24. Januar 2025 / Allgemeines

Rücksicht auf Opfer von Magdeburg: Sonntagskrimi verschoben

Die Wunden sind noch zu frisch: Gerade erst einen guten Monat liegt die Todesfahrt von Magdeburg zurück. Kein guter Zeitpunkt für einen «Polizeiruf»-Krimi aus der Elbe-Stadt, sagt die ARD.

Die ARD verschiebt aus Pietät einen Magdeburger Krimi. (Archivfoto)
von dpa

Weil der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt mit sechs Toten noch zu frisch zurückliegt, nimmt die ARD einen «Polizeiruf 110»-Krimi aus dem Programm. Das sagte eine Sprecherin der Senderkette der Deutschen Presse-Agentur. Es geht um den Magdeburger Fall «Widerfahrnis», der für Sonntag in einer Woche um 20.15 Uhr geplant war. An seiner Stelle soll ein «Tatort» laufen. Welcher, das war allerdings zunächst noch unklar.

Stattdessen kommt ein «Tatort»

«Aufgrund des schrecklichen Anschlags auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt vor wenigen Wochen und seiner Folgen sowie der damit verbundenen Trauer haben wir uns entschieden, die für den 2. Februar geplante Ausstrahlung des neuen Magdeburger "Polizeirufs 110 - Widerfahrnis" zu verschieben», erläuterte die ARD-Sprecherin. 

Das habe auch mit der Handlung zu tun: «In der Erzählung geht es um die hochemotionale Geschichte eines anonymen Unfallopfers, um Trauer und Verlusterfahrung. Auch wenn der Film nicht von einem Anschlag handelt, so enthält er aufgrund seiner Thematik doch Elemente, die aktuell als belastend empfunden werden könnten.» 

«Aus Respekt vor und in Mitgefühl»

Die «Polizeiruf»-Reihe sei eng mit der Stadt Magdeburg und ihren Menschen verbunden, betonte die ARD. «Aus Respekt vor und in Mitgefühl mit den Opfern des Anschlags, ihren Familien und Freunden, den vielen Helferinnen und Helfern sowie der ganzen Stadt und Region haben wir uns zu diesem Schritt entschieden. Wir wägen zu gegebener Zeit ab, wie und wann der Film unter angemessenen Umständen veröffentlicht werden kann.»

Kurz vor Heiligabend war ein Mann über den Weihnachtsmarkt in Magdeburg gerast. Sechs Menschen starben, darunter ein neunjähriger Junge. Fast 300 Menschen wurden verletzt. Der Täter stammt aus Saudi-Arabien, lebt seit 2006 in Deutschland und erhielt 2016 Asyl als politisch Verfolgter. Er war in den vergangenen Jahren an verschiedenen Stellen aufgefallen. Er sitzt in Untersuchungshaft.


Bildnachweis: © Jan Woitas/dpa
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