impfungen in Apotheken deutlich zu. 

Hohes Niveau bei Impfungen für Kinder

Bei Kindern liegen die Impfquoten dem RKI zufolge weiter auf einem hohen Niveau. Allerdings würden Impfserien oft zu spät oder gar nicht abgeschlossen werden. Zudem gebe es Lücken beim Schutz gegen Masern, «da ein relevanter Anteil der Kinder bis zum zweiten Geburtstag die zweite Masern-Impfung nicht erhält», hieß es. So fehlten im Jahr 2024 zum zweiten Geburtstag mehr als einem Fünftel der Kinder die zweite Impfung.


Bildnachweis: © Fabian Sommer/dpa
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